Linktipp

Aktuell 2021


Internationales Haus Sonnenberg: Online-Veranstaltung Dem Klimawandel nachhaltig begegnen - aber wie?

Bildung für nachhaltige Entwicklung leistet einen wichtigen Beitrag um der Klimakrise und der Überschreitung unserer planetaren Grenzen zu begegnen. Das internationale Haus Sonnenberg möchte Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in schulischer und außerschulischer Bildung dabei unterstützen (jungen) Menschen diese Problematik näher zu bringen und bietet daher zwei kostenlose Online-Veranstaltungen an:

Dem Klimawandel nachhaltig begegnen – aber wie? Teil I: Was muss ich wissen?
Termin: 13.12.2021, 14:00 – 18:30 Uhr


Im Rahmen des ersten Teils der Reihe werden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zur Klimakrise erläutert und diskutiert. Der eigene Wissenshintergrund wird erweitert, der notwendig ist um (jungen) Menschen die Problematik näher zu bringen. Die Teilnehmenden setzen sich mit dem Konzept der Planetaren Grenzen auseinander, diskutieren die Auswirkungen des Pariser Klimaschutzabkommen und erarbeiten sich ein Verständnis von Nachhaltigkeit in Anlehnung an die Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

Dem Klimawandel nachhaltig begegnen – aber wie? Teil II: Was kann ich tun?
Termin: 20.12.2021, 14:00 – 18:30 Uhr


Im zweiten Teil wird die Bedeutung von BNE als Zukunftsoption für einen Weg zur Abmilderung der Krise verdeutlicht. Dabei wird das Konzept den Teilnehmenden veranschaulicht und anhand von Beispielen aus der Praxis Impulse für die Gestaltung von schulischen und außerschulischen Bildungseinheiten gegeben. Zusätzlich werden die Grenzen und Zukunftsaussichten von BNE beleuchtet und diskutiert.

Die Veranstaltungen werden online per Zoom durchgeführt. Weitere Informationen zu den Online-Veranstaltungen finden Sie auf unserer Webseite unter www.sonnenberg-international.de .

Zur Anmeldung schicken Sie bitte eine E-Mail mit Ihrem Vor- und Nachnamen und Ihrer Einrichtung an rezeption@sonnenberg-international.de

Foto von Dr. Stefan Cramer: Hochwasserschäden in der Goslarer Altstadt 2017.


UNSER HARZ November 2021 erschienen

Inhalt:

  • Dr. Volkmar Hering: Achate aus dem Harz
  • Rainer Kutscher: Scharf ist die Säge, die Axt ist blank…
  • Karl Sanders: Der denkwürdige Brockenbesuch von Adolf Traugott von Gersdorf(f) und Christoph Nathe im Juni 1783
  • Dr. Lutz Wille: Harzer Folkloristen zu Gast auf der Schwäbischen Alb – ein Bericht
  • Hermann Hille: De Dood
  • Ole Anders: Straßenverkehr ist eine der größten Bedrohungen für Harzer Luchse

Der November wird gemeinhin als nasskalter, eher unangenehm-nebliger Monat empfunden. Er hat noch nicht die Adventslichter des Dezembers und auch nicht das langsam wieder hoffnungsvoll-heller werdende Licht des Januars. Nein, der November ist dem Vergehen, dem Sterben, dem Tod gewidmet und ich denke, wir tun gut daran, uns diesem Thema zu stellen. Deshalb habe ich für diese Ausgabe ein Gedicht ausgewählt, dessen Titel schon klarstellt, worum es geht: „De Doodt“ von Herrmann Hille, dessen eigener Tod ebenfalls die Herzen berührt.

Doch der November hat auch seinen ganz eigenen Reiz und lädt uns ein, nach innen zu schauen. Wer Objekte sammelt, etwa Steine oder Fossilien, kann sich ihnen in Muße zuwenden. Da ist der Artikel von Herrn Hering willkommen, der über die Lithophysenachate aus dem Raum Bad Sachsa – Walkenried berichtet. Vielleicht inspiriert der Artikel ja zu einem Besuch im NatUrzeitmuseum und einer Wanderung in Bad Sachsa?

  

Als Ergänzung zum Artikel im letzten Heft über seinen Vater als Waldarbeiter stellt Rainer Kutscher in diesem Heft den alten Berufstand der Haumeister vor.

Über einen dem November würdigen, da sehr nebligen, Aufenthalt auf dem Brocken im Juni 1783 berichtet Karl Sanders. Adolf Traugott von Gersdorf(f) und Christoph Nathe unternahmen diesen Besuch, um meteorologische Messungen durchzuführen.

Ganz aktuell ist ein Bericht von Lutz Wille, der mit anderen Harzer Folkloristen „zu Gast auf der Schwäbischen Alb“ war. Dort wird ein sehr lebendiger Umgang mit Tradition gepflegt, der auch von jungen Leuten angenommen wird. Die Harzer konnten mit dem Birkenblattblasen, das bei den dortigen Schäfern leider verloren gegangen ist, einen wichtigen Beitrag leisten.

Im Nationalparkforum geht es um ein Thema, das lokal und regional zu hitzigen Debatten führt: Grünbrücken für Tiere. Was einigen als Geld- und Steuerverschwendung erscheint, ist für viele Tiere wichtig, um gefahrlos die Straße zu queren und dient damit der Ausbreitung und Vernetzung von Artpopulationen, wie Ole Anders anhand der Luchse schildert (Foto Luchs Armin Maywald).

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag:
Fischer & Thielbar GmbH
Telefon (0 53 23) 25 33.


Der Märchenweg ist wieder freigegeben

Einer der schönsten Wanderwege bei Torfhaus bietet Besuchern einen Eindruck von der Entwicklung hin zu einem naturbelassenen Wald.

• Aus Gründen der Verkehrssicherung musste dort eine große Menge Totholz beseitigt werden. Bohlenstege und Brücke wurden repariert.

Wernigerode, 09.11.2021. Der Märchenweg bei Torfhaus ist wieder freigegeben. Der Weg war fast das ganze Jahr über gesperrt gewesen, weil dort aus Gründen der Verkehrssicherung eine große Menge Totholz beseitigt werden musste. Anschließend wurden auch die Bohlenstege und Brücke repariert, wo dies erforderlich war, und an neuen Nassstellen weitere Stege und Brücken installiert, erläutert der zuständige Revierleiter Klaus-Dieter Schultze. Diese Arbeiten wurden nun abgeschlossen.

 

„Der Märchenweg ist einer der schönsten Wanderwege bei Torfhaus“, sagt Schultze. Das Gebiet ist von Beginn an in der Naturdynamikzone des Nationalparks und die Entwicklung der nächsten Waldgeneration ist dort schon deutlich fortgeschritten. Dementsprechend bietet sich Besuchern ein guter Eindruck von der zukünftigen Gestalt eines dynamischen, naturbelassenen Waldes im Nationalpark.

Der Einstieg in den Märchenweg ist am südlichen Ortsausgang von Torfhaus. Der Revierleiter weist darauf hin, dass der Weg auch weiterhin für Mountainbiker gesperrt ist. 

FOTOS 1 + 2: Der Märchenweg ist wieder freigegeben. Die Bohlenstege und Brücke wurden repariert, wo dies erforderlich war, und an neuen Nassstellen weitere Stege und Brücken installiert.
Foto: Claudia Mothes, Nationalpark Harz , Hinweis: Diese Bilder sind aktuell, aus November 2021.

FOTO 3: Der Märchenweg ist wieder freigegeben. Einer der schönsten Wanderwege bei Torfhaus bietet Besuchern einen Eindruck von der Entwicklung hin zu einem naturbelassenen Wald.
Foto: Mandy Gebara, Nationalpark Harz, Hinweis: Dieses Bild stammt aus Juli 2019


Der HohneHof macht Herbst-Putz

Das Natur-Erlebniszentrum HohneHof ist vom 8. bis 12. November nur eingeschränkt zugänglich. Hauptgebäude und Cafè bleiben zunächst vom heutigen Montag (8.11.) bis Freitag (12. 11.) geschlossen. Die Ausstellung im Neubau und das Außengelände stehen den Gästen weiterhin zur Verfügung. Die Ranger*innen sind während der Schließung vor Ort und der „Treff mit dem Ranger am HohneHof" am Mittwoch (10.11.) findet ebenfalls statt. Das HohneHof-Team nutzt die Schließzeit für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten, die während des laufenden Betriebs nicht möglich sind. Anschließend freuen sich die Kolleg*innen der Nationalpark-Einrichtung wieder auf zahlreiche Besucher.

Foto: Hannes Witte, Nationalpark Harz


Neue Nationalpark-Partner bei Jahrestreffen in Braunlage ausgezeichnet
Nationalpark Harz ist in dieser Woche Gastgeber des bundesweiten Dialogforums „Nachhaltiges Netzwerk Leben“ des Partner-Netzwerks

Die Nationalparkpartnerschaft im Harz wurde in einem geförderten Projekt neu ausgerichtet und ein neues Auszeichnungsverfahren entwickelt 

Wernigerode, 08.11.2021. In dieser Woche von Mittwoch bis Freitag, 10. bis 12. November, ist der Nationalpark Harz Gastgeber des Dialogforums „Nachhaltiges Netzwerk Leben“, zu dem sich die bundesweite Arbeitsgemeinschaft „Partner der Nationalen Naturlandschaften“ im Klosterhotel Wöltingerode trifft. Seit 2008 engagieren sich die Partner der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks für eine nachhaltige touristische Entwicklung in ihrer Region. Partnerbetriebe werden nach bundesweit einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandards ausgezeichnet. 

35 Partnerbetriebe des Nationalparks Harz kamen vor kurzem mit dem Vergaberat und der Planungsbegleitende Arbeitsgruppe des Projekts „Neuausrichtung der Nationalparkpartnerschaft im Harz“ im Braunlager Kurgastzentrum zu ihrem ersten Jahrestreffen seit der Neuausrichtung zusammen. Das Projekt will touristische Betriebe und den Nationalpark näher zusammenbringen und durch Zusammenarbeit gemeinsame Potenziale erschließen – für Mensch und Natur. Zur Finanzierung standen Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) über die „Richtlinie Landschaftswerte“ des Landes Niedersachsen und zusätzliche Mittel des Landes Sachsen-Anhalt über einen Zeitraum von vier Jahren (2018 bis 2021) zur Verfügung.  

Ein Höhepunkt des Treffens war die Auszeichnung neuer Nationalpark-Partner. Dr. Roland Pietsch, der neue Nationalparkleiter im Harz, übergab gemeinsam mit dem Vergaberatsmitglied Sabine Günther aus Wernigerode eine Urkunde und ein Partnerschild an Carola Schmidt, die Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbandes (HTV). Dieser Verband hat die Neuausrichtung des Partner-Netzwerks wegweisend begleitet und hat sich stark in die konzeptionelle Arbeit eingebracht. Nunmehr ist er selbst Teil des Partner-Netzwerks. Tourguide Lars Seeger, der im Nationalpark bereits die Ausbildung zum Waldführer absolvierte, wurde als Nationalpark-Partner ausgezeichnet und wird zukünftig mit seinen Erfahrungen als Tourguide das Netzwerk bereichern. Der Biolandwirt Tillman Dreysse mit seinem Geschäftszweig Harzer Honig erfüllte ebenfalls die Nachhaltigkeitskriterien und wird als erster Partner aus dem Bereich des regionalen Handwerks zukünftig den Nationalpark und die nachhaltige touristische Entwicklung seiner Region unterstützen.

Die konzeptionelle Neuausrichtung der Nationalpark-Partnerschaft im Harz wurde von der Firma inspektour GmbH begleitet, deren Gründer und geschäftsführender Gesellschafter Ralf Trimborn das Projekt erläuterte. Dazu gehört etwa die Entwicklung eines neuen Auszeichnungs- und Prüfverfahrens. Ziele wurden neu definiert und ein Leitbild erarbeitet, in dem deutlich wird, was die Partnerschaft antreibt und wofür die Partner stehen: Zusammenzuarbeiten für die gemeinsamen Ziele von Nationalpark Harz und nachhaltigem Tourismus in der Region.  

FOTO: Dr. Roland Pietsch, der neue Nationalparkleiter im Harz (links), übergab gemeinsam mit dem Vergaberatsmitglied Sabine Günther aus Wernigerode Urkunden und Partnerschilder an die neuen Nationalpark-Partner, darunter Biolandwirt Tillman Dreysse.

Foto: Frank Steingaß, Nationalpark Harz


Dr. Friedhart Knolle, Nationalparkmitarbeiter der ersten Stunde, geht in den Ruhestand

Wernigerode. Mit dem 31. Oktober 2021 geht der langjährige Mitarbeiter für Presse und regionale Zusammenarbeit bei der Nationalparkverwaltung Harz, Dr. Friedhart Knolle, in den wohlverdienten Ruhestand.

Dr. Knolle gehört zu den Menschen im Nationalpark, die diesen seit seinen Anfängen begleitet haben. Als die Mauer fiel und in den letzten Monaten der DDR der Nationalpark im Ostharz auf den Weg gebracht wurde, war er mit ehrenamtlichem Engagement schon dabei. Von Anfang an dachte und agierte er länderübergreifend. Als dann in Niedersachsen die Planungen für einen Nationalpark Fahrt aufgen
Mit Gründung des Nationalparks in Niedersachsen übernahm er die Leitung des Sachgebietes „Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit“. Die ersten Jahre waren vor allem von viel Aufbauarbeit und unermüdlicher Akzeptanzwerbung für den Nationalpark geprägt. Die herausragende Naturschutzbedeutung des Schutzgebietes musste immer wieder vermittelt werden, aber auch die Möglichkeiten, die ein Nationalpark für die regionale Entwicklung bietet, mussten aufgezeigt werden. Dem neuen Nationalpark flogen anfangs nicht alle Herzen zu, und so kam gerade in dieser Anfangszeit der Öffentlichkeitsarbeit eine besondere Bedeutung zu. Dr. Knolle wurde im Laufe der Jahre als Sprecher der Parkverwaltung ein viel gefragter Gesprächspartner, der diplomatisch, sachlich, aber auch mit einer guten Portion Humor die Sache des Nationalparks regional und überregional vertrat. Viele Projekte, die damals in seinem Zuständigkeitsbereich entstanden, sind bis heute erfolgreich und haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich der Nationalpark in der Region einer breiten Anerkennung erfreut: die Nationalparkhäuser in Sankt Andreasberg und Torfhaus, die Informationsstellen in den Anliegergemeinden rund um den Nationalpark, die Waldführerausbildung, das Junior-Ranger-Projekt – um nur einige zu nennen.

Mit der Fusion der beiden Nationalparke zum ersten länderübergreifenden Nationalpark Deutschlands im Jahr 2006 änderte sich die Funktion Dr. Knolles, nicht aber die Aufgabe: In der veränderten Organisationsstruktur wurde er „Mitarbeiter für Presse und regionale Zusammenarbeit“. Wie schon in den Jahren zuvor erledigte er diese Aufgabe mit großem Engagement und hat durch seine öffentlichen Auftritte das Erscheinungsbild des Nationalparks maßgeblich mitgeprägt. Nicht nur, wenn es galt, die Bedeutung des Nationalparks für den Naturschutz oder die Regionalentwicklung aufzuzeigen, war Friedhart Knolle oft das Sprachrohr der Verwaltung. Er war auch zur Stelle, sei es gegenüber den Medien oder bei öffentlichen Veranstaltungen, um schwierige Sachverhalte zu erklären oder sich kritischen Stimmen zu stellen.

Dr. Knolle ist „alter Harzer“, in Goslar geboren und war schon von seinem Vater Friedel Knolle, der Kreisnaturschutzbeauftragter im Landkreis Goslar war, an den Naturschutz herangeführt worden. Als solcher hat er sich seit seiner Jugend im Natur- und Umweltschutz engagiert und ist u. a. auch Gründungsmitglied der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz (GFN), war deren langjähriger Vorsitzender und ist heute als stellvertretender Vorsitzender nach wie vor sehr aktiv für die Sache des Nationalparks. Man kann also davon ausgehen, dass er dem Nationalpark auch künftig verbunden bleiben wird. Natur- und Umweltschutz und insbesondere den Nationalpark länderübergreifend zu betrachten, war und ist ihm ein großes Anliegen.

Sein regulärer Renteneintritt wäre eigentlich schon zum 1. Juli gewesen. Da seine Nachfolge jedoch erst zum 1. November ansteht, bedurfte es keiner großen Überredungskünste, ihn für eine Weiterbeschäftigung bis zu diesem Zeitpunkt zu gewinnen. Eine mehrmonatige Vakanz auf diesem Arbeitsplatz wäre für den Nationalpark, der so häufig im Fokus öffentlichen Interesses steht, sehr unglücklich gewesen. Im Rahmen einer kleinen, Corona-gerechten Abschiedsfeier sind ihm der Dank der Verwaltung für sein großes Engagement und die besten Wünsche der Kolleg:innen gewiss.

Zum 1. November wird Martin Baumgartner die Nachfolge angetreten. Auch er ist kein Unbekannter in der Region. Der 44jährige hat die letzten 10 Jahre als Redakteur beim Harz Kurier gearbeitet und lebt in Osterode. Er hat Soziologie, Medien- und Kommunikationswissenschaft sowie Politikwissenschaft in Göttingen studiert und verfügt über vielfältige journalistische Erfahrungen. Eines seiner Spezialgebiete ist die Berichterstattung über Naturthemen. Er kennt die Akteure der Region durch seine langjährige journalistische Arbeit – alles gute Voraussetzungen für den Einsatz im Nationalpark!


Allianz-Generalvertretung Torsten Steinau in Bitterfeld-Wolfen engagiert sich für den Wald 
Junge Buchen für den Nationalpark Harz mit dem Allianz-Projekt Aktion Blauer Adler

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete.

 

 

Auch die Allianz-Generalvertretung Torsten Steinau in Bitterfeld-Wolfen hat die Herausforderung angenommen und engagiert sich für den Wald im Nationalpark Harz. Insgesamt 750,- Euro kamen mit Hilfe des Allianz-Projekts Aktion Blauer Adler zusammen und werden nun in Form junger Buchen im Nationalpark Harz gepflanzt.

 

 

Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch. Mit der Pflanzaktion hilft die Allianz dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln. Dafür danken wir ganz herzlich!



Bergwaldprojekt-Freiwillige pflanzen im Nationalpark Harz 5.000 Buchen für abgestorbene Fichten

Würzburg/Wernigerode, 22.10.2021

Buchen pflanzen und Laubbäume schützen. Das sind die Hauptaufgaben der fast 40 Freiwilligen aus ganz Deutschland, die im Nationalpark Harz jeweils eine Woche arbeiten werden. In den beiden Einsatzwochen vom 25. Oktober bis 6. November des Vereins Bergwaldprojekt e.V. werden die Ehrenamtlichen, die in ihrer Freizeit für jeweils eine Woche in den Harz reisen, einen konkreten und persönlichen Beitrag leisten, um die Folgen des Fichtensterbens zu überwinden. Mit den Auswirkungen des Klimawandels vor Augen soll der Einsatz die Freiwilligen auch für eine nachhaltige Lebensweise in ihrem Alltag sensibilisieren.



Die Ehrenamtlichen pflanzen in den beiden Einsatzwochen 5.000 Rotbuchen als Zukunftsbäume in der von toten Käferfichten dominierten Waldentwicklungszone des Nationalparks. Damit soll in den ehemaligen und in den letzten Jahren aufgrund Trockenheit und Käferbefall abgestorbenen Fichten-Beständen der Umbau hin zu natürlichen Buchenmischwäldern gefördert werden. Zusätzlich werden die Freiwilligen in dieser Zone zum Schutz vor Verbiss auch noch mehrere Hordengatter um bestehende Bergahornpflanzungen errichten und alte, nicht mehr benötigte Wildschutzzäune abbauen.

Gemäß den Entwicklungsplänen aus dem Nationalparkplan und den Nationalparkgesetzen darf in der Waldentwicklungszone noch gearbeitet werden. Im Jahr 2022 werden mindestens 75 % der Nationalparkfläche in der Naturdynamikzone (Kernzone) sein und dann sich selbst überlassen werden; noch bis 2030 sind weitere Waldentwicklungsmaßnahmen angedacht. Die Arbeit der Ehrenamtlichen im Nationalpark wird von Forstfachleuten des Bergwaldprojekt e.V. angeleitet – in Zusammenarbeit mit Revierleiter Henning Ohmes und Forstwirt Holger Henze vom Nationalpark Harz.

Mit den Waldarbeiten soll in der Einsatzwoche ein wichtiges Anliegen des Nationalparkgedankens vermittelt werden, wie Henning Ohmes erklärt: „Hier im Nationalpark erleben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hautnah einen Wald, wie er sich in natürlicher Dynamik bei sich verändernden Einflüssen entwickeln kann. Denn auch der Wald im Nationalpark ist abhängig von äußeren Umweltfaktoren wie unserem Klima.“

Bei den Arbeitseinsätzen sieht Jonathan Schüppel vom Bergwaldprojekt e.V. noch einen weiteren Aspekt: „Wer sich in seiner Freizeit tatkräftig für den Wald engagiert, entwickelt auch eine neue Beziehung zur Natur. Die in der Einsatzwoche gemachte Erfahrung der Selbstwirksamkeit motiviert die Teilnehmenden auch darin, den eigenen Alltag noch naturverträglicher und ressourcenschonender und damit zukunftsfähiger zu gestalten.“

Neben der praktischen Arbeit ist wie bei allen Projektwochen ein gemeinsamer Exkursionsnachmittag vorgesehen, um die vielfältigen Aspekte der dynamischen Nationalparkentwicklung im Harz und dessen Bedeutung für Mensch und Natur zu beleuchten. Untergebracht sind die Gruppen in einem Wanderheim. Ein eigener Koch kümmert sich mit vegetarischer Vollwertkost – mit möglichst regionalen und saisonalen Zutaten – um die Verpflegung der Freiwilligen.

Bergwaldprojekt e.V.
Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligen-Einsätze mit jährlich ca. 3.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit mehr als 150 Projektwochen an mehr als 70 Einsatzorten in Deutschland. Schwerpunkte der Arbeiten sind neben Waldumbau und -pflege auch Biotop- und Artenschutz sowie Moorwiedervernässungen.

Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den Teilnehmenden die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden.

HINWEIS FÜR REDAKTIONEN: Sie sind herzlich eingeladen, sich selbst einen Eindruck von den Arbeiten vor Ort zu machen. Vereinbaren Sie dazu bitte mit dem Projektleiter vor Ort einen Termin.

Foto: Freiwillige Helfer sind im Bergwaldprojekt im Harz aktiv. Foto Bergwaldprojekt e.V.


Ein Jahr für Stachelbärte: Zeigerart für naturnahe Wälder - Erstfund des Igel-Stachelbarts - insgesamt drei Stachelbart-Arten im Nationalparkgebiet nachgewiesen

Die Buchenwälder zählen zu den bedeutendsten Lebensräumen im Nationalpark Harz. Häufig sind Bach- und Flussläufe, Schluchtwälder und Felsbiotope in die Waldgesellschaften eingestreut. Die alten Wälder verfügen oftmals schon über einen hohen Anteil an lebenden und abgestorbenen Habitatbäumen, liefern starkes stehendes und liegendes Totholz und sind Lebensraum für viele Tier-, Pflanzen- und Großpilzarten. Eine typische Zeigerart naturnaher Wälder ist die Pilzgattung der Stachelbärte. Drei Stachelbart-Arten konnten in diesem Jahr im Nationalpark Harz nachgewiesen werden - eine davon als Erstfund im Nationalparkgebiet.
 


Dieser Dornige Stachelbart wächst am liegenden Totholz einer Buche -
er ist eine typische Zeigerart für naturnahe Wälder (Foto: Danilo Hartung).

Stachelbärte sind eine eher kleine Pilz-Gattung. In Europa spricht man von vier nennenswerten Arten, wobei eine Art an Tanne vorkommt, welche im Harz nicht heimisch ist. Stachelbärte sind Xylobionten, also Holzbewohner. Sie kommen als Wundparasiten an lebenden Bäumen oder an Totholz vor. Sie fruktifizieren sehr zerstreut bis selten vom Frühsommer bis in den Spätherbst.
Im Oktober 2021 konnte im Nationalparkgebiet erstmals der Igel-Stachelbart (Hericium erinaceum) in einem Laubwaldgebiet bei Ilsenburg nachgewiesen werden. Die Fruchtkörper des Igel-Stachelbarts sind weißlich bis cremefarben. Die Art bildet keine Hüte, sondern dichte Büschel hängender Stacheln, die aus einem gemeinsamen Strunk heraus wachsen. Gefunden wurde der Pilz in einer Stammverletzung an einer lebenden Buche.

Weitere Nachweise gibt es im Nationalpark Harz vom Dornigen Stachelbart (Hericium cirrhatum) und vom Ästigen Stachelbart (Hericium coralloides). Sie wachsen auf liegendem und stehendem Totholz von Buchen. Der Fruchtkörper des Dornigen Stachelbarts besteht aus hutartigen, flachen und ungestielten Elementen, die büschelartig zusammengewachsen sind. Der Pilz ist ein Folgezersetzer, der Weißfäule auslöst. Die bei der Zersetzung der holzigen Bestandteile freiwerdenden Nährstoffe können von anderen Organismen genutzt werden.
Der Ästige Stachelbart ist bizarr geformt, vielfach verzweigt und von zuerst weißer Farbe später blass-ockerfarben. Der abgebildete Pilz thront an einem Buchenstumpf, der von einer Vielzahl von Zunderschwämmen (Fomes fomentarius) besetzt ist. Der Stumpf befindet sich in der letzten Phase der Holzzersetzung.

Alle Fundorte befinden sich in der Naturdynamikzone des Schutzgebietes, also in Wäldern, die schon länger aus der Nutzung genommen wurden und in denen der Mensch nicht mehr eingreift. Durch Wegegebot und Sammelverbot im Nationalparkgebiet finden zahlreiche, teilweise sehr seltene Arten dort einen geschützten Rückzugsraum.

Drei Bilder
Dieser Dornige Stachelbart (Hericium cirrhatum) wächst an einem liegenden Buchenstamm. Er ist ein Folgezersetzer, der Weißfäule auslöst (Foto: D. Hartung).

Dieser bizarr geformte Ästige Stachelbart (Hericium coralloides) thront an einem Buchenstumpf, der von einer Vielzahl von Zunderschwämmen (Fomes fomentarius) besetzt ist. Der Stumpf befindet sich in der letzten Phase der Holzzersetzung (Foto: U. Springemann).

Igel-Stachelbarts in einer Stammverletzung an einer lebenden Buche (Foto: U. Springemann).


Gefahr durch abbrechende Äste und umstürzende Bäume

In den nächsten Tagen besteht eine Unwetterwarnung für Sturm/Orkan für die Harzer Hochlagen. Bereits im Laufe des heutigen Dienstag ist in exponierten Lagen des Harzes mit stürmischen Böen oder Sturmböen zu rechnen. Am Mittwoch werden auf exponierten Gipfeln schwere Sturmböen bis orkanartige Böen wahrscheinlich. In der Nacht zum Donnerstag soll der Wind noch weiter zunehmen, Sturmböen sind dann auch in tiefen Lagen nicht ausgeschlossen.

Während des Sturmes und auch in den ersten Tagen danach sollte auf Waldbesuche unbedingt verzichtet werden. Bitte nehmen Sie die Warnungen ernst! Durch das stürmische Wetter besteht im Wald eine akute Gefahr für Leib und Leben, weil Äste herunterfallen oder sogar Bäume entwurzelt werden können.

 

 

Wir bitten die Besucher*innen auch in den nachfolgenden Tagen um besondere Aufmerksamkeit. Wir bemühen uns, mit Bäumen oder Baumkronen zugebrochene Wege zeitnah wieder zu öffnen. Da unsere Mitarbeiter*innen aber bei Sturm ebenfalls nicht im Wald arbeiten dürfen, können einzelne Wege vorübergehend unbegehbar sein. Bitte achten Sie deshalb auch auf Sperrungshinweise im Gelände.


Freiwillige entwickeln einen Kinder-Audio-Guide für die Ausstellung im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg

Sankt Andreasberg. Im Rahmen ihres Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) haben Esther Siebert und Mara Kunzenmann ein ganz besonderes Projekt geplant und erfolgreich zum Abschluss gebracht. Die beiden verbrachten das FÖJ unter einem Dach, aber bei zwei verschiedenen Einrichtungen. Esther im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, das vom NABU-Landesverband Niedersachsen in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung betrieben wird, und Mara im Bildungszentrum des Nationalparks.

Da die Einrichtungen sehr eng miteinander verzahnt sind, arbeiten auch die Freiwilligen auf vielfaltige Weise zusammen. So haben die beiden dann auch in einem Kooperationsprojekt einen Audio-Guide geschaffen, mit dem sich insbesondere Kinder auf eine spannende Zeitreise durch den Harz begeben können. Dabei haben die beiden alles völlig eigenständig realisiert – von der Idee über die detaillierte Ausgestaltung bis hin zu den animierten Grafiken, Videos, Sprach- und Textanteilen.

 

Die Audio-Guides sind auf Tablet-Rechnern installiert, die am Tresen des Nationalparkhauses auf Anfrage ausgeliehen werden. In rund 30 bis 40 Minuten kann das gesamte Abenteuer erlebt werden. Die Ausstellung des Nationalparkhauses hat dadurch eine weitere Attraktion anzubieten, insbesondere für Kinder und Familien.

Finanziert wurde das Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung mit 1.800 Euro. Gemeinsam mit den Freiwilligen hatte die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks (GFN) im Mai 2021 einen Antrag auf Förderung gestellt. Am 17. Mai lag der Bewilligungsbescheid vor. In nur fünfzehn Wochen, bis zum Projektabschluss am 31. August, wurde das Projekt umgesetzt und abgerechnet.

„Dass die beiden dieses Projekt überhaupt und dann auch noch in dieser kurzen Zeitspanne realisiert haben, davor können wir nur den allergrößten Respekt haben!", sagt Thomas Appel, Leiter des Nationalparkhauses. „Es ist ein weiterer Beleg für die gute Zusammenarbeit zwischen Nationalparkverwaltung, GFN und dem NABU-Landesverband, der das Nationalparkhaus betreibt. Die Freiwilligen leisten in unserem Haus schon immer enorm wichtige Arbeit und schaffen oft Dinge mit langfristigem Wert. Dieser Kinder-Audio-Guide ist wieder ein ganz herausragender Beleg für die Kreativität und das Engagement der jungen Leute, denen wir dafür sehr dankbar sind. Der NABU ist insgesamt ein Verband, der vom ehrenamtlichen Engagement getragen wird, deshalb passen solche Projekte ganz besonders gut zu unserem Haus."



Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Umwelt- und Naturschutzprojekte sowie Projekte zugunsten der Entwicklungszusammenarbeit und der Denkmalpflege. Die Stiftung finanziert sich aus der Glücksspielabgabe und vor allem aus Einnahmen der Bingo-Umweltlotterie. Weitere Informationen unter www.bingo-umweltstiftung.de


UNSER HARZ Oktober 2021 erschienen – Daneilshöhle, der Lonau-Wasserfall und die epiphytischen Flechten und Moose auf dem Bruchberg im Nationalpark Harz

Aus dem Inhalt:

  • Uwe Fricke: Die Daneilshöhle im Huy
  • Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 – 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 12: Der Lonau-Wasserfall und das Schloss Herzberg
  • Klaus Schröter: Ein Brite wird in Thale am Harz geehrt
  • Dr. Karl Sanders: Samuel Rösels Geschenk an Goethe: ein wenig bekanntes Harzbild
  • Fritz Reinboth: Ein historisches Foto der Gipshütte am Ziegenberg bei Wernigerode
  • Rainer Kutscher: Vor 100 Jahren begann für einen Vierzehnjährigen die Arbeit im Wald und endete nach 51 Jahren
  • Claus Christian Wenzel: Friedliche Revolution – Erinnerung an MCMLXXXIX
  • Ute Springemann: Epiphytische Flechten und Moose in der Waldforschungsfläche Bruchberg.

Im Harz denke ich oft an 1989, an „davor“ und „danach“, an „Einheit“ und „getrennt sein“. Mit dem Brocken vor der Haustür wird das sicher vielen Lesern und Leserinnen ähnlich gehen. Umso mehr freue ich mich, einen kleinen Bericht von Claus Christian Wenzel mit Bildern seiner Skulpturen zum Thema „Deutsche Einheit“ und zum Mauerfall bringen zu können.

Im Buntsandstein des Vorharzes liegt der Huy mit der Daneilshöhle. Uwe Fricke hat diese Höhle im Rahmen eines Projekts zur Erfassung von Karsterscheinungen für die Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V. vermessen.

Karl Sanders ist wieder mit zwei Artikeln im Heft vertreten. Da ist zunächst die letzte Folge der Reihe „Johann Heinrich Ramberg – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes“. Die Mappe des Zeichners schließt – taktisch geschickt ausgewählt – mit dem Lonau-Wasserfall und dem Welfenschloss Herzberg ab. Wie im ersten Teil dargestellt, wurde die Mappe zusammengestellt, um beim Welfenkönig Georg III. Eindruck zu schinden, was ja auch funktioniert hat. Im zweiten Bericht geht es um den Zeichner Samuel Rösel, der mehrmals den Harz für Malreisen aufsuchte. Leider sind die 20 Zeichnungen, die er auf der Reise von 1795 anfertigte, verloren gegangen. Eine spätere Zeichnung ist jedoch erhalten geblieben, da Rösel sie 1827 Goethe als Geburtstagsgeschenk vermachte.

Auf eine Stele im Park des heutigen Aus- und Fortbildungsinstituts des Landes Sachsen-Anhalt in Thale weist Klaus Schröter hin. Mit diesem Denkmal wird der englische Arzt Edward Jenner wegen seiner Verdienste um die Pockenimpfung gewürdigt.

Ebenfalls auf Spurensuche begibt sich Fritz Reinboth, der in einem Nachlass ein altes Foto der Gipshütte am Ziegenberg bei Wernigerode gefunden hat. Dieses Foto belegt einen wesentlich längeren Betrieb als bisher angenommen.

Rainer Kutscher zeichnet anhand von Dokumenten seines Vaters, der vor annähernd 100 Jahren seine Lehrstelle als Waldarbeiter antrat, die Veränderungen der Arbeit im Wald nach.

Im Nationalparkforum geht es um die Verbreitung epiphytischer Flechten und Moose im Vergleich zu den vorherigen Untersuchungen am Bruchberg. Flechten und Moose reagieren sensibel auf Umweltbedingungen und eigenen sich daher besonders gut als Bioindikatoren.

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Tel. (0 53 23) 25 33.


Wanderausstellung "I have a dream" im Harz unterwegs –
Videoinstallation von Andreas-Kunstpreisträgerin 2020 Julia Lormis startet Tour in Braunlage

Braunlage. In ihrer Videoinstallation „I have a dream“ hat sich Julia Lormis der Thematik des Waldwandels im Harz angenommen und nimmt BesucherInnen des Kurgastzentrums Braunlage mit auf eine visuelle Reise in eine mögliche Zukunft.

 

 

Für ihre Interpretation der Rückkehr wilder Wälder erhielt die studierte Fotografin im Jahr 2020 den Andreas-Kunstpreis im Rahmen der 26. Ausstellung NATUR - MENSCH in Sankt Andreasberg.

 

Mit Unterstützung des Nationalparks Harz geht das Kunstwerk jetzt im Rahmen einer Wanderausstellung auf Tour. Los geht es nunmehr im Kurgastzentrum Braunlage. Ab November wird „I have a Dream“ dann in weiteren Spielorten im Harz zu sehen sein.

 

Drücken Sie selbst den roten Knopf und werden Sie Zeuge des Wandels!

 

 

Das Kurgastzentrum Braunlage ist geöffnet von Dienstag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr. Im Haus befindet sich auch die Nationalpark-Informationsstelle Braunlage.

Die 27. Kunstausstellung NATUR - MENSCH ist zugleich noch bis zum 31. Oktober in Sankt Andreasberg zu sehen.

https://www.nationalpark-harz.de/dream

https://www.braunlage.de/erleben/poi/kurgastzentrum

https://www.nationalpark-harz.de/de/aktuelles/2021/2021_09_17_Natur_Mensch_Eroeffnung/

 

Fotos von Mandy Gebara, Nationalpark Harz


Mit dem Biologen unterwegs im Moor - Sondertermin für ein besonderes Naturerlebnis rund um Torfhaus am 7.10.2021

Torfhaus. -  Am Donnerstag, den 7.10.2021, bietet der Biologe Dr. Hermann Martens einen Extratermin für die Führung „Die wilden Regenmoore im Nationalpark Harz“ an. Der reguläre Termin am Dienstag ist bereits seit längerem ausgebucht.

 

 

Wir erkunden die Jahrtausende alten Hochmoore mit einem Experten des Nationalpark-Besucherzentrums TorfHaus. Wir begegnen Hungerkünstlern und „Moorleichen“ und entdecken dabei den einmaligen Lebensraum Hochmoor. Von der früheren Torfnutzung im Harz als Ersatzbrennstoff und für die verschiedenen Kur- und Heilbäder bis zum Schutz der Moore werden wir Zusammenhänge verstehen. Wir führen eigene kleine Messungen im Moor durch und diskutieren, ob Torf in den Garten oder ins Moor gehört.

 

Darüber hinaus bietet das Nationalpark-Besucherzentrum noch zahlreiche weitere Naturerlebniswanderungen im Herbst an.

 

Eine vorherige Anmeldung per E-Mail (post@torfhaus.info) oder Telefon (05320-331790) ist notwendig.

 

Donnerstag, 7. Oktober, ab 10 Uhr

Die wilden Regenmoore im Nationalpark Harz - Mit dem Biologen unterwegs

Für alle, die es ganz genau wissen wollen.

Dauer: ca. 2 h

Kosten:  5 € Kinder, 10 € Erwachsene, 20 € Familien (2 Erw. und 2 Kinder bis 16 J.)

 

Weitere Herbstveranstaltungen mit dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus:

Freitag, 8. und 29. Oktober, 14 Uhr

Wilde Heimat – Ein Abenteuer mit Fuchs, Rothirsch und Meister Grimbart

Auf Spurensuche in der sagenumwobenen Bergwildnis.

Dauer: ca. 2,5 h

 

Dienstag, 12. Oktober, 14 Uhr

Kleines Wildnisabenteuer rund um Torfhaus

Erlebt, wie sich die Wälder verändern, welche Tiere hier leben und wie atemberaubend schön die Wildnis sein kann!

Dauer: ca. 3 h

Freitag, 15. Oktober, 14 Uhr

Wildnis hautnah – Barfußwandern im Nationalpark

So nah waren Sie noch nie dran.

Dauer: ca. 2,5 h

 

Dienstag, 19. und 26. Oktober, 10 Uhr

Der Ruf der Wildnis – kehren die Wölfe in den Harz zurück?

Die langsame Rückkehr eines großen Beutegreifers.

Dauer: ca. 4 h

 

Donnerstag, 21. und 28. Oktober, 10 Uhr

Wir erforschen den wilden Wald

Naturerlebnis mit allen Sinnen.

Dauer: ca. 2,5 h

 

Freitag, 22. Oktober, 14 Uhr

Leise Pfoten, wilde Wege – Der Wildkatze auf der Spur

Spurensuche im Wildniserlebnisgelände in Torfhaus

Dauer: ca. 2,5 h

 

Samstag, 23. Oktober, und Dienstag, 9. November, 10 Uhr

Das Grüne Band – die ehemalige innerdeutsche Grenze erleben

Auf der Spur von Geschichte und Natur

 

Samstag, 30. Oktober, 10 Uhr

Into the Wild

Große Exkursion in das Herz des Nationalparks Harz zum Saisonabschluss

Dauer: ca. 6 h

 

Freitag, 10. Dezember, 10 Uhr

Sonderveranstaltung zu Goethes Brockenaufstieg:

„… da ging mir das Herz auf und ich rief: Und ich sollt nicht hinaufkommen!“

Brockenaufstieg mit literarischen und naturwissenschaftlichen Goethezitaten

Dauer: ca. 7 h

 

Hintergrundinformationen

 

Nationalpark Harz

Der Nationalpark Harz ist seit 2006 der erste bundesländerübergreifende Nationalpark in Deutschland und gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands. Hier werden auf etwa 250 km² die einheimischen Fichten-, Misch- und Buchenwälder geschützt. Bereits auf über 70 % der Fläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. In manchen Bereichen werden Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um eine naturnahe Entwicklung der ehemaligen Nutzwälder zu unterstützen.

 

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist eine der zentralen Einrichtungen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz. Betrieben wird es vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz und der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Pro Jahr bietet das Team etwa 450 Veranstaltungen mit ca. 5.000 Teilnehmern an. Da das Besucherzentrum große Teile der Betriebs- und Personalkosten selber aufbringen muss, werden für die Führungen Anerkennungsbeiträge erhoben, die unmittelbar dem Betrieb des Hauses zu Gute kommen.

 

Foto: Das Große Torfhausmoor, Foto Oliver Kox.


Buchneuerscheinung: Der alte Harz – historische Fotos in 4 Bänden

Gernrode. In seiner umfangreichen Harzbibliothek hat der Autor Bernd Sternal viele alte schwarz-weiß Fotos der Harzregion gesammelt, die einem hohen künstlerischen Anspruch genügen, jedoch kaum noch jemandem zugänglich sind.

Sie wurden zu einem großen Teil explizit für Bücher und Zeitschriften geschaffen, um diese zu illustrieren. Es war eine Zeit, in der sehr viele Druckerzeugnisse entstanden, die Fotografie jedoch noch in den Kinderschuhen steckte. Heute, mit moderner Digitaltechnik, kann jeder Laie tolle Fotos schießen, vor über 100 Jahren war das Fotografieren allerdings ein Metier für Fachleute. Daher beauftragten die Verlage Fotografen mit der Schaffung von entsprechenden Werken. Waren Fotografien vor den 1920er Jahren noch in der Minderzahl, so setzten sie sich danach zunehmend gegen die Zeichnungen, Grafiken und gemalten Bilder zur Illustration durch. Diese Auftragsfotografien waren ein wichtiger Erwerbszweig für die Fotografen und es war wohl auch eine Modefrage sowie eine der Kosten.

 

Die von Bernd Sternal nun aufgelegten 4 Fotobände decken eine Zeitspanne von etwa 1900 bis 1940 ab. Die Fotos sind somit nicht nur künstlerische Werke, sie sind zudem ein Stück Harzgeschichte, denn sie bilden im Gegensatz zur Malerei und dem Zeichnen ein Stück Lebensrealität ab.

 

Leider wissen wir von den Fotografen fast nichts. Diese Situation ist wohl darauf zurückzuführen, dass insbesondere bis ca. 1925 Fotografen nicht als Künstler angesehen wurden. Da sich jedoch zunehmend die akademische Malerei der Fotografie bediente, fand sie Schritt für Schritt Eingang in die Kunstszene. Heute gibt es die verschiedensten Stilrichtungen und Genres innerhalb der Fotografie und es wird zudem seit etwa 1945 zwischen künstlerischer und angewandter Fotografie unterschieden.

 

Der Autor ist der Meinung, dass die alten Fotografien, die unsere Harzregion in einem längst vergangenen Licht zeigen, nicht der Vergessenheit anheimfallen dürfen. Daher hat er sie gesammelt und archiviert, desweiteren wurden sie mit moderner Technik bearbeitet, um sie, in entsprechendem Kontext, der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

 

Band 1 zeigt Ansichten von Alexisbad /Mägdesprung, Altenau, Altenbrak, Bad Gandersheim, Bad Grund, Bad Harzburg, Bad Lauterberg, Bad Sachsa, Bad Suderode, Ballenstedt, dem Bau der Harzhochstraße ab 1936, von Benneckenstein, Blankenburg, Braunlage, dem Brocken und dem Brockengebiet. Das Buch mit der ISBN 978-3-7543-4504-7 hat 204 Seiten und verfügt über 190 schwarz-weiß Fotos und ein Farbfoto.

 

Band 2 zeigt Ansichten von Clausthal-Zellerfeld, Drei Annen Hohne, Drübeck, Elbingerode, Ellrich, Burg Falkenstein, Friedrichsbrunn, Gernrode, Goslar, Hahnenklee-Bockswiese, Halberstadt, Harzgerode, von Harzlandschaften, von Herzberg am Harz, Hohegeiß, Ilfeld & Niedersachswerfen, dem Harztor und Ilsenburg. Das Buch mit der ISBN 978-3-7543-3166-8 hat 204 Seiten und verfügt über 201 schwarz-weiß Fotos und ein Farbfoto.

 

 

 

Band 3 zeigt Ansichten vom Kyffhäuser, von Lautenthal, Mansfeld, Mechthausen, Meisdorf, Neustadt/Harz, Nordhausen, Osterode, Osterwieck, Quedlinburg, Questenberg, Roßla, Rübeland, Sangerhausen, Sankt Andreasberg und Schierke. Das Buch mit der ISBN 978-3-7543-4652-5 hat 204 Seiten und verfügt über 203 schwarz-weiß Fotos und ein Farbfoto.

 

Band 4 zeigt Ansichten von Schulenberg, Stiege, Stolberg, Tanne, von Tieren im Harz, von Thale mit dem Bodetal, vom Torfhaus, von Trautenstein, Treseburg, Walkenried, Wernigerode, Wildemann, vom Wandern und Wintersport sowie von weiteren Darstellungen des Harzer Lebens und von Zorge. Das Buch mit der ISBN 978-3-7543-4863-5 hat 204 Seiten und verfügt über 201 schwarz-weiß Fotos und ein Farbfoto.

 

Alle 4 Bände haben einen Softcover-Einband und sind im Querformat von 21 x 15 cm erschienen. Jeder Band kostet 18,90 Euro und das entsprechende E-Book 8.99 Euro; alle Bücher sind überall im Buchhandel erhältlich oder zu bestellen.  Onlinebestellungen können bei Amazon oder über die Verlagsseite https://www.bod.de/buchshop/catalogsearch/result/?q=Bernd+Sternal vorgenommen werden.

 

Presse und Medien können unter folgendem Link Rezensionsexemplare kostenlos anfordern: https://www.bod.de/presse.html#smsTab_4

 

Unter diesem Link können übrigens auch Buchhandlungen kostenlose Leseexemplare für alle BüKunstwerke zwischen Natur und Mensch

27. Kunstausstellung „NATUR – MENSCH“ mit 45 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei/Skulptur vom 19. September bis 31. Oktober 2021 in Sankt Andreasberg

 

Die 27. Kunstausstellung „NATUR – MENSCH“ ist eröffnet. 45 Arbeiten aus den Bereichen Malerei, Grafik, Fotografie und Bildhauerei/Skulptur wird die diesjährige Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Umweltministers Olaf Lies vom 19.9. bis 31.10.2021 in Sankt Andreasberg zeigen. Bereits zum 27. Mal findet sie in den Räumen der Rathaus-Scheune, im anliegenden Rathaus und im Atrium der Andreaskirche in der Oberharzer Bergstadt und Nationalparkgemeinde Sankt Andreasberg statt. Sie ist täglich von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen.

 

In einer feierlichen Vernissage wurden am 18.9.2021 die Kunstpreise verliehen. Grußworte sprachen der Braunlager Bürgermeister Wolfgang Langer, der Harzer Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch, der Schirmherr der Ausstellung, Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies, Karl-Heinz Plosteiner, der Ortsvorsteher von Sankt Andreasberg, und Bärbel Zindel von der Sparkasse Hildesheim Goslar Peine.

 

Die Laudationes auf die Andreas-Preisträgerin und die beiden weiteren Preisträger hielt der Kurator Detlef Kiep, anschließend wurden die Preise durch den Umweltminister Olaf Lies gemeinsam mit Bärbel Zindel überreicht.

 

Der Andreas-Kunstpreis geht 2021 an Sarah Hillebrecht aus Bremen für ihre skulpturale Installation „Ergebenheit“. Die beiden weiteren Preise gehen an Ulrike Hüppeler aus Amtzell für ihre Ölmalerei „Lichtblick“ und an Tom Kretschmer aus Berlin für seine Lichtinstallation „Fraßbilder: Ips typographus & Homo sapiens“.

 

Eine fachkundige Jury hatte aus 430 Bewerbungen von professionellen Künstler*innen internationaler Herkunft die diesjährige Ausstellung NATUR – MENSCH zusammengestellt. Für die bewährte Konzeption sorgte wieder der Kurator Detlef Kiep.
 

Der diesjährige Andreas-Kunstpreis ist mit einem Preisgeld in Höhe von 2.000 € dotiert. Neben diesem wurden auch ein 2. und ein 3. Platz mit jeweils 500 € ausgelobt. Die Sparkasse führt damit auch im zweiten Jahr nach ihrer Fusion die erfolgreiche Kooperation mit dem Nationalpark Harz sowie der Stadt Braunlage fort und würdigt damit die Kunstausstellung als eine regional bedeutsame Kulturveranstaltung. Gleichzeitig zeigt sie ihre Verbundenheit mit der Harzer Landschaft und den Zielen des Nationalparks.

 

Ein wichtiger und langjähriger Partner ist der Regionalverband Harz. In seiner Funktion als niedersächsischer Landschaftsverband für das Gebiet des Landkreises Goslar fördert er die Kunstausstellung mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur. Wir danken auch dem Bergstadtverein Sankt Andreasberg und den Städtischen Betrieben Braunlage für die Aufbauhilfe und der Braunlager Tourismus- und Marketinggesellschaft Braunlage für die Unterstützung bei der Organisation der Ausstellung.

 

Die Jury setzte sich 2021 aus folgenden Persönlichkeiten zusammen: Prof. Karl Oppermann – Maler und em. Prof. der Universität der Künste Berlin, Dr. Peter Peinzger – Bildhauer und Philosoph, Jens Kilian – Maler und Leiter der Freien Akademie für Malerei Düsseldorf, Detlef Kiep – Maler und Grafiker, Wolfgang Langer – Bürgermeister der Stadt Braunlage, Dr. Roland Pietsch – Leiter des Nationalparks Harz und Walter Merz – Pastor Ev. Martini-Kirche.

 

Die Ausstellung ist traditionell dem Thema und positiven Spannungsfeld von Natur und Mensch gewidmet. Sie greift damit das besondere Anliegen der beiden Veranstalter Nationalpark Harz und Stadt Braunlage auf, die Menschen sowohl für den allgemeinen Umwelt- und Naturschutz als auch für die Wiederanreicherung menschlicher Lebensräume mit mehr Natur zu gewinnen. Mit den Mitteln der Kunst will die Ausstellung einen emotionalen Zugang zu nationalpark- und naturbezogenen Themen ermöglichen. Die Kunst ist gewissermaßen Seismograph, Pädagoge, Katalysator und Visionär zugleich. Weiteres Ziel ist es, einen Beitrag zur Regionalentwicklung für die Stadt Braunlage mit ihrem Ortsteil Sankt Andreasberg zu leisten. Hinzu kommen die Kooperation mit Künstler*innen und die daraus resultierende Multiplikationswirkung von Kunst, denn Künstler*innen sind wichtige Botschafter für den Naturschutz und die nachhaltige Entwicklung. In diesem Sinne macht die Verknüpfung von Naturschutz und Kulturerlebnis diese Ausstellung zu etwas ganz Besonderem.


„Konfis for future“ - Konfirmanden sammeln im Nationalpark Harz Müll

Altenau-Torfhaus. 33 Konfirmanden aus der Region Eichsfeld des Kirchenkreises Harzer Land und 12 Teamer waren jüngst mit Rangern des Nationalpark Harz bei Torfhaus unterwegs. Die jungen Menschen waren angetreten, die unliebsamen Überbleibsel, sprich den Müll, in der Natur einzusammeln. Dies geschah im Rahmen des Gesamtthemas „Perlen des Glaubens“, um sich für die Bewahrung der Schöpfung einzusetzen und ein Bewusstsein für Umweltschutz zu schaffen.

 

Nach einer kleinen Einführung in die Aufgaben und Ziele eines Nationalparks und seiner Ranger ging es dann für 2,5 Stunden auf die Suche nach Dingen, über die die Natur und ihre Bewohner nicht glücklich sind – Taschentücher, Masken, Zigarettenkippen, leere Dosen und vieles mehr.

 

Die einzelnen Teams wurden jeweils von einem Ranger, insgesamt 6, begleitet, wovon Diakon und Kursleiter David Scherger sehr begeistert war. „So sieht gut betreute Bildungsarbeit aus“, war seine Aussage am Ende der Veranstaltung. Aber auch die Nationalpark-Ranger waren begeistert von der guten Idee und der Einsatzbereitschaft der jungen Leute.

 

Am Ende der Veranstaltung überreichten die Ranger als Dank und Anerkennung des persönlichen Einsatzes der Konfirmanden eine Urkunde sowie ein kleines Erinnerungsgeschenk.

 

Am Nachmittag haben die Konfirmanden dann die Aktion ausgewertet und fiktive Mails entworfen, die Gott möglicherweise an die Menschen schreiben würde im Angesicht der Umweltzerstörungen auf dem Planeten.

 

„Alles in allem eine schöne Aktion, die hoffentlich Nachahmer findet“, so resümierte der Ranger Thomas Beck die Veranstaltung.

 

Jedes Jahr sammeln Ranger und Freiwillige mehr als 1.000 Säcke Müll an den Nationalpark-Wegen ein. Deshalb nehmt euren Müll bitte wieder mit nach Hause und werft ihn nicht in die Natur.

 

 

 

Wer sich darüber hinaus engagieren möchte: bei unserer ganzjährigen Müllsammelaktion NoTrash bedanken wir uns bei Naturfans, die helfen, den Nationalparkwald vom Müll zu befreien mit einem Sonderstempel der Harzer Wandernadel: https://www.nationalpark-harz.de/de/mitmachen/NoTrash-Antimuellaktion/

 

drei Fotos von der Aktion, Aufnahmen Nationalpark Harz.


Globaler Klimastreik am 24.09.2021 - ALLE STREIKEN MIT!

Am Freitag, dem 24. September 2021 gehen auch wir in Goslar, anlässlich des globalen Klimastreiks, wieder auf die Straße. Ziel ist es, kurz vor der Bundestagswahl noch einmal deutlich zu machen wie entscheidend die Wahl für die kommenden Jahre ist.

Dabei geht es vor allem um die junge Generation, welche die vollen Auswirkungen der Klimakrise zu spüren bekommen wird. Viele unter uns dürfen noch nicht wählen oder gehören der Generation von Wählern an, bei der die Stimme kaum ins Gesamtgewicht fällt.

In Deutschland sind etwa 60,4 Millionen Personen wahlberechtigt, doch nur 14,4 % der Wähler sind 18-91 Jahre alt und können für ihre Zukunft wählen.

Vor allem aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass wir auf die Straße gehen und zeigen wie wichtig die Wahlen auch für die Menschen sind, die ihre Zukunft noch vor sich haben.



Deshalb streiken wir.

Wann: 24. September 2021 um 15 Uhr
Wo: Startpunkt ist der Bahnhof in Goslar
Was: Es gilt das regelkonforme Hygienekonzept, welches besagt, dass ein Abstand von 1,5 m zu anderen Teilnehmer:innen eingehalten werden muss und eine FFP2 oder medizinische Maske getragen werden muss.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns unterstützen und bei Demo dabei.


Harzer Luchse – Verkehrsunfälle eine der häufigsten Todesursachen

Wernigerode. Die Harzer Luchspopulation hat sich in den vergangenen 20 Jahren sehr positiv entwickelt. Das  Vorkommen beschränkt sich nicht mehr nur auf das namengebende Mittelgebirge. Einige wenige Weibchen haben sich außerhalb des Harzes im Hils, Solling, Hainberg und Westerhöfer Wald etabliert und bringen dort Jungtiere zur Welt.

 

Die weitere Ausbreitung der Luchse verläuft jedoch nur langsam. Insbesondere die weiblichen Luchse schrecken oft davor zurück, den schützenden Mittelgebirgswald zu verlassen und wagen keine Wanderungen über weite offene Agrarflächen, um in das nächste größere Waldgebiet zu gelangen.

 

 

Dabei sind weite Wanderungen von Luchsen unbedingt nötig, um einen genetischen Austausch zwischen den Luchsvorkommen in Deutschland und Mitteleuropa zu erreichen. Einige der hier allesamt sehr kleinen Populationen leiden bereits unter Inzuchterscheinungen. „Die Harzpopulation verfügt derzeit noch über eine vergleichsweise große genetische Variabilität. Naturgemäß nimmt diese aber mit jeder Luchsgeneration nach und nach ab. Wir werden uns in den kommenden Jahren also zunehmend mit der Frage beschäftigen müssen, wie wir Luchspopulationen miteinander vernetzen und insbesondere die Ausbreitung der weiblichen Tiere fördern können“, berichtet Ole Anders, der Leiter des Luchsprojekts beim Nationalpark Harz. 

 

Ein weiterer Grund für die mäßige Ausbreitungsgeschwindigkeit von Luchsvorkommen dürfte der Straßenverkehr sein. 36 % aller in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt tot aufgefundenen Luchse wurden überfahren.

 

Grünbrücken und andere Querungshilfen

 

Untersuchungen mit sendermarkierten Luchsen zeigen außerdem, dass viele Tiere bei ihren Wanderungen vor dem Überqueren von Schnellstraßen zurückschrecken und vorher abdrehen. Doch auch die etwas mutigeren Tiere brauchen mitunter sehr lange, bis sie eine Möglichkeit gefunden haben, solche Straßen zu überwinden. Gelegentlich nutzen sie dafür Gewässerdurchlässe oder Wirtschaftswegunterführungen.  Gezielt errichtete Querungshilfen wie zum Beispiel Grünbrücken können helfen, Unfallschwerpunkte zu entschärfen. „Der Luchs und andere größere Wildtiere treffen meist dort auf die Straße, wo diese den Wald oder andere dauerhafte Vegetation schneidet“, erläutert der Luchs-Projektleiter. „Befindet sich dort eine Grünbrücke oder eine geeignete Unterführung, gelangen die Tiere meist auch gefahrlos über die Straße. Uns liegen inzwischen etliche Fotos vor, die belegen, dass Luchse Grünbrücken nutzen und wir sind froh, dass im Zuge von Straßenneu- und -ausbauten im Umfeld des Harzes zumindest einige dieser Bauwerke entstanden sind oder noch entstehen werden“, so Anders weiter.

 

Manchmal entstehen durch eigentlich gut gemeinte Baumaßnahmen jedoch auch regelrechte Todesfallen. „Jüngst“, berichtet Anders, „mussten wir einen toten Luchs einsammeln, der an einer Stelle überfahren wurde, wo ein Wildzaun an einer Bundesstraße im Landkreis Göttingen von einem Radweg unterbrochen wurde. Es ist recht wahrscheinlich, dass der junge Luchs durch diese Lücke auf die Straße gelangte, die er aufgrund des ansonsten stabilen Zaunes aber nicht mehr so einfach verlassen konnte.“

 

Anders spricht sich dafür aus, dass solche Gefahrzonen durch kluge Planungen bei zukünftigen Bauprojekten vermieden werden. Wann immer Wildunfallschwerpunkte an bestehenden Straßen entdeckt werden, sollte durch geeignete bauliche Veränderungen Abhilfe geschaffen werden.

 

Abbildungen: Luchse im Luchsgehege Rabenklippe, Foto Ole Anders; Schema einer Grünbrücke, Grafik Nationalpark Harz, Barth.


Forstmeister-Sietz-Weg im Nationalpark Harz wieder sicher und freigegeben

Wernigerode. Nachdem die Zuwegung zur Zeterklippe seit Juni 2021 wieder offen ist, erfolgte nun eine weitere Freigabe - sie beendet die hier aus Sicherheitsgründen leider nötig gewesene monatelange Wegesperrung.
Im Auftrag der Nationalparkverwaltung Harz beseitigte eine Spezialmaschine auf dem gesamten Forstmeister-Sietz-Weg alle Hindernisse. Die mehreren Kilometer lange Wegestrecke am Osthang des Renneckenbergs ist nun von umgeknickten und komplett umgeworfen trockenen Baumstämmen befreit.

 
"Natürlich konnten wir nicht jeden Ast wegräumen, aber Wandern und vorsichtiges Biken ist wieder möglich", so der zuständige Nationalpark-Revierleiter Martin Bollmann.
 
Der Bereich um den Forstmeister-Sietz-Weg hat sich inzwischen zu einem der schönsten Bereiche in der Naturdynamikzone des östlichen Nationalparkgebiets entwickelt.
 
Der ehemals mit PKW und LKW befahrbare Weg verläuft nun nur noch als schmaler Pfad oberhalb des Scheffelwegs und bietet neben der Möglichkeit zum naturnahen Wandern einen weiten Blick ins Land.

 

Foto der Sicherungsarbeiten, Aufnahme Nationalpark Harz.


Instandsetzung des Wegezugangs am Oderteich im Nationalpark Harz

Braunlage. Der Oderteich war bis Ende des 19. Jahrhunderts über einen Zeitraum von 170 Jahren die größte Talsperre Deutschlands, dient heute der Stromerzeugung und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele im Nationalpark Harz. Durch den enorm hohen Besucherandrang am Oderteich kam es zu erheblichen Schäden am Zugang vom Parkplatz Oderteich bis zum Südwestufer. Der Weg wurde breit ausgetreten, war verschlammt und Alternativwege entwickelten sich, die zu zahlreichen Trittschäden im Wald führten. Insbesondere im Frühjahr oder nach längeren Regenfällen fanden die Wanderer einen Wanderweg mit großen schlammigen Bereichen vor. Die Folge war, dass sich die Wanderer ihren Weg am Rand der Trasse gesucht haben und dadurch stellenweise Aufweitungen von 5 m Breite entstanden. Die einst zur Besucherlenkung errichteten Geländer waren zerstört und unwirksam.

 

 

Der geschädigte Wegeabschnitt wurde nun von den Mitarbeitern des Nationalparks Harz auf einer Länge von ca. 100 Metern durch Aufbringung von Granitgrus instand gesetzt. Hierbei handelt es sich um das im Untergrund geologisch anstehende verwitterte Gestein, das am Ufer des Oderteiches, insbesondere bei Niedrigwasser, gut sichtbar wird, so Kai Bauer, der als stellvertretender Fachbereichsleiter für die Maßnahme in der Nationalparkverwaltung zuständig ist. Mit der erfolgten Wegeinstandsetzung auf einer Breite von ca. 1,50 m dürfte nunmehr eine langfristig gute Begehbarkeit auch bei schwierigen Witterungsverhältnissen gegeben sein, so dass es nicht erneut zu einer ungewollten Wegeverbreiterung durch Wanderer kommt. Im Laufe der Jahre fällt das Wegebaumaterial farblich immer weniger auf, sagt Kai Bauer voraus.

 

 

Die gegenwärtig vollständig zurückgebauten Geländer sollen vorerst nicht wieder errichtet werden. Der Nationalpark Harz appelliert an alle Wanderer, das Wegegebotes im Nationalpark Harz einzuhalten und den nun bequem begehbaren Weg nicht zu verlassen.

 

Fotos Nationalpark Harz.


Ab Montag wieder Harzer Rotes Höhenvieh auf dem Brocken – Beweidung ausgewählter Flächen auf der Brockenkuppe mit Rindern des Brockenbauern Thielecke für den Biotopschutz

Brocken. Auch in diesem Jahr wird der Versuch zur Biotoppflege auf der Brockenkuppe mit dem Harzer Roten Höhenvieh fortgesetzt. Ziel ist es nach wie vor, den Bestand seltener Pflanzenarten der Brockenkuppe wie der Brockenanemone zu erhöhen, so Dr. Gunter Karste, der im Nationalpark Harz für das Projekt zuständig ist.

 

 

In den vergangenen zwei Jahren zeigte sich bereits, dass die Rinder nicht nur das Gras fressen, sondern auch die Grasnarbe durchtreten. Das ist für den Biotopschutz vorteilhaft, denn so entstehen relativ schnell grasfreie Standorte, die mit Brockenanemonen und Besenheide bepflanzt werden können. Dennoch wird auch in Zukunft die auf den nicht beweideten Flächen gebildete Biomasse auf dem Brocken durch den Landschaftspflegeverband Harz gemäht und abgefahren. Auf diese Art und Weise werden die konkurrenzstarken Gräser geschwächt und damit entsteht Raum, um die bedrohten Arten des Brockenplateaus vor dem Aussterben zu bewahren.

 

Weidebeginn wird der 30. August 2021 sein, gemäht wird Mitte September.

 

Foto von Dr. Gunter Karste, Nationalpark Harz


Der Frühjahrsbote des Brockens blüht schon Mitte August

Brocken. Es ist eigentlich nicht normal, dass man die Brockenanemone (Pulsatilla alpina ssp. alba) zusammen mit reifen Heidelbeeren fotografieren kann. Der Frühjahrsbote des Brockens, wie die Brockenanemone auch genannt wird, blüht normalerweise im Mai. In den letzten 10 bis 15 Jahren blühte sie allerdings oft ein zweites Mal auch im Sommer. Sicher ist der Klimawandel mit den veränderten Witterungsabläufen die Ursache für dieses Phänomen.

 

Brockenanemone und Heidelbeeren

 

Nicht nur Brockenanemonen, sondern auch Edelweißarten, Glockenblumen, Enziane, Leimkräuter und Flockenblumen aus verschiedenen geografischen Regionen kann man sich auf dem Brocken im Brockengarten Montag bis Freitag  jeweils um 11.30 und 14 Uhr ansehen. Allerdings ist hierfür eine telefonische Anmeldung unter der Nummer 0170 570 9015 erforderlich.

 

An den Wochenenden begleiten die Ranger durch den Garten. Für eine Rangerführung auf dem Brocken mit Gartenbesichtigung muss man sich unter der Telefonnummer 039455 50005 anmelden.

 

Foto von Dr. Gunter Karste (Nationalpark Harz)


Neue Reiseführer „Harz“ und „Wernigerode“ erschienen

„Manchmal ist mehr weniger“ oder „Lasst Euch nicht vom ersten Eindruck täuschen!“ Mit diesen für einen Reiseführer eher ungewöhnlichen Informationen geleitet jetzt ein neuer Stadtführer aus dem Schmidt-Buch-Verlag auf wahrhaft rätselhafte Weise seine Leser rund ums Rathaus. Und ein zeitgleich erschienener neuer Harz-Reiseführer verrät unter anderem, wo man Wilde Stinker essen kann und warum es sich empfiehlt, flüssige Holzkohle nur als Nichtkraftfahrer zu trinken.

 

Reiseführer Wernigerode und Harz

 

Um kurzweilig-unterhaltsam Appetit auf Wernigerodes Historie und Sehenswürdigkeiten zu machen, haben die Autoren Marion und Thorsten Schmidt die Rätsel-Tour „Wer war Wilhelm Weber?“ entwickelt. Diese ist dem Reiseführer vorangestellt und macht auf 16 Seiten spielerisch mit Details rund um das Rathaus und historischen Persönlichkeiten vertraut, bis man – richtige Antworten vorausgesetzt – am Ende das Geheimnis um die wahre Identität des mysteriösen Fremden aus Thüringen lüftet. Alles fußt übrigens auf einer wahren Begebenheit im 18. Jahrhundert.

 

Neben den vielen Informationen zu den Harzer Orten und Sehenswürdigkeiten enthält die zweite Neuerscheinung, ein Harz-Reiseführer, auch einige Wander-, Fahrrad- und Mountainbike-Routen inklusive Höhenprofilen und Tourdaten sowie Citypläne, die man auch auf dem Smartphone nutzen kann. Besonderes Schmankerl sind drei ebenso liebevoll wie faktenreich beschriebene Erlebnis-Autotouren, gespickt mit zahllosen „geheimen“ Tipps und persönlichen Hinweisen. auch der Nationalpark Harz ist natürlich dabei.

 

Die beiden neuen Reiseführer werben auf 112 Seiten (Wernigerode) und 128 Seiten (Harz) für die beliebte Urlaubsregion und helfen darüber hinaus mit, die Harzer Wälder behutsam wieder aufzuforsten. Denn mit diesen neuen Titeln stellt der Wernigeröder Verlag sein Buchprogramm auf klimaneutrale Produktion um. Zum Ausgleich von nichtvermeidbaren Treibhausgasemissionen unterstützt der Verkauf der neuen Bücher diverse Baumpflanzaktionen des Vereins Bergwaldprojekt im Harz.

 

Erhältlich sind die neuen Reiseführer überall im stationären und Online-Buchhandel sowie in Touristinformationen.

 

Marion und Thorsten Schmidt

Wernigerode - Der Stadtführer

 

Schmidt-Buch-Verlag August 2021

112 Fotos, 2 Entdecker-Touren, 1 Rätsel-Spiel, Brocken-Wanderkarte, Cityplan – auch für Smartphones, Detailplan Klint und Bürgerpark, Grundriss St.-Sylvestri-Kirche und Schloss

112 Seiten, Format 120 x 190 mm, Klappenbroschur (8 Seiten)

ISBN 978-3-9945974-29-2, 8.90 Euro

 

Marion und Thorsten Schmidt

Harz - Der Reiseführer

 

Schmidt-Buch-Verlag August 2021

99 Farbaufnahmen, 18 Grafiken, 4 Citypläne, 1 Karte zur Oberharzer Wasserwirtschaft, 1 Straßenkarte, 1 Streckennetzplan der HSB, Internet-Adressen

128 Seiten, Format 120 x 190 mm, Klappenbroschur (8 Seiten)

ISBN 978-3-9945974-31-5, 11.90 Euro


BUND kritisiert unzureichenden Klima-, Natur- und Umweltschutz

Magdeburg. CDU, SPD und FDP haben vergangene Woche den Entwurf für einen Koalitionsvertrag für die kommende Legislaturperiode in Sachsen-Anhalt vorgelegt. Die erste Analyse des BUND ergab, dass die notwendigen Schritte zum Klima-, Natur- und Umweltschutz darin weitgehend fehlen oder nur schwammig formuliert sind.

Weder das dringend notwendige Vorziehen des Kohleausstieges auf 2030 noch ein verstärkter Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Ökolandbau oder konkrete Maßnahmen gegen den Rückgang der biologischen Vielfalt sind in dem Entwurf zu finden. Dagegen sollen Rahmenbedingungen für mehr Infrastrukturprojekte verbessert, Naturgips im Südharz abgebaut und dafür die Rechte der Bürger*innen und Naturschutzverbände durch Planbeschleunigungen und Änderungen der Verbandsbeteiligungen beschnitten werden. 

Unter dem Deckmantel „Grüner Wasserstoff“ will man „technologieoffen“ synthetische Kraftstoffe und alle Arten von Wasserstoff fördern. Bei der Mobilität steht man dem Neubau von Fernstraßen wohlwollend gegenüber, der Alleenschutz soll aufgeweicht werden. Beim Autoantrieb wird statt auf E-Antriebe wieder auf „technologieoffen“ gesetzt. Zahlreiche Gesetze mit Naturschutzbezug sollen für diese neoliberale Politik geändert werden. 

Ralf Meyer, Landesvorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt: „Die Welt steht Kopf. Die dramatischen Überschwemmungen und die gewaltigen Waldbrände der letzten Monate sind auf unseren Umgang mit diesem Planeten zurückzuführen. Die Alarmglocken läuten Sturm, doch CDU, SPD und FPD scheinen sie in Sachsen-Anhalt nicht hören zu wollen. Die Koalition will gar bestehende Minimalkompromisse aufweichen und Regelungen im Naturschutzrecht zurückdrehen.“

Ein Kohleausstieg deutlich vor 2038 wird abgelehnt, stattdessen soll das Kohleausstiegsgesetz “angepasst“ werden, wenn die Kosten der Energieversorgung mit regenerativen Energieträgern zu hoch werden. Dabei kommen die Folgen der Klimakrise unserem Land viel teurer zu stehen, als wirksame Maßnahmen zu ergreifen, um den Ausstoß von Klimagasen zu reduzieren. 

Im Vertragsentwurf dominiert eine einseitige rückwärtsgewandte Ausrichtung auf die Wirtschaft. So droht der weltweit einmalige Gipskarst und damit das Biosphärenreservat im Südharz der Bauindustrie geopfert zu werden. An dem Ziel, die Elbe als Wasserstraße zu vertiefen, wird weiter festgehalten, obwohl kaum noch Güter auf dem Fluss transportiert werden. Die Parteien bekennen sich zum Flughafen Leipzig-Halle, lassen aber konkrete Maßnahmen zum Schutz der Bürger*innen der umliegenden Gemeinden vor zunehmenden Fluglärm vermissen. 

Das Klimaschutzurteil des Bundesverfassungsgerichtes im vergangenen Frühjahr und der gerade veröffentlichte IPCC-Bericht machen deutlich, dass politisch Verantwortlichen jetzt Maßnahmen ergreifen müssen, die ausreichen, um auch den nachfolgenden Generationen ein gutes Leben zu ermöglichen. Der BUND Sachsen-Anhalt fordert die Koalitionäre auf, den aktuellen Vertragsentwurf in eine Strategie für zukunftsfähiges Sachsen-Anhalt zu verwandeln.


Wolf-Station am Naturmythenpfad Braunlage wiedereröffnet
Neuer Standort im jungen Laubwald für den "Mythos Wolf"

Der Waldwandel zur Wildnis und notwendige Sicherungsmaßnahmen haben das Antlitz des beliebten Naturmythenpfads bei Braunlage in den letzten Jahren verändert. Zeitweilig waren Sperrungen einzelner Mitmachstationen notwendig. Nun lädt die Wolf-Station am neuen Standort wieder zum Erkunden ein. Damit sind insgesamt wieder neun Mitmachstationen auf dem Naturmythenpfad für große und kleine Naturfreunde geöffnet, so Dr. Roland Pietsch, der neue Leiter des Nationalparks Harz.


Die Wolfsstation auf dem Naturmythenpfad bei Braunlage lädt ein, den 'Mythos Wolf' zu erkunden (Foto: Thomas Schwerdt)

Mythen gehören wie Sagen und Märchen zum ältesten Kulturgut der Menschen. Sie geben Einblick in seine Gedanken und Gefühle und drücken aus, wie er sich seine Umwelt erklärte. Unser „mythisches Erbe" erlaubt uns einen Blick auf das Verhältnis von Mensch und Natur im Laufe der Geschichte. Den Spuren dieser Beziehung kann man auf dem Naturmythenpfad bei Braunlage folgen.

Auch auf diesem Natur-Erlebnispfad des Nationalparks Harz hat der Waldwandel verstärkt eingesetzt. Da das Gebiet im Borkenkäfersicherungsstreifen liegt, wurden betroffene Fichten-Bestände zum Schutz angrenzender Wirtschaftswälder sensibel entnommen. Aus diesem Grund musste auch die Wolf-Station abgebaut werden.

Nun ist ein neuer Standort im jungen Laubwald gefunden. Mit vereinten Kräften haben der Nationalpark mit den Mitarbeitern des Nationalpark-Jugendwaldheims Brunnenbachsmühle und sein Kooperationspartner, die Deutsche Angestellten-Akademie mit Teilnehmern der AGH Mythenweg, die Elemente der Wolf-Station wieder aufgebaut. Auf dem „Weg der Wölfe" erfährt man mehr über die Wolf-Mensch-Beziehung im Wandel der Zeiten. Die Besucher*innen können nun wieder den Fragen nachgehen „Wer hat Angst vorm bösen Wolf? Oder ist es der Mensch, der beängstigend ist? Verbindet Wolf und Mensch vielleicht viel mehr, als wir ahnen?".


Auch die Verfolgung des Wolfs wird thematisiert (Foto: Thomas Schwerdt)

 


Waldbibliothek zum Mythos Wolf (Foto: Sandra Meckbach-Wolter)

 


Gut oder Böse? (Foto: Sandra Meckbach-Wolter)

Übersichtskarte Naturmythenpfad


Übersichtskarte Naturmythenpfad 2021 (Quelle: Nationalpark Harz)


Neue Sitzbank am Ferdinandsstein - Wanderziel mit Stempelstelle, Wolfshistorie und Aussicht in das nördliche Harzvorland

Ilsenburg. Am Schindelstieg nahe des Grenzweges bei Ilsenburg befindet sich der Ferdinandsstein. Die Granitklippe mit dem markanten Namens-Schriftzug ist dafür bekannt, dass hier in der Nähe 1798 der letzte freilebende Wolf des Harzes erschossen wurde. Mittlerweile sind vereinzelte Wölfe wieder im Harz angekommen und die Harzer Wolfsgeschichte geht weiter. Nun lädt auch eine neue Bank am Ferdinandsstein zum Verweilen ein.



Am Schindelstieg gleich neben der Stempelstelle 16 der Harzer Wandernadel weihte der Harzklub-Zweigverein Ilsenburg zusammen mit dem Nationalpark Harz jüngst die neue Sitzbank ein. "Den Wanderern bietet sich hier eine tolle Aussicht in das nördliche Harzvorland", verriet der örtlich zuständige Nationalpark-Revierleiter Martin Bollmann. Werkstattleiter Jens Geffert, der auch für den Bau der Bank verantwortlich zeichnet, sowie Harzklub-Zweigvereinsvize Maik Künne schraubten derweil noch eine Gedenkplakette an der Bank fest. Herzlichen Dank an den Sponsor aus Gifhorn!

Ähnlich wie beim Luchs hat es nach den Abschüssen der letzten Exemplare auch beim Wolf mehr als 200 Jahre gedauert, bis die Tiere wieder durch die Harzregion streifen. Während beim Luchs mit einem erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekt nachgeholfen wurde, muss sich der Wolf von allein etablieren. Seit einigen Jahren gibt es sowohl in Niedersachsen als auch in Sachsen-Anhalt wieder etliche Wolfsnachweise im Harz – vor allem am nördlichen Harzrand und im Südharz. Im Nationalpark-Gebiet gab es das erste bestätigte Fotofallenbild am 13.3.2020 zwischen Zeterklippen und Hohnekamm.

Rund um den Ferdinandsstein hat im Jahr 2019 eine starke Naturdynamik eingesetzt. Die umliegenden Alt-Fichtenbestände sind großflächig abgestorben. Die Natur zeigt jedoch, dass dies nicht das Ende des Waldes bedeutet. Zahlreiche Jungbäume setzen bereits neue Farbtupfer.

Foto  Martin Bollmann, Nationalpark Harz.


Nationalpark Harz mit neuer Leitung - Umweltminister Lies und Umweltministerin Dalbert stellen Dr. Roland Pietsch vor –

Am (heutigen) Montag hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies die neue Leitung des Nationalparks Harz, Dr. Roland Pietsch, in das Amt eingeführt. Minister Lies blickt positiv auf die kommende Zusammenarbeit: „Roland Pietsch bringt profundes Wissen, Weitblick und Vernetzungsfähigkeit mit – eine tolle Aussicht für den Nationalpark Harz.“

„Im Harz kann man die Klimakrise spüren und sehen. In einer Zeit großer Veränderungen im Nationalpark, in einer Zeit, in der wir beobachten, wie sich die Waldwildnis an die Klimaveränderungen anpasst – in dieser Zeit geht die Leitung in die fachkundigen Hände von Dr. Pietsch. Ich wünsche ihm viel Kraft, Ausdauer und immer wieder neue Ideen. Ich bin überzeugt, dass er es schaffen wird, im Dialog die Menschen vor Ort und die Gäste weiterhin für den Nationalpark zu begeistern.“, blickt auch Claudia Dalbert, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, positiv auf die neue Leitung.

Pietsch absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und studierte Forstwissenschaften und Waldökologie, um anschließend in Forstwissenschaft zu promovieren. Von 2002 bis 2007 war er Geschäftsführer der NABU Naturschutzstation e.V. und des Besucherzentrums Kranenburg (Niederrhein). Darüber hinaus war er als Kooperationsberater für Natur- und Umweltschutz und als Lehrbeauftragter an der Hochschule Rhein-Waal tätig. Ab 2014 war Pietsch Leiter des Referats „Naturschutz“ bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Koblenz.

Minister Lies: „Dr. Pietsch bringt viel Erfahrung bei der Koordination von Projekten mit, aber auch in Themen des Natur- und Landschaftsschutzes. Deshalb bin ich überzeugt, dass der Nationalpark Harz auch weiterhin ein starker Partner für Naturschutz in der Region bleiben wird. Auch, wenn wir für die Amtseinführung nicht in dem großen Rahmen zusammenkommen konnten, den man sich wünscht: Ich wünsche Herrn Dr. Pietsch alles Gute und freue ich mich auf die Zusammenarbeit.“

 


Klimakrise und Hochwasser am Nordharz – Was kommt da noch auf uns zu? Kann Ahrweiler auch im Harz passieren? Brauchen wir neue Talsperren im Harz? Vortrag von Dr. Friedhart Knolle am 9.8.2021 ab 19 Uhr in Othfresen

Liebenburg - Othfresen. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Gesellschaft – darin sind sich die meisten Forscher und Verantwortlichen einig. Doch was bedeutet das konkret und auf den Nordharz bezogen? Auf Einladung der Kandidatin und Kandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für die Gemeinderatswahl Liebenburg beleuchtet der Geologe Dr. Friedhart Knolle vom BUND-Regionalverband Westharz am Montag, 9.8.2021 ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Othfresen (Graseweg 3 in 38704 Liebenburg) Fakten, Hintergründe und Zukunftsaussichten des Themas am Beispiel des Nordharzes.

 

 

Bereits vor vielen Jahren wurde im Rahmen der forstlichen und Nationalpark-Borkenkäferdiskussionen angemerkt, dass auch im Harz die Zahl der Tropentage, d. h. der Tage mit einem Maximum der Lufttemperatur von über 30 °C, zunimmt. 2003 war es dann auf dem Brocken so warm wie noch nie. Die Wetterstation Brocken meldete am 12.8.2003 eine Maximaltemperatur von 28,2 °C – damit wurde die aus dem Jahr 1992 stammende Rekordtemperatur eingestellt. An drei Tagen hintereinander wurde die 25 °C-Marke überschritten – das hatte es auf dem Brocken nie zuvor gegeben. Der Deutsche Wetterdienst nannte es das „Superjahr 2003“. Am 20.7.2006 überschritt die Temperatur auf dem Brocken erneut die Marke von 28 °C. Insgesamt war der Juli 2006 der heißeste seit Menschengedenken registrierte Juli im Harz. Und so ging es weiter – mit weiteren Temperaturrekorden, vermehrten Hochwässern, einer verstärkten Borkenkäferaktivität, sinkenden Grundwasserspiegeln im Harzvorland und kritisch leeren Talsperren im Harz. Es wird offensichtlich, dass wir nicht aufmerksam genug auf die Klimaforscher gehört haben. Denn mittlerweile sprechen viele Forscher nicht mehr von Klimawandel, sondern von einer Klimakrise. Wasserdefizite und vermehrte Hochwässer sind nur einige der Folgen, mit denen wir bald vermehrt zu tun haben werden. Welche Bedrohung Hochwässer bedeuten, mussten wir erst im Juli u. a. in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz machtlos mit ansehen. Auch die Ausbaupläne der Harzwasserwerke für die Grane- und die beiden Innerstetalsperren werden angesprochen.

Der Vortrag findet als öffentliche Veranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen für die Gemeinderatswahl Liebenburg statt. Die Kandidatin und Kandidaten Nadeshda Plaschke, Claas Rühling und Marco Rehberg werden sich vorstellen und den Vortrag einleiten. Auch der Landratskandidat von Bündnis 90/Die Grünen für Goslar, Mathias Schlawitz, steht für Fragen zur Verfügung.

 

Foto: Hochwasser in Goslar 2017, Foto Cramer.


Tote Bäume sind Lebensräume - neue Artenvielfalt im Wald

Rund 20 bis 30 % aller Waldbewohner sind direkt auf Totholz angewiesen. Viele von ihnen sind in Deutschland gefährdet. Sie profitieren von den durch Klimawandel und Borkenkäfer abgestorbenen Bäumen. Die stehenden und liegenden Stämme bilden eine wichtige Grundlage für eine artenreiche neue Waldwildnis.

Totholz ist eine wichtige Nahrungsquelle und Lebensraum für viele Pilze, Insekten und Mikroorganismen. Sie zersetzen das Holz der toten Fichten nach und nach. So machen sie die Nährstoffe für andere Pflanzen verfügbar. Gegenspieler der Borkenkäfer wie der Ameisenbuntkäfer und viele weitere Insekten entwickeln sich im Holz und unter der Rinde. Ein Viertel aller in Deutschland lebenden Käferarten sind auf Holz verschiedener Zerfallsstadien angewiesen. Auch zahlreiche Wildbienen nutzen Totholz für ihre Brut. Zwischen den morschen Stämmen finden zahlreiche Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere wie Wildkatze oder Luchs Unterschlupf.   

Die Mopsfledermaus hat ihre Wochenstuben und Schlafquartiere bevorzugt unter der abstehenden Borke noch stehender Totholzbäume. Auf den Freiflächen geht sie auf Jagd nach Mücken oder Nachtfaltern. Lichtliebende Pflanzen bieten mit ihren Blüten Schmetterlingen, Wildbienen und vielen weiteren Tieren einen reich gedeckten Tisch.

 

Auch der Schwarzspecht gehört schon heute zu den Gewinnern des Waldwandels. Er hat im Totholz lebende Insekten zum Fressen gern und zimmert seine Höhlen in die Stämme. Diese Baumhöhlen bieten in den darauffolgenden Jahren noch vielen anderen Tieren einen willkommenen Nistplatz oder dienen als Wohn- und Winterquartier, zum Beispiel für Siebenschläfer oder den Raufußkauz.  

Grafik von Mandy Gebara, Nationalpark Harz, und das Foto mit jungen Raufußkäuzen im Totholz (Foto Caren Pertl).


Sehr pünktlich und erkenntnisreich - Grüne fahren mit dem Zug rund um den Harz

Goslar - Osterode. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die bessere Anbindung des Harzes an den Fernverkehr der Deutschen Bahn haben Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen  aus Herzberg, Osterode, Clausthal, Goslar und Nordhausen mit der Bundestagskandidatin Karoline Otte am Sonntag, den 18.7. eine komplette Umrundung des Harzes mit dem Zug durchgeführt.  Start und Ziel war Osterode am Harz Mitte, wo um 8.47 losgefahren wurde und die Fahrt um 15.47 auch ihren Abschluss fand. Doris Köplin, Grüne Altkreis Osterode dazu: „Es ist großartig, dass man den Harz so kostengünstig an einem Tag mit nur einem Ticket umrunden kann.“  Die  Rundfahrt  zeigte die unglaubliche kulturelle und landschaftliche Vielfalt des Harzumlandes auf, von der Goslarer Altstadt vor der Bahnhofstür über das Schloss Wernigerode und die weithin sichtbaren Kirchtürme von Halberstadt, die Stadtmauertürme von Aschersleben, die Haldenlandschaften im Mansfeldischen bis hin zu den vielfältigen Gipskarsterscheinungen entlang der Süd- und Westharzstrecke – alles gut bis sehr gut während der Fahrt zu sehen. Alle  Züge waren auf die Minute pünktlich und überwiegend gut bis sehr gut genutzt, die Toiletten funktionierten, das Personal war höflich und freundlich – alles Punkte, die man im Grund als selbstverständlich bei einer Bahnfahrt voraussetzt, die aber leider nicht immer zutreffen.

 

 

Sinn und Zweck der Rundfahrt war es auf die dringend notwendige durchgreifende Verbesserung der Anbindung des Mittelgebirges an den Fernverkehr der Deutschen Bahn und die deutliche Nachbesserung des „Deutschland-Taktes“, aufmerksam zu machen. Andererseits bot die Rundreise die Gelegenheit, sich über die heute vorhandenen Stärken und Schwächen des Schienenverkehrs rund um den Harz zu informieren. Hierfür hatte man mit Michael Reinboth von der „Initiative Höchste Eisenbahn Südharz“ einen ausgesprochen kenntnisreichen Reiseleiter gewinnen können, der unterwegs auf positive wie negative Punkte hinwies. 

 

Reinboth machte immer wieder  auf Schwächen der Infrastruktur aufmerksam. Dazu gehören fehlende Begegnungsmöglichkeiten auf eingleisigen Abschnitten, die einer Verbesserung der Fahrpläne  und Pünktlichkeit der Züge im Wege stehen. Dies gilt unter anderem für die Strecken Braunschweig – Herzberg und Magdeburg – Sangerhausen. Eine Fahrplanverdichtungen auf der Strecke Hannover – Goslar – Halberstadt – Halle  könnte Anschlüsse in den Relationen Südharz - Hannover und Nordharz - Erfurt verbessern.  Dazu äußerte sich Rüdiger Neitzke (Grüne Nordhausen): “Um die Bahn zukunftsfähig zu machen, ist, wo  überhaupt möglich, der konsequente zweigleisige Ausbau der bestehenden Strecken  notwendig. Als Beispiel nannte er die Strecke Nordhausen –Walkenried.

 

 

Weitere wichtige Erkenntnisse betrafen die Aufenthaltsqualität der Bahnhöfe. So fällt der Bahnhof Goslar, als wichtigster und aufkommensstärkster Knoten am Nordharzrand, mit seinem Umfeld signifikant gegen vergleichbare Stationen wie Halberstadt und sogar Aschersleben ab. Am Busbahnhof gibt es nur Pappschilder anstelle von elektronischen Anzeigern, der Vorplatz ist belebt, aber ungepflegt, die Bahnsteigtreppen sind vermüllt, Personal für die Beratung der äußerst zahlreichen Umsteiger fehlt völlig, öffentliche Toiletten gibt es nicht – kein Aushängeschild für das UNESCO-Weltkulturerbe. Ganz anders Halberstadt, wo sich sogar eine Bahnhofsmission um hilfebedürftige Fahrgäste kümmert. Es ist schier unbegreiflich, dass man eine solche Drehscheibe wie Goslar so im Stich lässt.

 

Kaum fassbar auch, wie sehr man auf Knotenbahnhöfen wie Herzberg, Salzgitter-Ringelheim und Sandersleben allein gelassen wird. Am Tag der Rundfahrt lief alles wie am Schnürchen – das aber ist, wie alle am eigenen Leibe schon erfahren haben, nicht immer so. Es ist unangenehm für den anreisenden Gast, womöglich bei schlechtem Wetter und bei Dunkelheit hier zu landen, wenn Anschlüsse nicht erreicht wurden. Dazu Bundestagskandidatin Otte: „Ansprechpersonen an den Bahnhöfen, könnten die Barrierefreiheit maßgeblich verbessern und dafür sorgen, dass sich alle am Bahnhof zurecht finden und sich sicher fühlen.“

 

Auch bei den Stationen an der Strecke ergibt sich ein sehr unterschiedliches Bild. Glänzend Ellrich mit seinem zur Feuerwehr umfunktionierten Ensemble, welches gleichwohl aber auch Reisenden Schutz bei schlechtem Wetter bietet, mehr als dürftig dagegen unter anderem Herzberg, wo man dem Verfall des Bahnhofsgebäudes quasi zusehen kann, Sandersleben mit seinen rundherum zugenagelten Fenstern, Hettstedt…  Was außerdem fehlt, sind Hinweise zu touristischen Highlights und wie sie vom jeweiligen Bahnhof zu erreichen sind.

 

Die Bahn ist, so der allgemeine Eindruck, bei intakter Infrastruktur und zuverlässigem Verkehren ein geradezu ideales Verkehrsmittel, um an den Harzrand zu reisen und dann mit den Busverbindungen in das Innere des Gebirges vorzustoßen. Aber es fehlen lang laufende Zugverbindungen, welche die Zahl der Umstiege reduzieren helfen – und es fehlen vor allem durchgehende Fernzüge, wie sie andere touristische Destinationen wie Nord- und Ostseeküste, Schwarzwald und Alpen selbstverständlich haben.

 

Fazit: Der Bahnverkehr rund um den Harz ist nicht schlecht aufgestellt, schöpft jedoch das Potenzial, welches vor allem Urlauber und Tagesausflügler bieten, bei weitem noch nicht aus. Dazu Almut Mackensen (Grüne Altkreis Osterode): „Heute ging es „einmal um den Harz“, anscheinend aber sonst an entscheidenden Stellen viel zu selten, denn mit dem geplanten Deutschlandtakt für den Bahnverkehr, wird es für den Harz fast nur Verschlechterungen geben.“  Konkret wurden dann die Forderungen mit der Vorstellung eines Musterfahrplans für Nordhausen durch Rüdiger Neitzke, Kreistagsfraktionsvorsitzender Nordhausen, mit dem er unter anderem Direktverbindungen nach Frankfurt, Berlin und Dresden fordert.


Die GRÜNEN sehen nach dieser Rundfahrt mehr denn je Gründe, sich für einen besseren Schienenverkehr rund um den Harz und verlässliche Anschlüsse an den Fernverkehr in den und aus dem Harz heraus stark zu machen, und werden dies auch tun.

 

Aufnahmen: Michael Reinboth.


Rangerstation Scharfenstein öffnet ab 17. Juli an den Wochenenden - Bauarbeiten verzögern geplanten Öffnungstermin

Wernigerode - Ilsenburg. Eigentlich wollten die Ranger der Station Scharfenstein den beliebten Wanderer-Zwischenstopp schon an diesem Wochenende wieder öffnen. Aktuelle Bauarbeiten verzögern dies jedoch. Entgegen einer Meldung in der lokalen Presse wird die Rangerstation Scharfenstein deshalb nicht ab 10. Juli, sondern erst ab 17. Juli 2021 wieder vorerst an den Wochenenden für Besucher geöffnet sein. Wir freuen uns dann auf Ihren Besuch!

Weitere Informationen: https://www.nationalpark-harz.de/de/besucherzentren/scharfenstein/

Foto: Evelyn Borsch.


Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bewandert am Sonntag den Goetheweg - Nationalpark bittet insbesondere Radfahrer um Rücksicht

Am Sonntag, 4.7.2021 wird der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Begleitung der Ministerpräsidenten der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt Stephan Weil und Reiner Haseloff eine länderübergreifende Wanderung vom Brocken zum Wurmberg vornehmen. Er wird gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern in wechselnden Gruppen wandern, die mit ihm bzw. den beiden Ministerpräsidenten ins Gespräch kommen. Der erste Wegeabschnitt führt über den Goetheweg, der gern zum Wandern und Radfahren genutzt wird.

 

Aus diesem Grund kann es in den Mittags- und Nachmittagsstunden auf dem Goetheweg zu  Einschränkungen kommen, die aus Gründen der Sicherheit auf den schmalen und z.T. steilen Wegeabschnitten des Goetheweges unausweichlich sind. Wir bitten daher, dass an diesem Tag alle Radfahrerinnen und Radfahrer den Goetheweg meiden oder bei der Passage der Gruppe bitte vom Rad absteigen und schieben.

 

Vielen Dank für Ihr Verständnis!


Vollsperrung der B 27 zwischen Bad Lauterberg und Braunlage im Bereich der Odertalsperre

Die Nationalparkverwaltung Harz führt in der Zeit von 28.6. bis 2.7.2021 Verkehrssicherungsarbeiten entlang der B 27 im Bereich der Odertalsperre durch. Entgegen der ersten Einschätzung stellt sich jetzt die notwendige Arbeit so umfangreich dar, dass sie nur mit einer Vollsperrung zu bewältigen ist.



Daher müssen die Verkehrsteilnehmer der ausgeschilderten Umleitung der B 27 folgen, d.h. von Bad Lauterberg kommend kurz vor dem Ortsausgang in Richtung Sankt Andreasberg, Sonnenberg, Oderteich und anschließend Richtung Braunlage fahren und umgekehrt. Von Braunlage bis zur Odertaler Sägemühle ist die Straße frei. Von Bad Lauterberg kommend bis zur Staumauer der Odertalsperre ist der Verkehr für Anlieger frei.

Aufgrund der Trockenheit der letzten Jahre sind Bäume abgestorben bzw. so stark geschädigt, dass sie auf die Straße zu fallen drohen und die Kraftfahrer gefährden könnten. Daher müssen diese Bäume entnommen werden. Dazu werden Spezialmaschinen eingesetzt, die auf der Straße stehen und die Bäume fällen.

Die Nationalparkverwaltung Harz bittet alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

Foto Jens Oehmigen.


Presseinformation des BUND Thüringen: Siebenschläfertag – Gutes Zeichen für den verwandten Gartenschläfer

Erfurt/ Berlin. Anlässlich des Siebenschläfertags am 27. Juni ziehen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung eine Zwischenbilanz ihrer gemeinsamen „Spurensuche Gartenschläfer“. Der Siebenschläfertag verdankt seinen Namen jedoch nicht der Schlafmaus, sondern einer christlichen Legende, erklärt Andrea Andersen, Verantwortliche für die Freiwilligeneinbindung im Projekt: „Die Nagetiere haben eines gemeinsam mit den sieben Christen, die angeblich im dritten Jahrhundert in einer Höhle eingemauert wurden und dort 195 Jahre schliefen. Siebenschläfer, die ihren Namen nach der Legende erhalten haben, und auch ihre kleinen Verwandten, die Gartenschläfer, halten um die 195 Tage Winterschlaf. Seit Jahrzehnten gehen die Bestände der Gartenschläfer drastisch zurück, sodass sie heutzutage stark gefährdet sind. Um die Ursache ihres Verschwindens zu erforschen, ist das Projektteam seit 2018 auf Spurensuche.“ 


Quelle "Jiří Bohdal"

In der Erforschung des Gartenschläfers wird innerhalb des Projektes, das im Bundesproramm Biologische Vielfalt gefördert wird, auf verschiedene Techniken gesetzt: So startete im Mai 2021 die akustische Untersuchung der Gartenschläfer, bei der empfindliche Mikrofone zum Einsatz kommen. Dazu berichtet Johannes Lang von der Justus-Liebig-Universität Gießen: „Die Installation unserer getarnten Geräusche-Logger erfolgt von einem Baum oder Pfosten aus. Aktuell sind wir noch in der Testphase und vergleichen zwei unterschiedliche Geräte miteinander. Die gesammelten Daten werden anschließend am Computer aufbereitet und eine künstliche Intelligenz darauf trainiert, die Gartenschläfer-Rufe automatisch zu erkennen. Bisherige Erfahrungen zeigen, dass in warmen Sommernächten vor allem rund um Köln und Bonn, aber auch in Wiesbaden und Mainz das markante Quieken, Pfeifen und Murmeln von Gartenschläfern zu hören ist.“ 

Außerdem sind seit Kurzem Gartenschläfer in Wiesbaden, in Bonn und im Nationalpark Harz für die Wissenschaft „auf Sendung“: Einige Tiere tragen winzige Funkhalsbänder. Dadurch können ihre Schlafplätze gefunden und nächtliche Streifzüge dokumentiert werden. Das Projektteam erhofft sich aus diesen Daten Erkenntnisse zu gewinnen, die zum Schutz der kleinen Langschläfer eingesetzt werden können.

Nicht nur Forschende, sondern auch Bürgerinnen und Bürger können sich innerhalb des Projektes für den Gartenschläfer einsetzen und ihre Sichtungen und Spurenfunde online melden. So wurden seit April 2019 bereits mehr als 4.800 Hinweise an die Meldestelle mitgeteilt. Das ist ein gutes Zeichen für den kleinen Verwandten des Siebenschläfers. Dank des bürgerwissenschaftlichen Engagements werden Erkenntnisse zu den Gartenschläfern gewonnen, aus denen konkrete Maßnahmen zum Schutz der Tiere entwickelt werden.

 Anita Giermann, Projektkoordination „Spurensuche Gartenschläfer“ in Thüringen: „Im Freistaat wird in diesem Jahr vor allen Dingen der Norden intensiv beprobt, in der Hoffnung, alte Nachweise aus dem Ohmgebirge sowie dem Südharz neu belegen zu können. Dazu wurden zum Beispiel zwei Spurtunnelstrecken und Wildkameras im Gipskarst sowie in einer Blockschutthalde nördlich von Nordhausen gestellt. Eine neue Herausforderung kommt mit dem Einsatz der ‚Dormouse Monitoring Systems‘ im Schiefergebirge auf uns zu. In diesem Röhrensystem, das die Gartenschläfer aus Neugierde selbst erkunden, werden Haarproben gesammelt, die Tiere gewogen sowie Film- und Fotoaufnahmen gemacht – eine wertvolle Ergänzung für unsere Spurensuche.“ 

Hinweis Wenn Sie einen Gartenschläfer hören oder sehen, melden Sie uns bitte Ihren Hinweis, gerne mit Foto oder Audioaufnahme des Handys, auf www.gartenschlaefer.de

Ermöglicht wird das Projekt durch eine Förderung im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und im Freistaat zusätzlich durch die Stiftung Naturschutz Thüringen.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter:

www.bund-thueringen.de/gartenschlaefer, www.gartenschlaefer.de und

https://biologischevielfalt.bfn.de/bundesprogramm/projekte/projektbeschreibungen/29021.html

Gartenschläfer-Fotos: www.bund.net/service/presse/pressebilder/aktionen/#c12092


Aufstieg zu den Zeterklippen im Nationalpark Harz wieder frei

Wernigerode. Pünktlich vor den Sommerferien kann der beliebte Aufstieg zu den Zeterklippen wieder für Wanderer und Biker freigegeben werden. Ein Spezialbagger beseitigte die liegenden und stehenden Tothölzer auf ca. 1.500 m Länge und machte den Weg auf diese Weise für alle Nutzer wieder sicher. Auch der Zugang vom Gelben Brink über den Weißtannenheyweg zu den Zeterklippen ist wieder frei – das wird insbesondere die Wandernadel-Liebhaber freuen.

 

 

Um unsere Gäste keinen Gefahren auszusetzen, waren die Wanderwege über mehrere Monate gesperrt. Wir danken allen Wanderern und anderen Nutzern für ihre Geduld.

 

"Für unsere Waldarbeiter ist an dieser Stelle die Arbeit mit Motorsägen lebensgefährlich. Darum werden die Bäume aus sicherer Entfernung mit einem Greifarm zu Boden gebracht. Außerdem gehen die Maßnahmen so viel schneller voran", berichtet der zuständige Nationalpark-Revierleiter Martin Bollmann. 

 

Die Nationalparkverwaltung bittet alle Besucherinnen und Besucher, auch in Zukunft die jeweiligen Absperrungen zu beachten. Für die Maschinenführer ist es sehr schwer, bei ihrer verantwortungsvollen Tätigkeit, die volle Konzentration benötigt, zusätzlich auch noch auf Besucher zu achten. Außerdem müssen sie bei jeder Störung die Arbeit aus Sicherheitsgründen unterbrechen und kommen so langsamer voran. Das kostet vor allem Zeit und Geld.

 

Foto von Martin Bollmann


Harzklinikum behandelt den Wald - Pflanzaktion im Nationalpark Harz

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Pflegeinnen und Pfleger, Ärztinnen und Ärzte und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben behandeln und pflegen
rund 100 000 Patienten im Jahr, helfen 1200 Kindern, das Licht der Welt zu erblicken.

JETZT behandeln die Kolleginnen und Kollegen aus dem kommunalen Harzklinikum auch den Wald – ihren Wald, im Nationalpark Harz.

Gemeinsam mit der Nationalparkleitung ist eine Kahlfläche bei Drei Annen Hohne ausgesucht worden, auf der in den kommenden Jahren vom Harzklinikum ein Laubwald gepflanzt werden soll.

Der symbolische Pflanzstart findet am Donnerstag, 24. Juni, um 14 Uhr in Drei Annen Hohne statt.

Sie sind herzlich – auch im Namen des Nationalparks - zur Berichterstattung eingeladen; Treffpunkt ist der Großparkplatz, von dort sind es rund 500 Meter (gern an passendes Schuhwerk denken ;-) bis zum Pflanzort.

Diese Pflanzaktion ist Teil einer neuen langjährigen Kampagne des Harzklinikums, in der intern wie extern die Zukunftsthemen kommuniziert werden, beispielsweise: Mitarbeitergewinnung, Mitarbeiterzufriedenheit, Gesundheitsprogramme für Mitarbeitende, etc.

Vor Ort erfahren Sie auch, dass der neue Wald einen Namen tragen wird.

Bitte erleichtern Sie uns die Vorbereitungen, in dem Sie freundlicherweise kurz per Mail Ihre Teilnahme mitteilen.
tom.koch@harzklinikum.com

Herzlichen Dank!
Mit besten Grüßen
Tom Koch
Unternehmenskommunikation Harzklinikum Dorothea Christiane Erxleben
Pressesprecher


Das Eichhörnchen als Hilfe für den Waldwandel im Nationalpark – UNSER HARZ Juni 2021 erschienen

Aus dem Inhalt: 

- Hans-Heinrich Hillegeist: 500 Jahre Bergfreiheit für die Grafschaft Hohnstein und Lutterberg (Lauterberg) – Dokument zur Gründung der Bergstadt Sankt Andreasberg 

- Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 – 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 8: Der Ritterstein und die Steinkirche 

- Lutz Wille: Jodeln als Verständigungsmittel Harzer Kuhhirten? 

- Ingrid Kreckmann: Einiges über Riefensbeek und Kamschlacken im oberen Sösetal 

- Lutz Wille: Nachruf 

- Nationalparkforum: Was hat das Eichhörnchen mit der Waldentwicklung im Nationalpark Harz zu tun?

 

In diesem Heft werden Sie einige kürzere Artikel mit großer Vielfalt vorfinden: Zunächst präsentiert Herr Hillegeist die Gründungsurkunde der Bergstadt Andreasberg von 1521, die wir im Wortlaut zur Gänze wiedergeben. Diese Bergfreiheit legte den Grundstein für die Zuwanderung von Fachkräften aus dem Erzgebirge.

 

Dr. Karl Sanders legt eine weitere Folge von Zeichnungen vor, die Johann Heinrich Ramberg auf seiner Reise durch den Harz anfertigte. Die Reisegruppe befindet sich im Südharzer Karstgebiet mit Ritterstein, Steinkirche, Einhornhöhle und der Burgruine Scharzfels. Die beiden letzteren werden in eigenen Aufsätzen vorgestellt. Im vorliegenden Heft wird die Zeichnung des „Felsen bey Scharzfels belegen“ eingeordnet sowie die beiden Zeichnungen der Steinkirche, deren spätere Nutzung als christliche Kirche unbestritten ist.

 

Herr Dr. Wille ist in diesem Heft zweimal vertreten, zum einen mit einer Erwiderung auf einen Artikel über das Jodeln von Hahmann & Kiehl und zum anderen mit einem Nachruf auf den im April mit 87 Jahren verstorbenen Harzzitherspieler und -bauer Willi Heindorf.

 

Frau Kreckmann berichtet über Bergbau, Forst und Tourismus im Wandel der Zeit in den Ortschaften Riefensbeek und Kamschlacken, die sich schon 1850 zusammengeschlossen haben.

 

 

Im Nationalparkforum berichtet Sabine Bauling über einen natürlichen Waldarbeiter – das Eichhörnchen! Weil das Tier aber die Buche nicht allein zurückbringen kann, werden Laubbäume durch Menschenhand als Samenbäume in die dafür geeigneten Bereiche gepflanzt.

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH Telefon (0 53 23) 25 33.

 

Foto: Aufnahme Eichhörnchen: Sabine Bauling, Nationalpark Harz.


„Einblick in die Kinderstube der Mauersegler“ - Bildvortrag im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg

Bildvortrag im Nationalparkhaus Sankt Andreasberg

Jetzt sind sie wieder bei uns: Die Mauersegler leben nur im Sommer hier, wenn die Tage lang sind. Sie treffen Anfang Mai bei uns ein und verlassen uns schon wieder im August. Pfeilschnell jagen sie an Sommerabenden in mehr oder weniger großen Gruppen um die Häuser und bieten dabei oft eine beindruckende „Flugshow“. Mit ihren typisch schrillen Pfiffen fordern sie uns dabei geradezu auf, die spektakulären Aufführungen zu verfolgen. In der Luft sind sie echte Akrobaten, den Boden meiden sie.

Michael Müller und Paul Kunze berichten in ihrem Bildvortrag über diese Vogelart, die so ausgezeichnet an ein Leben in der Luft angepasst ist  und zeigen dabei den von ihnen selbst erstellten Film, der spannende Einblicke in ihre Kinderstube in verschiedene Nistkästen gewährt.

Eine Anmeldung unter 05582 / 923074 ist erforderlich, um die begrenzte Teilnehmerzahl einhalten zu können und es wird eine Rückrufnummer erbeten, um ggf. dann aktuelle Bedingungen zum Gesundheitsschutz kurzfristig mitteilen zu können.

Der Eintritt ist frei, Spenden für das Haus sind möglich.

Ort des Vortrages: Nationalparkhaus Sankt Andreasberg, Erzwäsche 1, 37444 Sankt Andreasberg

Datum: Mittwoch, 30.06.2021

Zeit: 19:00 Uhr bis ca. 20:00 Uhr

Pressefotos: Fotos Regine Schulz


20-jähriges Jubiläum: Volkswagen Group Services pflanzt 20.000 Bäume

Wernigerode. Die Volkswagen Group Services GmbH, ein Dienstleister im Volkswagen Konzern, feiert das 20-jährige Unternehmensjubiläum mit einer Nachhaltigkeitsaktion: 20.000 Bäume werden in Kooperation mit dem Nationalpark Harz gepflanzt. „Unsere Beschäftigte haben uns über die Jahre zu einem erfolgreichen Automotive-Dienstleister werden lassen. Wir sind gemeinsam gewachsen. Diese Formel übernehmen wir auch für unsere Nachhaltigkeitsaktion: Wir möchten zur Bewaldung des Harzes beitragen, der seit Jahren massiv unter einem Fichtensterben leidet“, sagt Hartmut Rickel, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Group Services. Diese Aktion verknüpft das Unternehmen mit einem Sport-Wettbewerb seiner Beschäftigten, der bis zu 2.000 weitere Baumpflanzungen ermöglicht.

 

Baumpflanzung im Harz

 

Für die Nachhaltigkeitsaktion hat die Volkswagen Group Services zusammen mit dem Nationalpark Harz bereits eine geeignete Fläche im nördlichen Harzbereich reserviert und die Baumsorten ausgewählt: 20.000 Rotbuchen, Roterlen und Bergahorne werden auf dem vorgesehenen Areal in der Pflanzzeit im kommenden Herbst eingesetzt, damit dort in den Folgejahren ein wilder Naturwald entstehen kann. Somit wird der Nationalpark Harz mit seinem Plan unterstützt, einen Waldwandel einzuläuten, um die menschengeprägten Fichten-Reinbestände zu überwinden und die ursprüngliche Bewaldung zu fördern. 

 

Zusätzliche Bäume durch Gesundheits-Challenge

 

Die Volkswagen Group Services verknüpft ihre Jubiläumsaktion mit einem Sportangebot für Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Mit Unterstützung einer speziellen App können sie sich an einem Wettbewerb beteiligen, der vorsieht, dass jeder per Lauf-, Radfahr- oder Wandereinheiten absolvierte Kilometer für das Pflanzen von bis zu 2.000 zusätzlich möglichen Bäumen zählt.

 

 

Über die Volkswagen Group Services GmbH

Mit einem breiten Spektrum an Automotive-Dienstleistungen unterstützt die Volkswagen Group Services GmbH das Kerngeschäft von Volkswagen sowie weiterer Marken und Gesellschaften im Volkswagen-Konzernverbund. Die Tätigkeitsschwerpunkte sind Engineering, Fertigung, Logistik, Data Engineering und Kaufmännische Dienstleistungen. Das Unternehmen wurde 2001 als AutoVision GmbH gegründet und zum 1. Januar 2018 in Volkswagen Group Services GmbH umbenannt. An den zwölf deutschen und sieben internationalen Standorten sind bei der Tochter der Volkswagen AG aktuell rund 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen hat seinen Stammsitz in Wolfsburg.  

 

Fotos von VW, Danilo Hartung und Nationalpark Harz


Am 1. Juni beginnt die Brockengartensaison 2021 – Besenheide mit Fördermitteln des Umweltministeriums gepflanzt

Wernigerode - Brocken. Unter Berücksichtigung der geltenden Corona-Bedingungen können in diesem Jahr ab 1. Juni die ersten Brockengartenführungen angeboten werden. Da die Gartenbesichtigungen stets im Beisein eines Nationalparkmitarbeiters und unter freiem Himmel stattfinden, ist die Einhaltung der Hygieneregelungen garantiert.

 

Voraussetzung für die Teilnahme an den Führungen, die jeweils um 11.30 Uhr und 14 Uhr stattfinden, ist die telefonische Anmeldung unter der 0170 570 9015, da die Teilnehmerzahl noch begrenzt ist. Der Nachweis eines Corona-Negativtests ist ebenfalls erforderlich. Treffpunkt ist der Brockengarten-Stempelkasten am Eingang zur Wetterwarte. Um das Ausfüllen eines Kontaktformulars für eine eventuelle Nachverfolgung wird gebeten.

 

An den Wochenenden ermöglichen die Ranger des Nationalparks im Rahmen der Brocken-Rundwegsführung um 12.15 Uhr die Gartenbesichtigung. Somit erfolgt für Samstag und Sonntag die Anmeldung über das Nationalpark-Besucherzentrum Brockenhaus unter der Nummer 039455 50005. Am Wochenende ist der Treffpunkt das Brockenhaus.

 

Bitte beachten Sie, dass sich je nach Entwicklung der 7-Tages-Inzidenzen auch kurzfristige Änderungen ergeben können.

 

Was erwartet die Gartenbesucher? Natürlich blühende Brockenanemonen, viele alpin verbreitete Primel- und Steinbrecharten, alpin verbreitete Veilchen und blau, aber auch gelb blühende Enziane. Bei der gelb blühenden Art handelt es sich aber nicht um den Gelben Enzian (Gentiana lutea), der erst im Juli blüht, sondern um den Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata).

 

Parallel zu den Arbeiten im Brockengarten wurden in diesem Jahr im Rahmen einer Weiterbildung für Forstwirte des Nationalparks Harz unter anderem 5. 000 Stück Besenheiden auf vorher vorbereitete Flächen gepflanzt, Besucherlenkungseinrichtungen repariert und kleine Wegereparaturen vorgenommen. Die Brockenheidepflanzen wurden in der Gärtnerei Robert Pake in Bad Harzburg herangezogen. Der Auftrag konnte erteilt werden, da das Umweltministerium des Landes Sachsen-Anhalt im Rahmen des Artensofortprogramms das Geld hierfür zur Verfügung gestellt hatte.

 

Drücken wir uns allen die Daumen, dass die Brockengartensaison 2021 weitestgehend ohne die bisher notwendigen Einschränkungen stattfinden kann. Die letzte Gartenführung des Jahres 2021 findet planmäßig am Freitag den 15. Oktober statt.

 

Foto: Brockenanemone im Brockengarten, Foto Gunter Karste.


Es grünt so grün oder: Der Mai macht den Waldwandel sichtbar

In den letzten Tagen hat der Frühling Fahrt aufgenommen. Überall grünt es und selbst in den höheren Lagen sind die ersten grünen Blättchen an den kleinen Buchen zu erkennen. Die neue Waldgeneration wird zunehmend sichtbar. Das Bild erscheint etwas grotesk – abgestorbene Fichten und darunter grünen die Initialpflanzungen. Doch genau das gibt Hoffnung.

 

 

Im Frühjahr dieses Jahres wurden eine knappe Viertelmillion kleine Laubbäume, vornehmlich Buchen, gepflanzt. Zum Jahresende sollen es insgesamt 600.000 werden. Für die Waldentwicklungsarbeiten bedeutet das jetzt und in den beiden Folgejahren, nochmal richtig Vollgas zu geben. Ziel ist es, möglichst viele der Fichtenreinbestände mit Laubholzinitialen zu versehen. Das Pflanzen unter den Schirm der abgestorbenen Altfichten ist durchaus gewöhnungsbedürftig, bringt aber für die kleinen Bäume und die Waldentwicklung insgesamt viele ökologische Vorteile – Schattenwurf, Windruhe, geringere Austrocknung und auch Schutz vor Spätfrösten. Die dann in sich zusammenbrechenden alten Bäume werden langsam zersetzt und die freiwerdenden Nährstoffe gehen wieder in den Stoffkreislauf ein.

 

Es lohnt sich also, gerade jetzt die Augen im Wald aufzumachen und sowohl nach oben als auch nach unten zu schauen. Es wird deutlich: Hier  tut sich was am Waldboden und das oft schneller als erwartet, so Sabine Bauling, die derzeitige Nationalparkleiterin.

 

Und noch etwas bringt der Mai mit sich: die Inzidenzen sinken und der Nationalpark Harz plant, sein Naturerlebnisprogramm am 1. Juni wieder zu aktivieren und die entsprechenden Angebote wieder hochzufahren.

 

Foto: Grünende Pflanzung am Beerenstieg im Nationalpark Harz. Aufnahme: Nationalpark Harz.


Urwaldstieg am Brocken eröffnet ab Pfingsten wieder - überarbeitetes Teilstück des beliebten Erlebnispfades wieder zugänglich

Brocken. Pünktlich zum Pfingstwochenende lädt der Urwaldstieg im Nationalpark Harz wieder Harzgäste dazu ein, in einen kaum vom Menschen beeinflussten natürlichen Bergfichtenwald am Brocken einzutauchen. Hier im natürlichen Reich der Fichte bietet der kurze Stichweg neben Einblicken in einen seltenen Lebensraum Informationen zum nicht nur von der Klimakrise entfachten Waldwandel im sogenannten Brockenurwald, zu heimischen Tieren und Pflanzen, aber auch zur wissenschaftlichen Begleitung des Waldes in der hier am Brockenosthang gelegenen Waldforschungsfläche.

 

 

Neben vielen Informationen und Einblicken bietet der überarbeitete Urwaldstieg zudem lyrische Kost für die Seele. Die schon früher entlang des Pfades platzierten Steintafeln mit Sinnsprüchen und Versen des Harzer Schriftstellers Bernd Wolff wurden aufgearbeitet und teilweise versetzt. Sie begleiten den Gast weiterhin auf seinem Weg in ein echtes Stück Wildnis, denn im Bereich des Brockenurwaldes blieb der Wald schon seit mehr als 300 Jahren weitestgehend sich selbst überlassen. Hier gewährt uns die Natur einen seltenen Einblick in das Werden und Vergehen weitgehend naturbelassener Fichtenwälder und kann uns zeigen, wie sie künftig den klimatischen Herausforderungen unserer Zeit begegnen werden.

 

 

Hintergrund

 

Der 2005 eingerichtete Urwaldstieg musste 2017 für den Besucherverkehr gesperrt werden, da der Waldwandel auch hier im Bereich des Brockenurwalds sehr dynamisch voranschritt und abgestorbene Altfichten auf den Pfad zu fallen drohten. Zudem hatte das raue Klima einigen Holzteilen arg zugesetzt.

 

Im vorderen Bereich des Pfades ist die Gefahr umstürzender Bäume oder herabfallender Kronen und Äste mittlerweile durch den natürlichen Zusammenbruch der Altfichten gebannt. Eine Teileröffnung des beliebten Stichwegs wurde deshalb nun wieder möglich.

 

Fotos: Emsiges Treiben am Urwaldstieg – in den vergangenen Tagen haben die Mitarbeiter der Nationalpark-Werkstatt Drängetal den neuen Eingangsbereich, Infoschilder und Steintafeln für die Wiedereröffnung des Naturerlebnispfades am Brocken installiert (Fotos: Kai Bauer).


Verkehrssicherungsarbeiten am Rehberger Grabenweg beendet

Geplante Maßnahmen im Bereich Schierke starten voraussichtlich Mitte Juni

Die vergangenen Dürrejahre mit Waldschäden, starkem Borkenkäferbefall und beschleunigter Wildnisentwicklung machen Verkehrssicherungsarbeiten entlang beliebter Wanderwege notwendig. Oft müssen dabei Spezialmaschinen zum Einsatz kommen, die auf engen Wegen und im schwierigen Gelände arbeiten können. So auch bei den Sicherungsarbeiten am Rehberger Graben bei Sankt Andreasberg, die nun beendet werden konnten. Die Fertigstellung hatte sich wegen herausfordernder Geländestrukturen und der nötigen Vorsicht beim UNESCO-Weltkulturerbe länger hingezogen als geplant.

Foto: Ein sehr wendiger kleiner Bagger arbeitet zwischen stehendem Totholz und nachwachsenden jungen Fichten.


Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz
Steffen Meinecke pflanzte junge Buchen im Nationalpark Harz
 

Wernigerode. Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete.

 

Die Stadtwerke Wernigerode GmbH hat die Herausforderung angenommen und geht mit gutem Beispiel voran. Im Sommer 2020 wurde die neue Aktion „Buchen für den Nationalpark Harz“ gestartet. „Für jeden bis zum 31.12.2020 abgeschlossen Stromvertrag "klick regional" haben wir versprochen, gemeinsam mit dem Nationalpark Harz und seinem Förderverein 3 junge Buchen zu pflanzen“, so Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode. Für Vertragsabschlüsse in der Naturstromvariante gab es sogar 5 Buchen. Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch.

 

 

Mit der Pflanzaktion helfen die Stadtwerke Wernigerode dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln. „So kamen insgesamt 1.500 junge Bäume für den Nationalpark Harz und damit den Harzer Zukunftswald zusammen“, freut sich Steffen Meinecke gemeinsam mit Sabine Bauling, der neuen amtierenden Leiterin des Nationalparks Harz.

 

Foto: Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode, setzt ein junges Zukunftsbäumchen in den Boden des Nationalparks Harz.


UNSER HARZ Mai 2021 erschienen

Aus dem Inhalt:

 

Klaus Schröter: „Sind Briten hier? Sie reisen sonst so viel...“

Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 – 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 7: Die Hünenburg (Hanskühnenburg)

 

„Sind Briten hier? Sie reisen sonst so viel...“ – diese Frage muss in Corona-Zeiten leider verneint werden. Dabei zeigen der Brexit und die vielschichtigen Diskussionen darum, wie dringend erforderlich ein Austausch mit den Inselnachbarn gerade jetzt wäre. Der Artikel von Klaus Schröter, der Reiseberichte britischer Bürger und Bürgerinnen des ausgehenden 18. bis ins 19. Jh. vorstellt, zeigt jedenfalls auf, wie bereichernd ein Blick „von außen“ auf die uns gewohnte Umgebung sein kann. Herr Schröter schlägt darüber hinaus eine Brücke von Goethes „Faust“ in unsere moderne Zeit mit der Operninszenierung des „Blonden Eckberts“ durch Judith Weir – ein Spannungsbogen, der die Länge des Artikels hoffentlich auch für die Leserschaft rechtfertigt.

 

In der Folge der Ramberg-Zeichnungen stellt Dr. Karl Sanders die Hanskühnenburg vor, bei Ramberg „Hünenburg“ genannt. Seltsamerweise sind die Zeichnungen künstlerisch deutlich unter dem von Ramberg bisher gezeigten Niveau – vielleicht, so überlegt Dr. Sanders, ist das der Grund, warum die Blätter vom Ilsestein in der Mappe davor eingefügt wurden.

 

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.

 

Foto und Cover frei mit dieser PI, Foto Siegfried Wielert.


Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert informierte sich über ein neues Angebot auf dem beliebten Löwenzahn-Entdeckerpfad des Nationalparks Harz – Totholz ist Leben

Wernigerode. In Drei Annen Hohne wurde jüngst die noch im Bau befindliche, neu entwickelte Totholzstation auf dem beliebten Löwenzahn-Entdeckerpfad des Nationalparks Harz durch Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert in Augenschein genommen.

 

Im Bereich der neu entstehenden Station war 2019 während eines Sturms eine große alte Buche auseinander gebrochen. Diese Situation, dass dort in den nächsten Jahren ein großer Baum in den Zersetzungsprozess übergehen wird, bot den Anlass, das Thema „Totholz“ als neues Element des Löwenzahn-Entdeckerpfades aufzugreifen – denn hier zeigt sich instruktiv die bekannte Feststellung „Totholz ist Leben!“.

 

Die Ministerin konnte sich bei den Nationalparkmitarbeiterinnen und -mitarbeitern anhand der bereits installierten Naturerfahrungselemente einen guten Eindruck davon verschaffen, wie hier zukünftig auf kindgerechte Art die Bedeutung von Totholz für die Artenvielfalt und die natürlichen Prozesse der Holzzersetzung vermittelt werden. Die Station wird den insbesondere bei Familien sehr beliebten Pfad um ein für die Bildungsarbeit des Nationalparks wichtiges Thema bereichern.

Finanziert wurde die neue Station mit Geldern aus dem Programm der „Artensofortförderung 2020“ des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt. Beteiligt an der Planung und Umsetzung waren Verena Marten als Koordinatorin des Nationalparks Harz und Kerstin Zentner von der Firma design office.

 

Foto: Ministerin Dalbert (Mitte) mit Verena Marten (links) und Kerstin Zentner sowie Andreas Pusch (rechts), Aufnahme Nationalpark Harz.


Länderübergreifende Müllsammelaktion der Geocacher im Nationalpark Harz unter Coronabedingungen

Wernigerode – Torfhaus. Das Verhältnis von Geocachern zum Naturschutz war nicht immer ohne Spannung. Speziell in Naturschutzgebieten und Nationalparken ist es nur erlaubt, Caches unmittelbar an Wegen zu verstecken. Auch ist es natürlich tabu, Geocaches in Spechthöhlen, an Horstplätze seltener Brutvögel oder in Moore zu legen, wo die Natur Schaden nehmen kann.

Es gilt also, Vorurteile zu überwinden und neue Kooperationen zu entwickeln. Daher hat sich im Harz der Hannoveraner Geocaching-Experte und Autor der deutschsprachigen Standardwerke über das Geocaching, Markus Gründel, mit dem Nationalpark Harz zusammengetan, um eine gemeinsame Umweltaktion zu starten.

  

Konkret geht es darum, der freien Natur, die die Grundlage des Geocachens ist, etwas zurückzugeben – und so wurde auch in diesem Jahr einen ganzen Tag lang mit vereinten Kräften Zivilisationsmüll im Nationalpark Harz gesammelt. International werden solche Aktionen von den Geocachern CITO-Aktionen genannt – „Cache in, trash out“ oder sinngemäß auf Deutsch: Wer einen Cache in die Natur einbringt, soll als Ausgleich auch Müll wieder herausbringen.



Das Harzer Walpurgistreffen der Geocacher (www.cacherban.de) fand dieses Jahr unter Corona-Bedingungen ganz anders statt – nur in kleiner Runde mit fünf Cachern und zwei Rangern. Leider kam dennoch viel Müll zusammen. Allein im Bereich Rodelhang Torfhaus, Luchsdenkmal und Abbegraben wurden 10 Müllsäcke gefüllt. Neu war die Vielzahl an unterschiedlichsten Masken, die sich zu den immer häufiger anzutreffenden Hundekotbeuteln gesellten. In der Natur ist es sinnvoller, den Vierbeiner sein Geschäft neben dem Weg verrichten zu lassen – der Kot verrottet dann innerhalb von 14 Tagen und wird nicht über lange Zeit für andere Besucher konserviert.

Im nächsten Jahr findet die Aktion dann hoffentlich wieder in großer Runde statt.

Fotos: Aufnahmen der Aktion von Markus Gründel.


Nationalpark hat Instandsetzung des Bahnparallelwegs bei Schierke fertig gestellt

Schierke. Bereits Ende letzten Jahres waren die Arbeiten der grundhaften Instandsetzung des beliebten Bahnparallelweges bei Schierke abgeschlossen. Der lange Winter bis in den April hat erst jetzt die Abnahme der Baumaßnahme durch den Auftraggeber, die Nationalparkverwaltung Harz, ermöglicht.

 

Der Weg ist jetzt wieder für alle BesucherInnen gut nutzbar. Mit ihm steht nun auch ein Verbindungsweg vom Schierker Bahnhof bis zur Brockenstraße für Feuerwehr und Rettungskräfte zur Verfügung – ein Anliegen, dessen Umsetzung schon lange im Forderungskatalog stand.

 

 

 

Die Arbeiten im Brockenbereich sind technisch sehr herausfordernd, so Sabine Bauling, die amtierende Nationalparkleiterin. Abgesehen davon, dass das Wetter in dieser Höhenlage sehr rau sein kann, verlangten die geologischen Verhältnisse der Baufirma viel ab. Riesige Granitblöcke ließen konventionellen Technikeinsatz kaum zu. Außerdem sind immer noch historische Verbauungen vorhanden, die erhalten werden sollten. Handgesetzte Dämme unter den Bahngleisen und als Basis für den Weg sind heute noch erkennbar und erfüllen ihre Funktion. Es nötigt schon Respekt ab, wie solche Bauten mit dieser Haltbarkeit in der Vergangenheit in reiner Handarbeit durchgeführt wurden.

Deshalb waren wir froh, im Ausschreibungsverfahren eine Harzer Firma gefunden zu haben, die Tief- und Kulturbau Gernrode GmbH, die sich mit diesen Gegebenheiten auskennt, so Sabine Bauling.

 

Der Baugrund ist aufgrund der Wollsackverwitterung des Brockengranits von Klüften und Hohlräumen durchzogen, die auch oft Wasser führen. Dieses wiederum führt immer mal wieder zu Einbrüchen im Wegekörper. Es wurden deshalb acht „Betonplomben“ gesetzt, um den Weg zu stabilisieren.

 

Bei den Durchlässen wurden die anstehenden Steine zur Verblendung genutzt, um ein möglichst natürliches Aussehen zu erreichen. Beim Großdurchlass kurz vor der Alten Bobbahn konnte das historische Natursteinmauerwerk erhalten werden.

 

Fotos von Sabine Bauling


Nationalpark Harz öffnet seit dem Herbst 2020 gesperrte Wanderwege bei Torfhaus

Wernigerode – Braunlage. Rund um Torfhaus hat der Nationalpark Harz in den letzten Tagen einige seit dem Herbst 2020 gesperrte Wanderwege von Windwurf geräumt. Es wurden über die Wege gefallene Bäume entfernt und entlang der Route zur Verkehrssicherung abgestorbene Bäume entnommen.

 

 

Die Wege können nun von den Wanderern wieder gefahrlos begangen werden. Es handelt sich um den Torfhaus-Rundweg westlich von Torfhaus, den Wolfswarter Fußweg von Torfhaus in Richtung Wolfswarte und die Sonnenkappe vom Clausthaler Flutgraben in Richtung Oderteich.

 

Die drei Wege führen durch sehr ursprüngliche Waldgebiete, in denen beobachtet werden kann, wie sich ein von menschlichen Einflüssen weitgehend unberührter Wald entwickelt. Eine Vielzahl von jungen Fichten, Ebereschen und Birken sorgt für die nächste Waldgeneration. Aber auch das liegende und stehende Totholz bietet Raum für vielerlei neues Leben.

 

 

Aus Gründen der Arbeitssicherheit und des schwer zugänglichen Geländes konnten die Bäume nicht von den Forstwirten mit der Motorsäge entfernt werden. Daher war der Einsatz von schwerer Spezialtechnik erforderlich. Ein Schreitbagger, der sich mit seinem Fahrwerk den Geländegegebenheiten anpassen kann, hat die Bäume beiseite geräumt und die links und rechts in Wegenähe stehenden toten Bäume abgebrochen oder umgedrückt, sodass sie keine Gefahr mehr für die Wanderer darstellen. In einigen Wegebereichen hat er dabei Spuren hinterlassen. Noch auf den Wegen vorhandene Äste und Schadstellen werden in den nächsten Wochen beseitigt.

 

Der Märchenweg wurde auch schon in einem Teilstück geräumt, bleibt aber weiterhin gesperrt. Hier müssen noch einige Gefahrenstellen beseitigt werden. Der Nationalpark Harz bittet darum, die Sperrung zu beachten und die Umleitung über den Auerhahnweg und die Sonnenkappe zu nutzen.

 

Fotos des eingesetzten Schreitbaggers von Sabine Bauling und des Weges an der Sonnenkappe vor und nach der Maßnahme von Kai Bauer.


Neue Nationalpark-Informationsstelle im Rathaus Elbingerode eröffnet – Förderung des Umweltministeriums machte es möglich

Elbingerode. Am heutigen 26. April 2021 hat der Nationalpark Harz seine neueste Informationsstelle im und am Rathaus Elbingerode eingeweiht. Nach einer Begrüßung durch Ronald Fiebelkorn, den Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, der seiner Freude Ausdruck verlieh, dass die vielen Bürgerfragen zum Nationalpark Harz nun auch direkt vor Ort in Elbingerode beantwortet werden könnten, sprach der  scheidende Nationalparkleiter Andreas Pusch, der die gute Kooperation beider Partner hervorhob. Die Stadt Oberharz am Brocken ist bei Drei-Annen-Hohne unmittelbarer Anlieger des Schutzgebiets.

 

Prof. Dr. Claudia Dalbert, die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, eröffnete die Informationsstelle und sagte: „Mit dem heutigen Tag wird das Angebot für alle Gäste im Harz noch reichhaltiger und informativer! Die Informationsstelle zeigt eindrucksvoll, wie Naturschutz und umweltschonender Tourismus Hand in Hand gehen. Ich freue mich zu sehen, wie die Zusammenarbeit der Gemeinden mit dem Nationalpark gelingt – zum Wohle der Natur und der Menschen, die hier leben, und für die zahlreichen Gäste, die hier im Harz Erholung suchen.“

 

Gemeinsam schnitten die drei Partner anschließend das Band zur Informationsstelle durch.

 

 

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie (MULE) hatte dem Nationalpark Harz Mittel zur Umsetzung kleinerer Projekte zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den angrenzenden Kommunen zur Verfügung gestellt. Aus diesen Mitteln wurde die neue Informationsstelle finanziert.

 

Das Vorhaben wurde zwischen dem Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, Herrn Ronald Fiebelkorn und dem Leiter des Nationalparks Harz, Herrn Andreas Pusch 2020 vereinbart. Die Gemarkung Elbingerode berührt den Nationalpark in Drei Annen Hohne; Elbingerode trägt damit den Titel „Nationalparkgemeinde“. Die Stadt Oberharz am Brocken und der Nationalpark bieten künftig in Elbingerode für EinwohnerInnen und Gäste Informationen zu Nationalpark-Themen in Form einer Dauerausstellung an. Diese konzentriert sich auf den Außenbereich des Rathauses, während im Foyer des Gebäudes eine knappe Information sowie einige Druckmedien angeboten werden. Der Betrieb ist im Konzept der Nationalparkverwaltung Harz als “Nationalpark-Informationsstelle”, also ohne Nationalpark-Personal, vorgesehen. Eine Kooperationsvereinbarung formuliert den Betrieb der Informationsstelle. Den Zuschlag im Rahmen der Vergabe erhielt das Harzer Büro design office Agentur für Kommunikation GmbH, Bad Harzburg. Der Informationsbedarf vor Ort, die Inhalte der Ausstellung sowie deren Gestaltung wurden zwischen Nationalpark Harz, Stadt Oberharz am Brocken und design office abgestimmt und erarbeitet. Der Bauantrag wurde im November 2020 gestellt und im Januar 2021 durch den Harzkreis bewilligt. Im März 2021 erfolgte nach der Schneeschmelze die Montage der Elemente vor Ort. Ein bereits vorhandener großer, hölzerner Aufsteller mit dem Schriftzug “Nationalpark Harz – sagenumwobene Bergwildnis” neben dem Rathauseingang wurde ersetzt und um einige Tafeln mit Wald-Ansichten aus dem Nationalpark ergänzt. Ein vier Meter hoher Schilderbaum mit acht Richtungspfeilen zu Nationalpark-relevanten Zielen in der Umgebung wurde als Blickfang errichtet. Sechs Schautafeln mit illustrierten Informationen zum Thema “Der Wildnis beim Wachsen zuschauen” wurden im Außengelände errichtet; bewegliche Klappen eröffnen Detail-Informationen. Zwei Bänke mit Nationalpark-Logo und Stadtwappen laden zum Verweilen ein. Eine Wandbespannung mit Nationalpark-Motiven und -Schlagworten sowie ein hölzerner Faltblatt-Ständer wurden im Foyer des Rathauses platziert.

 

Foto: Die neue Nationalpark-Informationsstelle Elbingerode wird eröffnet; von links: Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert, Ronald Fiebelkorn, Bürgermeister der Stadt Oberharz am Brocken, Rudolf Beutner, Ortsbürgermeister von Elbingerode und Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz; Foto Frank Steingaß, Nationalpark Harz.


Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2020 erschienen
Schwerpunktthema Waldwandel im Fokus von Forschung und Dokumentation

Wernigerode - Braunlage. Der Tätigkeitsbericht des Nationalparks Harz für das Jahr 2020 liegt vor. In seinem Vorwort erläutert der scheidende Nationalparkleiter Andreas Pusch, dass auch im Jahr 2020 wiederum eine zu trockene und warme Witterung die Waldentwicklung beeinflusst hat. Die Bedeutung der Verkehrssicherung im Wald hat weiter erheblich zugenommen – mit großen Auswirkungen für alle Waldbesucher. Über die Borkenkäfer-Massenvermehrung hinaus machen die Trockenheit und eine Vielzahl von Organismen inzwischen fast allen anderen Baumarten neben der Fichte zu schaffen. Buchen leiden zunehmend unter der Dürre. Ahorne, Eschen und Kiefern werden von Pilzen besiedelt und zeigen Absterbeerscheinungen. Deshalb ist es wichtiger denn je, an die Eigenverantwortung aller Waldbesucher zu appellieren. Die sogenannten waldtypischen Gefahren durch herabfallende Äste und umstürzende Bäume erfordern erhöhte Aufmerksamkeit, obwohl große Anstrengungen zur Verkehrssicherung unternommen werden. Daneben war die Corona-Pandemie natürlich das bestimmende Thema auch für die Arbeit der Nationalparkverwaltung Harz.

 

Das Schwerpunktthema des Berichts ist der Waldwandel im Fokus von Forschung und Dokumentation. Nationalparke haben den klaren Auftrag „Natur Natur sein lassen“. Nach einer zeitlich begrenzten Übergangsperiode wird die weitere Entwicklung im Schutzgebiet auf einem Großteil der Fläche weitestgehend der Natur überlassen. Keine andere nationale Schutzgebietskategorie verfolgt diesen Weg so konsequent. Wie aber laufen die Vorgänge ab, über die eine Kulturlandschaft sich in eine Naturlandschaft aus zweiter Hand wandelt? Es besteht die einmalige Chance, diesen Weg in einer beispiellosen Umbruchsphase im Nationalpark Harz zu verfolgen. Daher ist es Aufgabe des Umweltmonitorings im Nationalpark, die langfristige Entwicklung der vorhandenen Lebensräume (z.B. der Wälder, Gewässer und Moore) mit deren Lebensgemeinschaften zu untersuchen, zu dokumentieren und so die Datenbasis zur Erforschung der zugrundeliegenden dynamischen Prozesse zu schaffen. Durch den Ablauf natürlich-dynamischer Prozesse sind nicht nur die Lebensräume des Schutzgebiets, sondern auch deren Artenbestand einer fortlaufenden räumlich-zeitlichen Entwicklung unterworfen. Die Basis für die langfristige Beobachtung von Veränderungen bildet die Inventarisierung typischer Artengemeinschaften sowie deren ständige Fortführung, um Zeitreihen zu erhalten. Über die regelmäßige Wiederholung flächendeckender Vegetationsaufnahmen wird das Sukzessionsgeschehen, also die natürliche zeitliche Veränderung von Lebensgemeinschaften, innerhalb der vielfältigen Landlebensräume dokumentiert. Die Waldforschungsflächen sind zentrale Bausteine für ein langfristiges Monitoring der natürlichen Entwicklung repräsentativer Waldgesellschaften. Sie sind Kernstuck des Programms „Dauerbeobachtungsflächen im Nationalpark Harz“. Die im Nationalpark gewonnenen Erkenntnisse zum Ablauf natürlicher Prozesse sowie zum Aufbau, zur Struktur und zur Dynamik verschiedener Lebensgemeinschaften stehen der Naturschutzarbeit sowie der naturnahen Waldbewirtschaftung auch außerhalb des Schutzgebiets zur Verfügung. Hierzu wird ein umfangreicher, langfristig nutzbarer Datenbestand aufgebaut, der auch für künftige Fragestellungen Informationen liefern soll. Am Beispiel der Waldforschungsflächen und ausgewählter Artengruppen (Stechimmen und Schwebfliegen, holzbesiedelnde Käfer und Brutvögel) wird im Bericht die Langzeitforschung näher beleuchtet.

 

Im Tätigkeitsbericht dargestellt werden auch die Naturschutzarbeiten der Renaturierung und des Artenschutzes sowie die Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, weiterhin die Arbeit der Werkstätten, des Wildtiermanagements und der Leistungen im Bereich EDV sowie Fotomonitoring. Wichtige Themen sind auch die Öffentlichkeitsarbeit, die Besucherinformation und -lenkung sowie Wildnisbildung und Natur-Erleben. Darüber hinaus finden sich Informationen zur Arbeit in und mit der Nationalparkregion, zur Organisation des Parks, zu internationalen Kontakten sowie zur Arbeit des Fördervereins. Den Abschluss bildet ein Verzeichnis der im oder mit dem Nationalpark durchgeführten wissenschaftlichen Qualifizierungsarbeiten, Werkverträgen, ehrenamtlichen Kartierungen, externen Projekte sowie der wissenschaftlichen Veröffentlichungen der Mitarbeiter und von Partnern.

 

Mit diesem 88 Textseiten umfassenden Tätigkeitsbericht steht wieder eine Übersicht der Arbeit der Nationalparkverwaltung zur Verfügung, die über alle Bereiche der Nationalparkarbeit informiert. Der Bericht kann unter

 

https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/T%C3%A4tigkeitsbericht-2020

 

heruntergeladen werden.

 

Und es gibt weitere Neuigkeiten: unsere Kernzone liegt jetzt bei ca. 70 % Flächenanteil, siehe https://www.nationalpark-harz.de/de/der-nationalpark-harz/wir-ueber-uns/gebietsgliederung/


Gemeinsame Presseinformation des BUND Thüringen und des Thüringer Umweltministeriums: Naturschutz: Luchsin mit Jungtier außerhalb des Harzes fotografiert – Neuer Nachweis für Nachwuchs –
Siegesmund: „Luchse fühlen sich in Thüringen erfreulich wohl“

Erfurt/ Nordhausen. Im Landkreis Nordhausen gibt es einen neuen Nachweis für den Luchs-Nachwuchs in Thüringen. Das belegen aktuelle Fotos, die im Rahmen des systematischen Fotofallenmonitorings des BUND Thüringen und der Universitäten Göttingen und Freiburg entstanden. Sie zeigen eine Luchsin mit einem Jungtier (aus dem Vorjahr 2020). Derzeit ist von rund 10 freilebenden Luchsen in Thüringen auszugehen.

  

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Es ist erfreulich, dass sich der Luchs in Thüringen offensichtlich wohl fühlt – und wir zusammen mit dem BUND seine Ausbreitung erforschen und fördern können.“ Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen, ergänzt: „Die Luchsin ist bereits in den Nachbarbundesländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt bekannt. Dort tauchte sie bereits seit 2019 wiederholt grenznah zu Thüringen auf. Wir freuen uns, dass wir die Luchsin und ihren Nachwuchs nun auch im Freistaat nachweisen konnten. Möglich gemacht hat das auch die Unterstützung der Jägerschaft und Waldbesitzenden vor Ort.“

Das gemeinsame Projekt des BUND Thüringen und Universitäten von Göttingen und Freiburg hat zum Ziel, die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland zu erforschen. Es wird vom Umweltministerium in Höhe von 40.000 EUR Euro gefördert.

Die im Rahmen des Monitorings gesammelten Daten tragen dazu bei, ein Bild von der Situation des Luchses in Thüringen und in Deutschland zu erstellen und fließen in den nationalen Bericht an die EU-Kommission ein. Das Kompetenzzentrum Wolf, Biber, Luchs am Thüringer Umweltministerium nimmt Meldungen zum Luchs unter der zentralen Rufnummer 0361 57 3941-941 sowie unter der E-Mail-Adresse: kompetenzwbl@tmuen.thueringen.de entgegen.

Mehr Informationen: www.bund-thueringen.de/luchs-mitteldeutschland

Fotos: Quelle: BUND Thüringen . Auf dem Bild 3431 ist das Jungtier zu sehen, das in die Kamera blickt. Auf dem anderen die Luchsin.


Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz

Donnerstag, 22. April 2021, 10 Uhr: Steffen Meinecke und Andreas Pusch pflanzen junge Buchen im Nationalpark Harz - Waldbilanz des Nationalparks Harz

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete. Die Stadtwerke Wernigerode GmbH hat die Herausforderung angenommen und geht mit gutem Beispiel voran. Im Sommer 2020 wurde die neue Aktion „Buchen für den Nationalpark Harz“ gestartet. Für jeden bis zum 31.12.2020 abgeschlossen Stromvertrag "klick regional" hatten die Stadtwerke angekündigt, gemeinsam mit dem Nationalpark Harz und seinem Förderverein 3 junge Buchen zu pflanzen. Für Vertragsabschlüsse in der Naturstromvariante gab es sogar 5 Buchen. Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch. Mit der Pflanzaktion helfen die Stadtwerke Wernigerode dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln.

Nun ist es soweit und der symbolische Startschuss für die Frühjahrspflanzung kann gegeben werden. Wir laden daher die interessieren Medienvertreter für den kommenden

 

22. April 2021 um 10:00 Uhr nach Drei Annen Hohne

 

ein. Gegenüber dem dortigen Großparkplatz führt neben dem Parkplatz des Hotels Kräuterhof ein Waldweg zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Am Waldeingang steht ein großes hölzernes Willkommensschild des  Nationalparks Harz. Von hier fahren wir gemeinsam zur Pflanzfläche, wo eine Pflanzung von Rotbuchen unter einem durch Borkenkäfer absterbenden Fichtenbestand stattfindet.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode
  • Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz, und Mitarbeiter der Pflanzung

Der Termin ist film- und fotogeeignet.

 

Da wir nicht wissen, wie sich die Coronalage ggf. weiter verschärft, ist dieses vermutlich einer der wenigen öffentlichen Pflanztermine dieser Art für die Medien in der aktuellen Zeit und darüber hinaus auch einer der letzten Medientermine von Andreas Pusch, der in Kürze in den Ruhestand geht. Es ist daher auch eine Gesprächsrunde, in der eine Wald-Zwischenbilanz des Nationalparks Harz gezogen werden kann.


UNSER HARZ April 2021 ist erschienen - Walkenried, Ilsestein bei Ilsenburg, Osterfeuer, Weltkulturerbe und der kleinste Käfer Europas im Nationalpark Harz

Aus dem Inhalt:

 

- Fritz Reinboth: Schinkels Besuch in Walkenried gab es nicht: Das Walkenrieder Torhaus und sein Zeichner Samuel Rösel

- Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 - 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 6: Der Ilsenstein

- Rainer Kutscher: Osterfeuer begrüßen mit lodernden Flammen den Frühling

- Justus Teicke: 10 Jahre Weltkulturerbe: Die Bauwerke des Oberharzer Wasserregals

- Nationalparkforum: Der kleinste Käfer Europas im Nationalpark Harz gefunden

 

Für viele Harzer sind die Osterfeuer ein – im wahrsten Sinne des Wortes – Highlight im Jahreslauf, die schon während der Vorbereitung der Gemeinschaftspflege dienen. Nun wurden sie wieder abgesagt, die „lodernden Flammen, mit denen der Frühling begrüßt wird“. Rainer Kutscher widmet ihnen einen Artikel, in dem er die harztypischen Traditionen der Osterfeuer vorstellt.

 

Um eine ganz wesentliche Harzkultur geht es im Beitrag von Justus Teicke, der das 10-jährige Jubiläum des Oberharzer Wasserregals als Weltkulturerbe zum Anlass nimmt, einen Rückblick auf die Wassernutzung im Oberharz zu werfen.

Die Lösung eines kleinen Rätsels bezüglich einer Zeichnung des Walkenrieder Torhauses präsentiert Fritz Reinboth. Diese Zeichnung wurde K.F. Schinkel zugeordnet, auf einem Kupferstich von Wachsmann fand sich aber die Angabe „gezeichnet von Rösel“. Neue Erkenntnisse belegen nun, dass die Zeichnung tatsächlich von Rösel stammt.

 

Wir folgen J.H. Ramberg weiter durch den Harz, dieses Mal zum „Ilsenstein“. Ramberg hat diesen Granitfelsen gleich mehrmals gezeichnet, allerdings nicht immer ganz „wahrheitsgetreu“, wie Karl Sanders erläutert.

 

Im Nationalparkforum stellt uns das Autorenteam Schultz, Springemann und Marten den kleinsten bekannten Käfer Europas vor, der nur in den Fruchtkörpern bestimmter Pilze vorkommt. Der Käfer konnte im Juni 2020 erstmalig im Nationalpark nachgewiesen werden.

 

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.

 

Fotos: Cover und der kleinste Käfer Europas, Foto Udo Schmidt.


Was hat das Eichhörnchen mit der Waldentwicklung im Nationalpark Harz zu tun?

Wernigerode. Das kleine Eichhörnchen im Eckertal ist offensichtlich gut über den Winter gekommen. Das ist aber auch kein Wunder, denn im vergangenen Herbst gab es viele Bucheckern, so konnte es reichliche Wintervorräte anlegen. Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe. Ihre Wintervorräte verstecken sie im Waldboden unter Laub, gern an alten Wurzeln. Dort holen sie sich im Winter ihr Futter. Aber das eine oder andere Depot vergessen sie auch. Die vergessenen Bucheckern beginnen zu keimen und es können sich daraus kleine Buchen entwickeln. So tragen die Nager zur Verbreitung der Buche bei. Andere Helfer sind aus dem gleichen Grund Mäuse und Eichelhäher.

 

  

 

Anders als z.B. die Nadelbäume, deren geflügelte Samen durch den Wind weit getragen werden, fallen die schweren Bucheckern in der Nähe des Mutterbaums zu Boden. Eichhörnchen und ihre Mitstreiter helfen so mit ihrem Transport der Bucheckern bei der Verbreitung der Buche und damit beim Waldwandel, so Sabine Bauling, stellvertretende Leiterin des Nationalparks Harz.

 

Allerdings schaffen sie es nicht allein, die Buche zurück in den Harz zu bringen, weil es in den Fichtenreinbeständen viel zu wenige Samenbäume gibt und die einzelnen kleinen Pflänzchen sehr vielen Gefahren ausgesetzt sind, wie z.B. dem Wildverbiss. Deshalb pflanzt die Nationalparkverwaltung Buchen bis in eine Höhenlage von ca. 750 m über NHN, um die Rückkehr der Baumart in diese Bereiche des Nationalparks Harz zu initiieren. Im Frühjahr 2021 werden es 234.000 Stück Laubbäume sein, zumeist Buchen, aber auch Roterlen, Birken, Weiden und Bergahorn, sogar einige Vogelkirschen.

 

Leider können Corona-bedingt derzeit keine öffentlichen Pflanzaktionen stattfinden und wir müssen die vielen Freiwilligen auf den Herbst 2021 vertrösten. Ein herzliches Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender, die mit ihrem Beitrag den Waldwandel im Nationalpark Harz unterstützen, so Sabine Bauling abschließend.

 

Fotos: Sabine Bauling


Stadtwerke Wernigerode engagieren sich aktiv für Natur- und Umweltschutz
Donnerstag, 22. April 2021, 10 Uhr: Steffen Meinecke und Andreas Pusch pflanzen junge Buchen im Nationalpark Harz - Waldbilanz des Nationalparks Harz

Der Harzer Wald ist in der Klimakrise – das ist nicht mehr zu übersehen. Alle Waldgebiete, so auch der Nationalpark Harz, zeigen das mehr als deutlich. In der Kernzone des Nationalparks Harz führt die Natur selbst Regie und zeigt uns, welchen Wald sie unter den heutigen Klimabedingungen eigenständig wachsen lässt. Doch außerhalb der Kernzone gilt es, anzupacken und dem Wald für morgen auf die Sprünge zu helfen. Hier werden als Hilfe zur Selbsthilfe der Natur Rotbuchen, Bergahorne und Mischlaubhölzer entsprechend der ursprünglichen Mischwaldgesellschaften gepflanzt. Das ist ein großer Kraftakt und kostet viel Geld, geht es doch um weitläufige Waldgebiete. Die Stadtwerke Wernigerode GmbH hat die Herausforderung angenommen und geht mit gutem Beispiel voran. Im Sommer 2020 wurde die neue Aktion „Buchen für den Nationalpark Harz“ gestartet. Für jeden bis zum 31.12.2020 abgeschlossen Stromvertrag "klick regional" hatten die Stadtwerke angekündigt, gemeinsam mit dem Nationalpark Harz und seinem Förderverein 3 junge Buchen zu pflanzen. Für Vertragsabschlüsse in der Naturstromvariante gab es sogar 5 Buchen. Denn der Harz ist derzeit in weiten Gebieten von strukturarmen, schädlings- und sturmanfälligen Fichtenforsten geprägt. Dies ist ein Resultat der langen Waldnutzungsgeschichte in der Folge des Bergbaus und der Hüttenwerke mit ihrem großen Holzkohleverbrauch. Mit der Pflanzaktion helfen die Stadtwerke Wernigerode dabei, den Nationalpark Harz auf den früheren Buchenflächen wieder in einen ökologisch intakten Naturwald zu verwandeln.

Nun ist es soweit und der symbolische Startschuss für die Frühjahrspflanzung kann gegeben werden. Wir laden daher die interessieren Medienvertreter für den kommenden

 

22. April 2021 um 10:00 Uhr nach Drei Annen Hohne

 

ein. Gegenüber dem dortigen Großparkplatz führt neben dem Parkplatz des Hotels Kräuterhof ein Waldweg zum Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Am Waldeingang steht ein großes hölzernes Willkommensschild des  Nationalparks Harz. Von hier fahren wir gemeinsam zur Pflanzfläche, wo eine Pflanzung von Rotbuchen unter einem durch Borkenkäfer absterbenden Fichtenbestand stattfindet.

Als Gesprächspartner stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Steffen Meinecke, Geschäftsführer der Stadtwerke Wernigerode
  • Andreas Pusch, Leiter des Nationalparks Harz, und Mitarbeiter der Pflanzung

Der Termin ist film- und fotogeeignet.

 

Da wir nicht wissen, wie sich die Coronalage ggf. weiter verschärft, ist dieses vermutlich einer der wenigen öffentlichen Pflanztermine dieser Art für die Medien in der aktuellen Zeit und darüber hinaus auch einer der letzten Medientermine von Andreas Pusch, der in Kürze in den Ruhestand geht. Es ist daher auch eine Gesprächsrunde, in der eine Wald-Zwischenbilanz des Nationalparks Harz gezogen werden kann.


Waldbrandgefahr steigt - Regeln beachten!
Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Nationalparkgebiet verboten

Die Frühlingssonne lässt nun auch in den Hochlagen den Schnee tauen. Es wird noch eine Weile dauern, bis frisches Grün sprießt. Überall ist noch die trockene Vegetation des Vorjahres noch zu sehen. Diese ist im Frühjahr jedoch leicht entzündlich. Die Waldbrandgefahr steigt durch das warme Frühlingswetter.

 

Rauchen, Grillen und offenes Feuer sind im Nationalparkgebiet verboten, Müll muss mit nach Hause genommen werden. Das Parken von Autos über trockenem Gras ist zu vermeiden, da von den heißen Katalysatoren Brandgefahr ausgeht. Wenn es im Gras brennt, sind viele Insekten, Reptilien und andere Kleinlebewesen bedroht. Das bedeutet besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit für unsere Waldbesucher*innen!

 

Wenn ein Waldbrand entdeckt wird, bitte die 112 anrufen.

 

 

 

"Im Nationalpark wurden die Personentransporter der Forstwirt*innen mit Löschrucksäcken ausgestattet. Damit kann nach dem Entdecken von kleinen Entstehungsbränden die Erstbekämpfung beginnen. Die Nationalparkverwaltung möchte rückblickend den aufmerksamen Besucher*innen Danke sagen für das rasche Melden von Waldbränden! Dadurch haben wir eines der besten Waldbrandüberwachungssysteme in der Region" , so Sabine Bauling, die Fachbereichsleiterin Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz.


Löwenzahn-Entdeckerpfad wieder aufgebaut
Natur-Erlebnispfad bei Drei Annen Hohne auch ohne Termin erlebbar

Ab sofort können große und kleine Naturfans den beliebten Löwenzahn-Entdeckerpfad bei Drei Annen Hohne wieder besuchen. Die Stationen wurden im Winter in der Werkstatt generalüberholt und sind nun wieder aufgebaut. Der Natur-Erlebnispfad ist ohne Termin begehbar und frei zugänglich.

 

 

Die Ausstellung am nahe gelegenenen Naturerlebnis-Zentrum HohneHof kann täglich nach vorheriger Anmeldung unter Telefonnummer 039455 8640 besichtigt werden.

 

 

Alle aktuellen Hinweise zu Corona-Einschränkungen im Nationalpark-Gebiet finden Sie auf unser Corona-Infoseite.

 

Foto von Ingrid Nörenberg und die Collage


Ein weiterer Gipsabbau im Südharz ist unnötig!       BUND Niedersachsen stellt Alternativen zum Naturgips vor

Naturgips ist ein begehrter Baustoff, zugleich aber auch ein endlicher Rohstoff. Naturgipsvorkommen liegen häufig in Gebieten mit wertvoller und unersetzbarer Tier- und Artenvielfalt, so zum Beispiel im europaweit einmaligen Gipskarst im Südharz. Dort droht die Gipsindustrie eine Jahrmillionen lang gewachsene Landschaft unwiederbringlich zu zerstören. Der Ausstieg aus der Kohleverstromung wird immer wieder als Argument für eine notwendige Steigerung des Naturgipsabbaus genutzt. Doch ein weiterer Gipsabbau ist unnötig: Ein vom BUND in Auftrag gegebenes Gutachten zeigt auf, dass ein Ausstieg aus der Verwendung von Naturgips bis spätestens 2045 möglich ist. Trotz der sinkenden Mengen an REA-Gipsen durch den Kohleausstieg stehen ausreichend Alternativen zum Naturgips zur Verfügung.

Susanne Gerstner, BUND-Landesgeschäftsführerin: „Der BUND fordert die niedersächsische Landesregierung auf, die geplante Ausweitung der Vorranggebiete zu stoppen und endlich Verantwortung für den Schutz dieser einmaligen Landschaft zu übernehmen. Angesichts des dramatischen Artensterbens müssen endlich die Weichen in Richtung Ausstieg aus dem Naturgipsabbau sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung für Alternativen gestellt werden. Nur so können im Südharz langfristige Zukunftsperspektiven für Bewohner*innen und deren Arbeitsplätze geschaffen werden.“

Um zu vermeiden, dass die letzten Naturgipsvorräte im Südharz zu Gipskartonplatten werden, muss jetzt auf zukunftsweisende Alternativen umgestellt werden. Laut BUND-Gutachten müssen alternative Baustoffe wie Lehm, Holz und andere nachwachsende Rohstoffe stärker gefördert werden, um den Gipsverbrauch generell zu reduzieren. Vor allem fordert der BUND dringend verbesserte Regelungen für das Recycling von Chemiegipsen und Gipsprodukten. Mindestens 50 Prozent der Gipsprodukte sind wiederverwendbar. In Deutschland werden jedoch bisher weniger als zwei Prozent der Gipsprodukte recycelt, der überwiegende Teil landet als mineralischer Abfall auf der Deponie.

Um den Gipsverbrauch deutlich zu reduzieren und die Naturgipsvorräte zu schützen, müssen in Niedersachsen schnellstmöglich die erforderlichen Strukturen für eine Gips-Kreislaufwirtschaft aufgebaut und Abfallgesetze angepasst werden. Der Einsatz von Recyclingprodukten muss vereinfacht werden. Das dient gleichermaßen dem Natur- und dem Klimaschutz. „Eine künftige Klimaneutralität erfordert nachhaltige und rohstoffschonende Lieferketten von der Gipsbereitstellung über die Gipsverarbeitungssektoren bis hin zu den Abnehmerbranchen und Verbraucher*innen ", hebt Holger Alwast hervor, der das BUND-Gutachten erstellt hat.

„Bereits der Gipskompromiss 2002 hätte ein Signal an die Gipsindustrie sein müssen, viel stärker in das Recycling und die Alternativgipse einzusteigen“, betont BUND-Gipskarstexperte Friedhart Knolle. „Diese Chance wurde nicht genutzt und der Raubbau an der Südharzlandschaft weiter vorangetrieben. Nunmehr hat der BUND herausgearbeitet, dass alle technischen Möglichkeiten vorliegen, den Gipsfrieden einzuhalten. Es ist jetzt an der Politik und der Gipsindustrie, den Strukturwandel einzuleiten und den Naturgipsabbau auslaufen zu lassen.“



Hintergrund:
In Deutschland liegt der aktuelle Gipsbedarf bei circa 10 Millionen Tonnen pro Jahr, davon stammen 6 Millionen aus REA-Gips aus Rauchgas-Entschwefelungs-Anlagen aus der Kohle- oder Öl-Verbrennung. Die restlichen 4 Millionen Tonnen machen Naturgips aus. Davon werden mehr als eine Million Tonnen pro Jahr exportiert. Mit dem Wegfall von REA-Gips aus der Kohleverstromung würde eine Gips-Lücke von etwa 4 Millionen Tonnen entstehen. Der Wegfall von REA-Gips erhöht den Druck vor allem im Südharz. Dort findet mit 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr der größte Naturgips- und Naturverbrauch Deutschlands statt. Knapp 85 Prozent des aktuellen REA-Gips-Aufkommens wird bisher für die Produktion von Gipswandbauplatten eingesetzt. Naturgips findet dagegen vor allem bei Produkten aus gebranntem Gips wie Füllgipsen (Putze, Spachtel, usw.) oder Spezialgipsen Anwendung. Naturgips kann durch Gipsrecycling und Chemiegipse nahezu vollständig ersetzt werden.

Gegen die Pläne von Gipsindustrie und Politik, im neuen Landes-Raumordnungsprogramm (LROP) weitere Abbaugebiete auszuweisen, regt sich zunehmend Protest, wie der Online-Appell des BUND Niedersachsen „Harzer Gipskarst retten!“ an Ministerpräsident Stephan Weil zeigt, den bereits fast 3.000 Menschen unterzeichnet haben.



Weitere Informationen:
Zum BUND-Gutachten „Umweltverträglichen Alternativen zum Abbau von Naturgips“: https://www.bund-niedersachsen.de/service/publikationen/detail/publication/gutachten-umweltvertraegliche-alternativen-zum-abbau-von-naturgips/
Zum Online-Appell: www.bund-niedersachsen.de/harzer-gipskarst-retten
 


UNSER HARZ März 2021 erschienen

Aus dem Inhalt:

 

- Volkmar Hering: Geologisch-heimatkundliche Streifzüge durch die nähere Umgebung Quedlinburgs

- Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 – 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes, Folge 5: Bergstadt Andreasberg

- Ingrid Kreckmann: Einiges über den Eingriffeligen Weißdorn, vielfach „Hagedorn“ genannt

- Nationalparkforum: Umfangreiche Neuerscheinung: Die Flora des Nationalparks Harz

 

Sabine Bauling vom Nationalpark Harz macht im Vorwort auf die Besonderheiten der Vorfrühlings­zeit aufmerksam: keine Blüten, keine Blätter, alles wirkt noch etwas kahl. Und doch gibt es in der Natur so viel zu entdecken, was sonst manchmal etwas untergeht. So wie die Maserknolle an einem Bergahornstamm im Eckertal, die uns mit Waldkoboldaugen anzu­schauen scheint. Auch verwachsene Baumstämme sind nun leichter zu erkennen, soge­nannte Elfenaugen. Das sind faszinierende Baumwuchsformen, bei denen Äste oder Baumteile auseinander driften, um dann wieder zusammen zu wachsen – auch „Baum­kuss“ genannt. In der Naturspiritualität gelten diese als besondere Kraftorte, Körper und Geist werden unterstützt und es soll sich da besonders gut entspannen lassen. Frü­her sollen sogar Neugeborene durch Elfenaugen hindurch gereicht worden sein, um ih­nen Lebenskraft mit auf dem Weg zu geben. Wie auch immer – zu entdecken gibt es viel!

 

So nimmt uns Herr Hering auf Entdeckungstour mit dem Fahrrad einmal rund um und durch Quedlinburg mit. Dabei berichtet er über Historisches, Kulturelles, Geologisches und Botanisches von verschiedenen Orten.

 

Johann Ramberg und seine Reisegruppe haben Sankt Andreasberg erreicht, wovon Karl San­ders berichtet. Ein unvollendetes Blatt gibt einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise des Künstlers.

 

Dem nahenden Frühling greift Ingrid Kreckmanns Beitrag voraus, in dem es um den Eingriffeligen Weißdorn geht. Wenn seine Blüten erscheinen, hat der Winter keine Chance mehr.

 

 

Mit der neuen Veröffentlichung des Nationalparks über dessen Flora können sich Pflan­zenfreunde und -freundinnen auf Entdeckung begeben – theoretisch beim Schmökern und praktisch bei Wanderungen. Zum einen sorgt die reiche Bebilderung für einen ho­hen Wiedererkennungswert, zum anderen gibt es zu fast jeder Pflanze Standortangaben, die jedermann zugänglich sind, auch unter Beachtung des Wegegebots im Schutzgebiet.

 

Bestellungen für UNSER HARZ bitte direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon (0 53 23) 25 33.


Harz-Forschungen Bd. 33 und 34 „Bilanz und Perspektiven der Harz-Forschung“ erschienen

Wernigerode. Ganz frisch sind im Berliner Lukas-Verlag die beiden Bände „Bilanz und Perspektiven der Harz-Forschung“ mit jeweils 330 und 400 Seiten erschienen. Die Bände dokumentieren die Tagung zum 150jährigen Jubiläum des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde e.V., die im Juni 2018 im Rathaus Wernigerode stattfand.

 

Der Verein ist der älteste Geschichtsverein der Harzregion und hatte stets die Geschichte des gesamten Harzes von der Urzeit bis zur Gegenwart im Blick. Insgesamt haben 36 Autorinnen und Autoren in 32 Aufsätzen versucht, die vielfältige Geschichtslandschaft des Harzes auszuloten. Die Tagung hatte das Schwerpunktthema, bislang unbekannte bzw. wenig erforschte Aspekte der Harzgeschichte zu bearbeiten.

 

Dies ist in breitem Umfang gelungen – die Spanne reicht von modernen geodätischen Methoden der Landschaftserschließung über die Archäologie entlang des Baus der Südharzautobahn A 38 bis hin zur erstmaligen Darstellung der Militär- und Spionagegeschichte des Harzes nach 1945 in Ost und West.

 

Themen wie eine erstmalige Gesamtschau des Harzer Bergbaus mit seinen Ausbeuten, die Frage, wie Maler den Harz gesehen haben und wie eigentlich eine Erforschung der Harzmalerei erfolgen sollte, sind ebenso vertreten wie Fragen nach der Geschichte der Naturkunde und des Naturschutzes im Harz.

 

Beide Bände können für je 25,- € im Buchhandel erworben werden und auch auf dem Schloss Wernigerode oder unter www.lukasverlag.de bestellt werden.

 

Das Autorenteam ist breit aufgestellt: Mitarbeiter des Weltkulturerbes Rammelsberg gehören ebenso dazu wie der Inhaber des Lehrstuhls für Rechtsgeschichte der Universität Jena oder der ehemalige wissenschaftliche Leiter des Nationalparks Harz. Auch Nachwuchsforscher der Universität Halle-Wittenberg haben neue, bemerkenswerte Beiträge beigesteuert.

 

Traditionell gilt der 15. April 1868 als das Gründungsdatum des Harz-Vereins für Geschichte und Altertumskunde. Man hatte sich in Wernigerode im „Deutschen Haus“ zusammengefunden, um eine Plattform für die Erforschung, aber auch Darstellung der gesamten Spannbreite Harzer Geschichte zu finden und dieser schließlich eine dauerhafte institutionelle Form zu geben.

 

Der Harz-Verein hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich gebracht, die auch die Wechselfälle allgemein deutscher wie landesgeschichtlicher Veränderungen spiegelt. Nicht ganz zufällig war die Geschäftsstelle des Vereins zu Anfang und für lange Zeit mit der ehemals Gräflichen, später Fürstlichen Bibliothek zu Wernigerode verknüpft. Nach deren Ende ab 1929 wanderte sie in Richtung Stadt Wernigerode.

 

 

Einen Neuanfang gab es nach dem von Deutschland entfesselten 2. Weltkrieg dann nur in den sogenannten Westzonen. Die prägende Gestalt der Harzforschung und zugleich Wiederbegründer wie auch (geschäftsführender) Vorsitzender des Vereins wurde für Jahrzehnte Karl-Wolfgang Sanders (1909 - 2004) aus Bad Harzburg.

 

Unmittelbar nach dem Beitritt der sich neu konstituierten Neuen Länder zur Bundesrepublik Deutschland 1990 trat eine Vielzahl von Mitgliedern aus diesem Gebiet dem Verein bei, der sich sofort um Tätigkeit vor allem in Sachsen-Anhalt und in Thüringen bemühte. Nach einer Zwischenzeit mit dem Vorsitzenden Gerd Biegel (*1947), dem Direktor des Braunschweigischen Landesmuseums von 1986 bis 2008, war es der ehemalige Kustos an eben diesem Landesmuseum, Christof Römer (1936 - 2017), der als Vorsitzender dem Verein wesentliche neue Impulse gab und ihn neu aufstellte. Römer fungierte ab 1991 als Herausgeber der Harz-Zeitschrift und war von 1996 bis 2011 Vorsitzender. Durch ihn kam die Geschäftsstelle des Vereins wieder an ihren Ursprungsort Wernigerode zurück. Seit dem Jahr 2000 befindet sie sich auf dem Schloss Wernigerode.

 

Vorsitzende des Vereins sind seit 2015 Dr. Christian Juranek und Dr. Friedhart Knolle.

 

Die Bände wurden mit wesentlicher Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt, der Stadt Wernigerode und der Stiftung der ehemaligen Kreissparkasse Wernigerode herausgegeben.

 

Foto: Auch die Fernmeldeaufklärung, vereinfacht oft "Spionage" genannt, ist Thema der beiden Bücher. Hier die militärische Großbaustelle Brocken 1974, heute mitten im Nationalpark Harz. Auf dem Gelände der Sowjetarmee werden gerade zwei neue Radome zum Schutz der mobilen Technik erreichtet. Im aus dieser Perspektive linken Radom befanden sich die SDR-2A und das System 1 RL 220 M, im rechten Radom später die Ramona und das System R 381 D 2. Die beiden Gebäude ganz vorn am Westhang bilden das eigentliche Herzstück der Anlage – in den oberen Etagen befanden sich hinter einer Kunststofffassade die Antennenböden, darunter die Arbeitsplätze für die Auswerter. Foto: Sammlung Söhnke Streckel.


BUND Westharz lädt am 17.3.2021 zu Protestspaziergängen am Trogstein und Pfaffenholz ein –
Treffpunkt alter Bahnhof Bad Sachsa-Tettenborn

Bad Sachsa. „Leider haben wir nicht die Möglichkeit, als Lobbyisten in Ministerien ein- und ausgehen zu können, um den Beamten unsere Wünsche in die Feder zu diktieren. Und in Corona-Zeiten wird es uns auch auf andere Weise schwer gemacht, unserem Protest gegen die geplante völlige Zerstörung unserer Gipskarstlandschaft Ausdruck zu verleihen. Das ist sehr bequem für die Regierenden und für die Gipsindustrie. Aber wir wollen und müssen Flagge zeigen, ehe es zu spät ist und allein die Manager der Gipsbranche über unsere Zukunft im Südharz bestimmen.“ Michael Reinboth aus Walkenried, Mitglied im BUND-Regionalverband Westharz, beobachtet und dokumentiert das Verhalten der Gipsindustrie seit vielen Jahren. „Die wenden immer die Salami-Taktik an. Wenn ein Gebiet kaputt ist, greifen sie zum nächsten. Das ruht mitunter Jahre, man wähnt einen Berg oder Wald geschützt und wird plötzlich von der Aufhebung des Naturschutzes überrascht. Jetzt wird der Angriff in großen Stil vorbereitet. Das wird kein Naturdenkmal, keine Höhle, keine Schwinde und keine Pflanze überleben. Dagegen müssen wir uns wehren.“



Aber wie macht man das, ohne Teilnehmer zu gefährden? Beim BUND war man kreativ und hat nun beim Ordnungsamt in Göttingen „Protestspaziergänge“ angemeldet, die am Mittwoch, 17.3.2021, zwischen 14 und 18 Uhr ausgehend vom alten Bahnhof Tettenborn (Tettenborn-Kolonie, Römersteinweg) in Richtung Pfaffenholz und in Richtung Trogstein stattfinden werden – immer in kleinen Gruppen, immer auf Abstand und immer mit Mund-Nase-Schutz. Dazu besteht die Möglichkeit, sich in Listen einzutragen und damit seinem Protest auch auf diese Weise Ausdruck zu verleihen. Reinboth, der mit einigen anderen auch als Ordner fungieren wird, bittet darum, sich im Sinne der geltenden Regeln zu verhalten. „Wir nutzen unserem Anliegen am besten dadurch, dass wir uns regelkonform verhalten, aber ein klares Signal in Richtung Hannover aussenden: So nicht!“

Trogstein und Pfaffenholz wurden ausgewählt, weil hier die Zerstörung der Karstlandschaft rund um vorgeblich geschützte Naturdenkmale (Pfaffenholz-Schwinde, Kleine Trogsteinhöhle) besonders deutlich wird – diese beiden Bereiche sind eingekreist und bilden nur noch die Schauwand für einen exzessiven Abbau. Und man sieht deutlich, dass auch seit Jahrzehnten ruhende Abbaufelder keineswegs zu den „Paradiesen“ geworden sind, die die Gipsindustrie immer wieder vorgaukelt. Ganz nach dem Motto: Im Südharz sind eigentlich alle Schutzgebiete nicht schützenswert (so wurde es dem Sinne nach in den Entwurf des Raumordnungsprogramms hineindiktiert).

Diese Spaziergänge, so Reinboth, werden – entsprechend den aktuellen Vorgaben – so lange fortgeführt werden, bis man in Hannover erkannt hat, dass man die Freigabe der Naturschutzgebiete wieder aus dem Programm entfernen muss. Auch an Mahnwachen sei gedacht. „Wir lassen uns von Leuten, deren Maß Heide, Moore, die Eilenriede und der Maschsee sind, unsere Landschaft nicht zerstören.“

Reinboth bemängelt in diesem Zusammenhang auch die herrschende Phantasielosigkeit der Gipsindustrie und der Bundes- und Landespolitik. Anstatt immer wieder darauf zu setzen, dass man im Zweifel unter Hinweis auf Arbeitsplätze schon die Abbaurechte bekommen wird, hätte man sich schon längst mit Ersatzprodukten und einer entsprechenden, die Landschaft schonenden Produktion befassen müssen. Und dieser Wandel hätte auch entsprechend flankiert werden können, so wie das in der Stein- und Braunkohle in großen Stil möglich war. „Natürlich wollen wir Arbeitsplätze im Südharz erhalten, aber eben nicht durch exzessive Zerstörung unserer Landschaft – es geht auch anders, und das hätte längst schon in Angriff genommen gehört. Naturzerstörung hat nichts mit Nachhaltigkeit zu tun. Wie fast immer in diesem Lande, so werden die Zeichen der Zeit auch beim Gips erst erkannt, wenn es reichlich spät ist. Dass die Südharz-Landschaft für diese Schlafmützigkeit den Preis zahlt, werden wir verhindern.“ Da die vorhandenen Abbaurechte noch für mehr als 10 Jahre Produktion reichen (!), ist noch immer Zeit, sich mit Phantasie und Forschung um etwas anderes zu bemühen als das bloße Kaputtmachen.

Foto: Steinbruch am Pfaffenholz, Aufnahme Michael Reinboth.


Massive Feuerschale vom HohneHof gestohlen
Dreister Diebstahl am Naturerlebnis-Zentrum des Nationalparks Harz

Am vergangenen Samstag machten die Mitarbeiter des Natur-Erlebniszentrums HohneHof eine traurige Entdeckung. In der vorangegangenen Nacht wurde die massive Feuerschale vom Hof der Nationalpark-Einrichtung entwendet. "Es ist eine echte Schande", ärgert sich HohneHof-Chef Henning Möller. "Das Stockbrotbacken an der großen Feuerschale war für viele Besucher immer ein besonderes Highlight".

 

 

Wir gehen von mehreren Tätern und einer geplanten Tat aus, denn die auffällige Schale bringt einiges an Gewicht auf die Waage und ist nur schwer zu transportieren. Über sachdienliche Hinweise zum Verbleib der Feuerschale oder zum Diebstahlgeschehen freut sich das HohneHof-Team oder die Polizei, denn eine Anzeige wurde selbstverständlich erstattet. Hinweise bitte an: Nationalpark-Besucherzentrum HohneHof, Tel. 039455 8640, henning.moeller@npharz.sachsen-anhalt.de

 Foto der Feuerschale: Nationalpark Harz.


Schierke, 25. Februar 2021
BUND: Aus für das Seilbahnprojekt bietet Chance für nachhaltigen Naturtourismus

Das Seilbahnprojekt am Winterberg bei Schierke ist gescheitert, da der Investor abgesprungen ist, wie die Volksstimme berichtete. Bei dem Bau der Seilbahn und Pisten wäre unter anderem streng geschützter Moorwald zerstört worden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Sachsen-Anhalt (BUND) befürwortet stattdessen einen nachhaltigen Tourismus, der Natur und Umwelt schont und sieht in dem Aus einen Befreiungsschlag für die Region.

„Nun ergibt sich die Chance für einen Neustart“, fasst Ralf Meyer, Vorsitzender des BUND Sachsen-Anhalt zusammen. „Ski-Tourismus mit Abfahrtspisten, Kunstschnee und Seilbahnen hinterlässt zerstörte Berglandschaften, die im Sommer nicht attraktiv sind. In Zeiten von Klimawandel und ausbleibenden Schnee sind solche Konzepte sowieso überholt. Schierke hat Potential für Naturtourismus, das kann nun gehoben werden.“

Der Naturschutzverband BUND hatte immer wieder die Planungen kritisiert, die die erheblichen negativen Auswirkungen auf seltene europäisch geschützte Lebensräume nicht berücksichtigt haben.

Der Tourismus in Deutschland wird schon Corona bedingt an Attraktivität zunehmen. Hier müssen die richtigen Angebote gemacht werden, die ermöglichen intakte Natur zu erleben. Geschützte Naturlandschaften sind ein Job-Motor und wichtiger Wirtschaftsfaktor.


Gemeinsamer Kommentar des BUND Thüringen und des Thüringer Umweltministeriums zu den aktuellen Luchszahlen des Bundesamtes für Naturschutz:

„Auch Thüringen ist inzwischen Luchsland. Das zeigen erste Ergebnisse des seit Juni 2020 vom BUND Thüringen mit finanzieller Unterstützung des Thüringer Umweltministeriums durchgeführten Luchsprojektes“, erklärt Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Nach Angaben des BUND Thüringen konnten durch das Projekt insgesamt neun unterschiedliche Luchse im Nordwesten Thüringens nachgewiesen werden. Mindestens vier der Tiere haben ein festes Revier ganz oder teilweise in Thüringen etabliert. Darunter sind sogar zwei Weibchen, die beide im letzten Frühjahr Junge zur Welt gebracht haben. Ein Weibchen lebt im Harz, das andere im nördlichen Eichsfeld. Außerdem konnte durch das Projekt gezeigt werden, dass die Verbreitung des Luchses im Eichsfeld weiter nach Süden reicht als bisher angenommen.

„Die Ergebnisse kamen vor allem auch durch die gute Zusammenarbeit mit der Thüringer Jägerschaft, den privaten Waldbesitzenden und ThüringenForst zustande“, so Vogel weiter.

Laut dem Verband hat Thüringen für die Ausbreitung der Luchse in Deutschland eine Schlüsselrolle aufgrund seiner „Drehscheiben-Funktion“. Die Waldgebiete im Südharz, Hainich und Thüringer Wald vermitteln zwischen den Populationen im Harz und dem Bayerischen Wald. Sie stellen außerdem die Vernetzung nach Westen in die Wälder des Hessischen Berglandes und weiter nach Westen bis zum Pfälzer Wald her.

Dazu erklärt Umweltministerin Siegesmund: „Dass der Luchs wieder durch Thüringen streift, ist ein schöner Erfolg für den Artenschutz. Mein Dank gilt allen Partnern, die das möglich machten und sich für den Erhalt des Lebensraums des Pinselohrs stark machen.“


Das Waldbrandthema wird wieder aktuell

Wernigerode - Braunlage. In den vergangenen Tagen hat niemand ernsthaft an das Thema Waldbrand gedacht. Mit dem Turbofrühling, der raschen Schneeschmelze mit starker Sonneneinstrahlung und Wind sieht das auf einmal ganz anders aus. Die abgestorbene Vegetation des letzten Jahres trocknet aus und die Gefahr von Vegetationsbränden steigt. Das bedeutet besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit für unsere WaldbesucherInnen!

Rauchen und offenes Feuer sind verboten, Müll muss mit nach Hause genommen werden. Das Parken von Autos über trockenem Gras ist zu vermeiden.



Die vielen Freiflächen im Wald haben zu einer intensiven Entwicklung der Bodenvegetation geführt, die im Frühjahr leicht entzündlich ist. Wenn es im Gras brennt, sind viele Insekten, Reptilien und andere Kleinlebewesen bedroht.

Im Nationalpark wurden die Personentransporter der Forstwirte mit Löschrucksäcken ausgestattet. Damit kann nach dem Entdecken von kleinen Entstehungsbränden die Erstbekämpfung beginnen.

Die Nationalparkverwaltung möchte rückblickend den aufmerksamen BesucherInnen Danke sagen für das rasche Melden von Waldbränden! Dadurch haben wir eines der besten Waldbrand-Überwachungssysteme in der Region, so Sabine Bauling, die stellvertretende Nationalparkleiterin.

Foto: Nationalpark-Forstwirt Klaus-Dieter Kahn nimmt den Löschrucksack für das Rottenfahrzeug im Revier Ilsenburg entgegen.


Oben im Harz ist noch Winter

Brocken - Torfhaus. Der Harz ist momentan zweigeteilt - aber in unten und oben. In den unteren Lagen ist durch die hohen Temperaturen und die Sonneneinstrahlung der letzten Tage  der Frühling eingekehrt. Neben dem wunderschönen Erleben dieser Jahreszeit ist hier die erhöhte Vegetationsbrandgefahr wieder auf die Tagesordnung gerückt. 

Anders sieht es in den Hochlagen aus. Hier liegt noch Schnee in unterschiedlichen Mächtigkeiten, durchaus auch mal bis zu einem halben Meter und mehr. Winterstürme und Schnee haben etliche Wege zubrechen lassen. Sobald der Schnee weggetaut ist, werden diese Wege schrittweise wieder für die BesucherInnen geöffnet. 

Unsere dringende Bitte: Bleiben Sie auf den ausgewiesenen Wegen, um den Wildtieren in dieser Zeit die Ruhe zu lassen, die sie brauchen. Denn derzeit findet sich wenig Nahrung im Wald und das Laufen im Schnee im Wechsel zwischen Tauen am Tag und kälteren Nächten kann für die Tiere sehr anstrengend werden, weil sie immer wieder in den Schnee einbrechen - das ist kräftezehrend und kann zur Erschöpfung bis hin zum Tod führen, so Sabine Bauling, die Fachbereichsleiterin Waldentwicklung und Wildbestandsregulierung im Nationalpark Harz. 

Foto: Rotfuchs im Winter, Aufnahme Wilfried Störmer.


Quedlinburger Komponist, Zeichner Ramberg, Werner Grübmeyer, Harzer Wanderstöcke und Nationalparkforum – UNSER HARZ Februar 2021 erschienen

Aus dem Inhalt:

 

- Ernst Kiehl: Johann Heinrich Rolle (1716 - 1785) – Wiederentdeckung und Ehrungen eines Komponisten aus Quedlinburg

- Dr. Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 - 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes – Folge 4: Oderteich und Rehberger Graben

- Renate Funke: Authentisch, transparent, nachvollziehbar: Ehrenbürger Werner Grübmeyer und sein Archiv

- Andreas Pawel: Wanderstöcke aus dem Harz

- Inge Müller: Elfen-Auftrag

- Nationalparkforum: Nationalparkregion Harz mit dem Fahrtziel Natur-Award 2020 ausgezeichnet – HATIX punktet

 

Ich hoffe, Sie konnten und können den Harz trotz vieler Einschränkungen genießen – eine Wanderung abseits der touristisch stark frequentierten Ziele ist ja nach wie vor möglich und sehr erholsam. Die Landesforsten und der Nationalpark warnen jedoch auch vor brechenden und umstürzenden Bäumen wegen der Schneelast. Vorsicht und Achtsamkeit sind also aus vielen Gründen noch einige Zeit erforderlich.

 

Von solcherlei Behinderungen frei, konnte J. H. Ramberg mit seiner Reisegesellschaft den Harz besuchen. Dr. Karl Sanders stellt in der 4. Folge die Blätter vom Oderteich und dem Rehberger Graben vor. In einer ganz ähnliche Zeit – zwischen Barock und Klassik – ist der Beitrag von Herrn Kiehl angesiedelt, der über die Wiederentdeckung des Komponisten Johann Heinrich Rolle (1716 - 1785) berichtet.

 

Aus heutiger Zeit wiederum berichtet Frau Renate Funke über die Eröffnung eines Archivs durch den Sankt Andreasberger Geschichtsverein, dem sie als Witwe des 2018 verstorbenen Werner Grübmeyer dessen Unterlagen überlassen hat. Geordnet und digitalisiert stehen sie nun Interessierten zur Verfügung – ein Fundus für die Betrachtung und Erforschung der Vorgänge der letzten Jahrzehnte im Harz. Über eine noch lebende Person berichtet Andreas Pawel: Ernst Thom aus Hüttenrode fertig individuelle Wanderstöcke in Handarbeit – wahre Kunststücke!

 

Inge Müller verfasste ihre Geschichte „Elfen-Auftrag“ für die Junior-Ranger des Nationalparks und andere „Naturkinder“ vor etlichen Jahren. Leider ist die Umweltthematik, die sie darin anspricht, aktueller denn je.

 

Für die Ausweitung des Urlaubstickets HATIX über Ländergrenzen hinweg auf nunmehr 25 Gemeinden wurde die Nationalparkregion Harz mit dem Fahrtziel Natur-Award 2020 ausgezeichnet. Mehr dazu im Nationalparkforum.

 

Bestellungen für UNSER HARZ direkt über den Verlag: Fischer & Thielbar GmbH, Telefon 0 53 23/25 33.


Jahrelanger unrechtmäßiger Betrieb eines Pestizidlagers ohne vorschriftsmäßigen Schutzwall – BUND-Kritik an PLG GmbH und zuständigen Behörden – Pestizide werden umetikettiert - „Amazon der Pestizide“

Bad Harzburg. Die Firma PLG mbH mit Hauptsitz in Baddeckenstadt unterhält seit 2016 ein Lager in Bad Harzburg. Zur Ansiedelung im Gewerbegebiet Bad Harzburg-Nord erhielt PLG eine Genehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig für eine Lagerkapazität von 7.800 Tonnen für die Lagerung von Pestiziden und anderen Chemikalien, die nach speziellen Gefährdungsklassen eingeteilt sind. Damit handelt es sich um einen Störfallbetrieb der oberen Klasse. Schon damals kritisierte der BUND das Verfahren und forderte eine Umweltverträglichkeitsprüfung, was die Behörden jedoch ablehnten. Es stellt sich die Frage, ob die Erstgenehmigung rechtmäßig erteilt wurde.

 

Die Rolle der Firma, die vorwiegend Pestizide lagert, am Markt verglich der geschäftsführende Gesellschafter Udo Kolle in einem Magazin mit einem „Amazon der Pestizide“.

 

Obwohl das Störfallrecht einen „angemessenen Sicherheitsabstand“ zu Schutzobjekten fordert, durfte sich PLG mit proaktiver Unterstützung der Stadt Bad Harzburg auf dem rund 5,6 Hektar großen Gelände ansiedeln. In der nahen Umgebung befinden sich: 

 

- Die Kleintierarztpraxis und die Tierpension „Pfotenland“ – 70 m Entfernung

- Die Rettungswache der KWB Goslar – 125 m Entfernung

- Ein OBI-Baumarkt – 130 m Entfernung

- Gut Radau – 350 m Entfernung

Wie konnte das gelingen? Die kommunalpolitischen und verwaltungsrechtlichen Winkelzüge, die gelaufen sind, um die Ansiedelung von PLG zu ermöglichen, wurden erst durch die Recherchen der Bürgerinitiative „Mit UNS für Harzburg“ bekannt. Die Bürgerinitiative hatte sich unter Beteiligung des BUND-Regionalverbandes Westharz gegründet, nachdem die Pläne, das Chemikalienlager in Bad Harzburg auf über 22.700 Tonnen Lagerkapazität fast zu verdreifachen, im Oktober 2019 veröffentlicht wurden:

  • Nur ein einziges Störfallgutachten diente als Grundlage für alle verwaltungsrechtlichen Entscheidungen.
  • Nur für das Betriebsgrundstück des Chemikalienlagers wurde der bestehende Bebauungsplan geändert.
  • Zwischen der Fa. PLG und der Stadt Bad Harzburg wurde ein Städtebaulicher Vertrag geschlossen, um störfallrelevante Punkte in den textlichen Festsetzungen des Bebauungsplans zu vermeiden.
  • Auf die Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung wurde von Anfang an durch das GAA Braunschweig konsequent verzichtet.

Schutzmaßnahme gegen Störfälle: Ein 4 - 5 m hoher Erdwall

 

Das von der Fa. PLG in Auftrag gegebene und bezahlte Störfallgutachten kam bei der Kalkulation verschiedener (eindimensionaler!) Störfallszenarien zu dem Schluss, dass die Tierarztpraxis und die Tierpension „Pfotenland“, die sich unmittelbar gegenüber PLG befinden, bei einem Störfall betroffen sein dürften. Daher wurde der Gutachter gebeten, sein Gutachten um die Empfehlung zur Errichtung eines 4 Meter hohen Erdwalls an der südlichen Grundstücksgrenze als Schutzmaßnahme zu ergänzen.

 

Dieses Gutachten diente dann als Grundlage für die notwendige Bebauungsplanänderung durch die Stadt Bad Harzburg sowie auch als Grundlage für die Erteilung der Erstgenehmigung nach dem Bundesimmissions-schutzgesetz durch das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig. Zwischen PLG und der Stadt Bad Harzburg wurde ein Städtebaulicher Vertrag geschlossen, in dem die Errichtung eines 4 Meter hohen Erdwalls durch die Firma PLG vereinbart wurde. Die Errichtung eines 5 Meter hohen Erdwalls wurde letztlich als Auflage in die Betriebsgenehmigung des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig aufgenommen.

 

Der Landkreis Goslar als Bauaufsichtsbehörde war dafür zuständig, die ordnungsgemäße Fertigstellung der baulichen Anlagen einschließlich der Außenanlagen abzunehmen. Bei der der geplanten Schlussabnahme im Dezember 2016 konnte jedoch nur ein Teilschlussabnahmeschein erteilt werden, da u.a. der Wall zu niedrig errichtet wurde. Die bauausführende Firma bestätigte eine tatsächliche Wallhöhe von 1 - 2 Metern – eine eklatante Abweichung von den Auflagen! Als Konsequenz untersagte der Landkreis Goslar der Fa. PLG, gefährliche Stoffe in einer störfallrechtlich relevanten Menge zu lagern, bis der Wall die vorschriftsmäßige Höhe erreicht hat.

 

Es ist ein Skandal, dass PLG sich bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht an diese Vorgabe gehalten und von Anfang an das Lager vollumfänglich betrieben hat. Damit hat es entgegen der Empfehlung des eigenen Gutachtens die Nachbarschaft gefährdet.

 

Das Schlimmste ist jedoch, dass das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig, das unterjährig gesetzlich vorgeschriebene Vor-Ort-Kontrollen bei PLG durchzuführen hat, die fehlende Umsetzung der eigenen Auflage ignoriert und derzeitig den Erweiterungsantrag von PLG prüft. Auch der Stadt Bad Harzburg ist es erstaunlicherweise nicht aufgefallen, dass der Wall an der südlichen Grundstücksgrenze seit gut 4 Jahren mehrere Meter zu niedrig ist. Oder sollte es nicht auffallen?

 

Hinzu kommt, dass die zuständigen Behörden im Schadensfall, d.h. bei einer Freisetzung von Chemikalien, nicht einmal genau wissen, welche Stoffe sich gerade im Lager befinden. Das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig zieht sich auf gesetzliche Vorgaben zurück, dass nur die Mengen je Gefährdungsklasse bekannt gegeben werden müssen.

 

In diesem Fall hat die Landwirtschaftskammer Hannover, die bei PLG Kontrollen der gelagerten Pestizide durchführt, einen Wissensvorsprung. Anhand deren Kontrollvermerke wurde bekannt, dass PLG die bei sich gelagerten Pestizide im Auftrag der Zulassungsinhaber umetikettiert. Das erschwert die Gefahreneinschätzung im Störfall zusätzlich.

 

In den über 100 Seiten langen Antragsunterlagen der Firma PLG für das Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig war stets die Rede von einer Kommissionierung der Lagergüter als Serviceleistung für die jeweiligen Eigentümer. Auch bei dem Erörterungstermin ab dem 18.2.2020 war von einem Umetikettieren der Pestizide nie die Rede. Erstaunlicherweise gab das GAA Braunschweig bei unserer jüngsten Anfrage vor, Kenntnis von dieser Praxis bei PLG gehabt zu haben. Das ist wenig glaubwürdig.

 

Ironischerweise wird nun auf der gegenüberliegenden Gewerbefläche ein Bio-Lebensmittelbetrieb angesiedelt. Wer soll das noch nachvollziehen – und das alles in bzw. nahe der Kurstadt Bad Harzburg!


Der Kohnstein - Nachruf auf einen geschändeten Berg

Walkenried. Der Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung hat sich inzwischen einige Bekanntheit durch die Herausgabe von Schriften zu Themen der Heimatgeschichte erworben. Dabei lösen sich „dicke Wälzer“ und kleinere Hefte, je nach Thema, in bunter Folge ab. Die Nummer 50 der Schriftenreihe wurde für den langjährigen Vorsitzenden und seitherigen Ehrenvorsitzenden Fritz Reinboth reserviert. Nun hat er geliefert und seine Schrift dem Kohnstein bei Nordhausen gewidmet.

 

Der Geschichtsverein ist auch bekannt dafür, dass er sich um eine objektive, also vom Sponsoring durch die Gipsindustrie und der Propaganda ihrer politischen Unterstützer nicht beeinflusste Darstellung des Südharzer Gipskarstes und seiner jüngeren Geschichte bemüht. Zu den bisherigen vier Heften dieser Reihe gesellt sich nun als Abschluss das Heft über den Kohnstein. „Nachruf auf einen geschändeten Berg“ lautet der von Fritz Reinboth bewusst gewählte Untertitel, denn in wohl kaum einem anderen Höhenzug des Gipskarstes bündeln sich wie in einem Brennglas bemerkenswerte, nun aber den Steinbrüchen und Abraumhalden zum Opfer gefallene Karsterscheinungen und eine ebenfalls weitgehend verschwundene wunderbare Landschaft einerseits und vor nichts zurückschreckendes Profitstreben andererseits, hier noch in trauriger Weise ergänzt durch die Verbrechen des Naziregimes im und rund um das KZ Mittelbau-Dora. Dem Gedenken an diese unmenschlichen Geschehnisse verdanken wir, dass am Ende überhaupt noch ein Stück dieses einst ausgedehnten Wandergebietes übrigbleiben wird…

 

Die Gipsindustrie schickt sich an, der schon geschundenen Südharzlandschaft in Niedersachsen und Thüringen den Rest zu geben – „Ersatz für REA-Gips“ muss schließlich her, obwohl es Alternativen gibt. Dass am Ende nicht viel mehr als Trümmerfelder zurück bleiben, wo früher Karsterscheinungen das Interesse der Besucher weckten, spielt in diesen Überlegungen keine Rolle. Die Generationen nach uns werden einst fragen, warum wir diese einmalige Natur für kurzfristige Gewinne preisgegeben haben. Die Naturschutzbemühungen sind zwar aktiv, aber die gipsabbauenden Firmen werden nicht aufgeben.

 

Reinboths Schrift wird die Entwicklung wohl nicht aufhalten – zu sehr sind die Interessen von Industrie und Politik miteinander verwoben. Aber er zeigt, was alles verloren gegangen ist: Aussichtspunkte, Höhlen, Schwinden, markante Bäume… Um die gipsabbauende Industrie nicht zu Unrecht schlimmer Taten zu verdächtigen, stieg der nicht mehr ganz junge Autor sogar noch durch schwer zugängliches Gelände, um am Ende doch festzustellen: Auch die Kunzenhöhle wurde rücksichtslos preisgegeben. Und wer durch die heutige Mondlandschaft des Kohnsteins streift, der merkt, dass alles Gerede von Renaturierung oder gar „schöner als vorher“ nur Blendwerk ist.

 

Für den Wanderer (noch lassen sich bestimmte Wege ja begehen) und den Geschichtsfreund bietet die 30 Seiten starke Schrift viele Anregungen. Dass man sie nach dem Lesen doch etwas betroffen aus der Hand legt, liegt nicht am Verfasser. Doch ob anderen Bergen ringsum wie Himmelberg, Mühlberg, Himmelreich, Höllstein oder Sachsenstein das Schicksal des Kohnsteins erspart bleibt, hängt am seidenen Faden. So gesehen, sollte der „Nachruf“ zugleich auch ein „Weckruf“ sein, um der weiteren Zerstörung unserer einmaligen Landschaft Einhalt zu gebieten.

 

Fritz Reinboth: Der Kohnstein. Nachruf auf einen geschändeten Berg. – Schriftenreihe des Vereins für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung e.V. Nr. 50, Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2020

 

Das Heft kostet 5 € und kann beim Verein für Heimatgeschichte Walkenried/Bad Sachsa und Umgebung e.V. erworben werden – in dessen Ausstellung (https://st.museum-digital.de/index.php?t=institution&instnr=129&navlang=de) oder über Michael Reinboth, Klettenberger Weg 15, 37445 Walkenried, Michael.Reinboth@gmx.de, Tel. 05525/1550, dann zzgl. 2 € Porto und Verpackung. Je nach Corona-Lage und entsprechenden Lockerungen wird es auch im örtlichen Buchhandel angeboten werden. Es ist im Papierflieger-Verlag Clausthal-Zellerfeld erschienen und kann auch über den Verlag bezogen werden (www.papierflieger-verlag.de).


Sauerei am Rodelhang - Besucheransturm verstärkt Müllproblem im Nationalpark Harz

Torfhaus. Einen ganzen Anhänger voll mit Müll haben die Ranger und Rangerinnen des Nationalparks Harz bei Torfhaus eingesammelt – an einem einzigen Tag, auf einem einzigen Rodelhang! Und täglich kommt neuer Unrat hinzu, denn vielen Wintertouristen fehlt offensichtlich die Sensibilität dafür, dass ihr Müll nicht nur anderen das Naturvergnügen trübt, sondern auch eine große Gefahr beispielsweise für Tiere darstellen kann. Diese verwechseln die Hinterlassenschaften manchmal mit Futter oder bauen mit Plastik so wasserfeste Nester, dass ihre Jungen darin ertrinken. Zurückgelassene Flaschen können im Sommer sogar Waldbrände auslösen.



Windeln, Verpackungen, Dosen, alte Schlitten – alles landet heutzutage im Wald und verrottet teilweise erst in Jahrhunderten – wenn es nicht mühsam wieder eingesammelt wird. Der Nationalpark appelliert deshalb unter anderen mit seiner Antimüll-Kampagne "NoTrash" immer wieder an die Besucher „Nehmt euren Müll wieder mit Nachhause! Die Natur sagt Danke!"

Foto: Thomas Beck


Wildkatzen-Foto-Studie belegt gute Bedingungen im Vorharz

Gemeinsame Presseinformation des BUND Thüringen und des Thüringer Umweltministeriums

Erfurt. Aktuelle Fotofallenbilder aus dem Nordwesten Thüringens zeigen: Die Waldgebiete des Vorharzes in den Landkreisen Eichsfeld und Nordhausen nördlich der A38 stellen einen idealen Lebensraum für die Wildkatze dar. Im Rahmen eines Projektes des BUND Thüringen wurden dort kürzlich so viele Wildkatzen von Fotofallen abgelichtet, wie nirgendwo sonst in Europa in einem vergleichbaren Zeitraum. Seit Start des Projektes im Mai entstanden bis Ende des Jahres bereits über 500 Fotofallenaufnahmen. Damit ist klar: Die Wildkatze hat in den oft naturnahen Waldgebieten im Nordwesten Thüringen einen wichtigen Verbreitungsschwerpunkt innerhalb Deutschlands.

Siegesmund: „Ich freue mich, dass sich die Wildkatze im Vorharz offenbar sehr wohlfühlt. Ihr Vorkommen in der Region ist ein wichtiger Erfolg für den Artenschutz und eine Bereicherung für den Wald.“

Die Belege für die Ausbreitung der Wildkatze sind ein Nebenfang eines BUND-Projektes, das vorrangig zum Ziel hat, die Ausbreitung des Luchses in Mitteldeutschland zu erforschen. Es wurde vom Umweltministerium im Jahr 2020 in Höhe von 35.000 Euro gefördert. Neben zahlreichen Nachweisen des Luchses gelangen eben auch ungewöhnlich viele Aufnahmen der Wildkatze. Die ersten 214 Aufnahmen wurden kürzlich im Rahmen einer Abschlussarbeit an der Georg-August-Universität Göttingen ausgewertet. Zwar lässt sich der Bestand der Wildkatzen mit den verwendeten Methoden nicht direkt ermitteln, die Häufigkeit, mit der die Wildkatzen im Vorharz abgelichtet wurden, und die Anzahl der fotografierten Tiere deuten aber daraufhin, dass die Art dort in großer Individuenzahl vorkommt.

Dieses Ergebnis freut Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen: „Der BUND setzt sich schon seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Wildkatze ein, beispielsweise durch die Schaffung von Ausbreitungskorridoren. Umso mehr freuen wir uns, dass auch unser Luchsprojekt noch einige offene Fragen zu Vorkommen und Verbreitung der Wildkatze beantworten kann“.

Hintergrund:

Wildkatzen sind keine verwilderten Hauskatzen. Die Wildkatze streifte bereits durch unsere Wälder lange bevor die ersten Hauskatzen von den Römern in Mitteleuropa eingeführt wurden. Dennoch sind sie leicht mit grau-braun gemusterten Hauskatzen zu verwechseln. Charakteristische Unterscheidungsmerkmale sind die stärker verwaschene Fellzeichnung und ein deutlich geringelter, buschiger Schwanz. Lange war der Bestand der Wildkatze in Deutschland bedroht. Dank effektiver Schutzmaßnahmen (z.B. Habitatvernetzung) erobert sich die Wildkatze heute große Teile ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes zurück.

Mehr Informationen:
https://www.bund-thueringen.de/luchs-mitteldeutschland/

Fotos: BUND/ Universität Göttingen


Ida, Fortuna, Georg-Friedrich und Morgenstern – ein Führer durch 300 Mio. Jahre Geologie und 2000 Jahre Bergbau bei Liebenburg

Liebenburg – Goslar. Schloss Liebenburg, Eisenerzbergwerk Morgenstern, Schroederstollen, Gipskuhle Othfresen und Schwarzpulverfabrik Kunigunde – das sind nur einige der interessantesten Geopunkte, die der BUND in seiner Geopark-Broschüre „Der südliche Salzgittersche Höhenzug“ auf acht Erlebnispfaden vorstellt. Ergänzt durch sechs Informationstafeln im Gelände wird so einer der spannendsten Teile des Geoparks Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen erschlossen.

Wussten Sie, dass die Innerste einmal ein Nebenfluss der Oker war und das heutige Schloss Liebenburg an ihrem Ufer gestanden hätte? Dass die Germanen schon vor 2000 Jahren das hiesige Eisenerz abbauten? Oder dass die Sedimente des Morgenstern-Teichs erhöhte Arsengehalte haben, weil das hier abgebaute Eisenerz hohe Arsengehalte aufwies, die sich nun in diesem ehemaligen Schlammteich der Eisenerzaufbereitung der Grube Morgenstern wiederfinden? Diese und viele weitere Details sind in der 80-seitigen Broschüre nachzulesen, die jetzt in dritter Auflage online erschienen ist.

Der südliche Teil des Salzgitterschen Höhenzugs befindet sich am Nordrand des Landkreises Goslar und grenzt an das Gebiet der Stadt Salzgitter, in dem sich die Fortsetzung dieses Waldrückens befindet. Er ist sowohl aus Sicht des Naturschutzes als auch der Geologie und der Landeskunde eine Besonderheit und sehr schutzwürdig. Die Europäische Union hat ihn sogar großenteils in ihr Schutzgebietssystem Natura 2000 aufgenommen – ein Gebiet, das sozusagen die diplomatische Naturschutz-Anerkennung von Brüssel bekommen hat.

Es gab bisher praktisch keinerlei populäre und öffentlich verfügbare Darstellung oder Broschüre, in der sich Besucher und Anwohner über den gesamten südlichen Salzgitterschen Höhenzug informieren konnten. Die Folge war ein Wissensdefizit vieler Bürger über die Schutzwürdigkeit des Gebiets. Vor diesem Hintergrund hatte der BUND mit Fördermitteln eine Bestandsaufnahme im Gebiet durchgeführt und mehrere Natur-Erlebnispfade beschrieben, die insbesondere auch für Kinder, Jugendliche und Familien geeignet und teilweise sogar barrierefrei sind. Darüber hinaus entstand diese Broschüre, in der viele Besonderheiten von Natur, Landschaft und Geopark Harz . Braunschweiger Land . Ostfalen für das Gebiet dargestellt sind. Das Projekt wird abgerundet durch Informationstafeln, die ebenfalls den genannten Kriterien genügen.



Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis der Broschüre zeigt, welche Vielfalt an Themen das Gebiet aufweist: Schutzwürdige Natur mit FFH-, Naturschutz und Landschaftsschutzgebieten, Weidenutzung und Kalk-Halbtrockenrasen, Mittelwaldnutzung sowie eine spannende Pflanzen- und Tierwelt, Geologie und Bergbaugeschichte. Beschrieben werden folgende Geo-Routen, Erlebnispunkte und Erlebnispfade: 1. Ein Profil durch den Höhenzug – der Aufschluss im Flöteberg; 2. Geologische und biologische Vielfalt: Flöteberg, Galgenberg, Grevelberg und Gipskuhle Othfresen; 3. Kunigunde – Eisenhütte und Pulverfabrik an der Innerste; 4. Die Innerstemulde; 5: Mittelwald bei Dörnten und Naturschutzgebiet Grube Barley; 6: Bergbaurelikte – die Gruben Georg-Friedrich bei Dörnten und Fortuna bei Groß Döhren; 7: Schroederstollen bei Groß Döhren – 2005 wieder geöffnet; 8: Die Eisenerzgrube Morgenstern – ein Umweltskandal.

Ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis rundet die Broschüre ab. Gewidmet ist sie dem Goslarer Naturschützer Volker Schadach. Er gründete 1983 die Arbeitsgruppe Biotop- und Artenschutz im BUND Goslar und 1987 den Verein „Natur- und Umwelthilfe Goslar e.V.", der im südlichen Salzgitterschen Höhenzug zahlreiche Biotope schützt und pflegt. Autoren des Bandes sind Dr. Friedhart Knolle, Dr. Martin Bollmeier, Anke Kätzel und Karl-Friedrich Weber.

Der südliche Salzgittersche Höhenzug. Acht Geopark-Erlebnispfade. BUND-Regionalverband Westharz, Goslar, 3. Auflage, https://www.bund-westharz.de/projekte/salzgitterscher-hoehenzug/

Abbildungen: Titelbild und Eisenerz-Förderwagen am ehemaligen Schacht Bismarck in Liebenburg-Heimerode, Foto Verlag Schadach.


UNSER HARZ Januar 2021 ist erschienen

Aus dem Inhalt

  • Volkmar Hering: Antimonitseigerung auf der Jost Christian-Zeche bei Wolfsberg im Harz
  • Karl Sanders: Johann Heinrich Ramberg (1763 - 1840) – ein früher Zeichner von Merkwürdigkeiten des Harzes, Folge 3
  • Lutz Wille: Wie viele Schellen hatte das Geläut der Harzer Kuhherden und wie wurde gestimmt?
  • Uwe Fricke: Drei Jahre nach dem Katastrophenalarm im Landkreis Goslar
  • H. Hille: Hochtiedsgedicht
  • Nationalparkforum: Neuer Wald in Bündeln und Rekordernte von Bucheckern – eine Waldbilanz 2020 des Nationalparks Harz in der Klimakrise

Auch wenn der Harz endlich sein schönstes Schneekleid angezogen hat, täuscht doch nichts über den Klimawandel hinweg: 2020 war das zweitwärmste Jahr seit Beginn flächendeckender Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Mit den Folgen beschäftigen sich in diesem Heft gleich zwei Beiträge: Kreisbrandmeister Uwe Fricke berichtet über Maßnahmen zum Katastrophenschutz drei Jahre nach dem Hochwasser 2017 im Landkreis Goslar und im Nationalparkforum zieht Sabine Bauling eine „Waldbilanz 2020 in der Klimakrise“.

 

Herr Dr. Sanders nimmt in seiner Serie über Zeichnungen von „Merkwürdigkeiten des Harzes“ zwei Tafeln zum Anlass, um die geologische Entstehung des Harzes im Allgemeinen und die der Hirschhörner wie auch der Hopfensäcke im Besonderen anzureißen. Montangeologisch und historisch angelegt ist der Artikel von Herrn Hering über die einzige Antimonlagerstätte des Harzes, die Jost Christian-Zeche bei Wolfsberg südöstlich von Stolberg. Sein Beitrag basiert auf eigenen Funden, die er in fachkundige Hände übergeben hat.

 

Ein gänzlich anderes Thema untersucht Dr. Wille, der sich dem Harzer Schellengeläut widmet. Wieviele Schellen hatte es und wie wurde es gestimmt? Ein Mundartgedicht aus dem Nachlass von Herrn Dr. H. Hille bringt uns die Slanstiddesche Mundart näher.

 

Ich freue mich, Ihnen ein so vielseitiges Heft zum Jahresbeginn vorlegen zu können und bin bestrebt, dass es 2021 so spannend und vielseitig weitergeht.

 

UNSER HARZ kann an folgenden Stellen erworben werden (noch bequemer ist ein Abonnement):

Altenau: GLC-Touristinformation

Bad Sachsa: GLC-Touristinformation am Kurpark

Clausthal-Zellerfeld: Grosse´sche Buchhandlung, Adolph-Roemer-Str. 12, und Oberharzer Bergwerksmuseum, Bornhardtstr. 16

Drübeck: Klosterladen im Gärtnerhaus

Goslar: Buchhandlung Böhnert, Kaiserpassage

Sankt Andreasberg: Stadtbuchhandlung Brockschmidt, Dr. Willi-Bergmann-Str. 11.

 

Foto: Der neue Wald kommt - die Buchen stehen in den Startlöchern, Aufnahme Sabine Bauling.


Neuerscheinung: Die Flora des Nationalparks Harz

Wernigerode. Soeben erschien ein mit 575 Seiten besonders umfangreicher Band aus der wissenschaftlichen Schriftenreihe des Nationalparks Harz – es geht um die Flora des Schutzgebiets. Ein Team von elf Autoren hat über viele Jahre das aktuelle Fachwissen über das zusammengetragen, was im Nationalpark Harz floristisch wächst und gedeiht. Insgesamt 1.200 Farn- und Blütenpflanzenarten werden in Text und mit 850 farbigen Abbildungen beschrieben.

Seit der Gründung der Nationalparke im Harz und besonders nach deren Fusion zu einem länderübergreifenden Nationalpark erfolgt eine intensive wissenschaftliche Arbeit. Diese Arbeit hat zuerst in der Inventarisierung der Lebensräume einen Schwerpunkt, der sich zukünftig mehr und mehr auf die Dokumentation der Entwicklungsverläufe in den Ökosystemen verlagern wird. Noch aber ist die Bestandsaufnahme vieler Artengruppen nicht abgeschlossen.

 

Im Schutzgebiet wurden rund 1.200 Arten an höheren Pflanzen nachgewiesen, das sind etwa 35 % des gesamtdeutschen Artenbestands. Und das angesichts der Tatsache, dass der Nationalpark Harz mit seinen 24.732 ha zwar einer der größten Waldnationalparke Deutschlands ist, aber nur etwa 0,07 % der Fläche der Bundesrepublik einnimmt.

 

Wie bereits für die in vorangegangenen Bänden aufgelisteten Moose (44 %), Pilze (30 %) und Flechten (26 %) entsprechend, wird deutlich, dass das Schutzgebiet eine außergewöhnlich hohe Artenvielfalt und Artendichte in seinen Naturräumen hat. Die Flora korrespondiert dabei sehr eng mit der für den Nationalpark erarbeiteten Vegetationskarte (kartografische Erfassung der Pflanzengesellschaften), d. h. der nächsthöheren Ebene der Organisation in den Ökosystemen.

 

Der Darstellung des aktuellen Pflanzenbestands ist eine kurze Geschichte der floristischen Erforschung des Nationalparks vorangestellt, die erkennen lässt, dass die Tradition dieser Forschung bis in das 16. Jh. zurückreicht. Brocken, Heinrichshöhe, Bruchberg und Rehberg sowie die Oberharzer Moore waren geradezu klassische botanische Exkursionsziele. So wurde im Harz auch die weltweit erste Flora geschrieben. Aus der Übersicht zur aktuellen Zusammensetzung der Flora im Nationalpark  ergibt sich, aus welchen Vegetationszonen Arten nacheiszeitlich in den Harz eingewandert sind. Dabei zeigt die Einschätzung der Natürlichkeit der Florenausstattung, dass nur etwa die Hälfte der heutigen Arten als im Nationalpark indigen, d. h. standortheimisch betrachtet werden kann. 80 Arten sind als Folge der Kultur durch den Menschen sog. Alteinwanderer (Archäophyten), knapp 70 Arten sind Neophyten. Fast 150 Arten kamen durch Kultur in das Gebiet, ganz überwiegend infolge forstlicher Anpflanzungen. Anderen Arten wurde durch die Veränderung der Landschaft durch den Menschen erst Lebensraum geschaffen. Es ist zu erwarten, dass diese Arten der „Kulturlandschaft“ mit zunehmender Naturnähe in den Lebensräumen des Nationalparks abnehmen werden.

 

Es werden auch aktuelle Themen aufgegriffen. So gibt es Hinweise auf Arten, deren Ausbreitung und Wachstum mit dem Klimawandel in Zusammenhang stehen, zum Vorkommen von „salztoleranten“ Arten an Straßenrändern, zum Einwandern von Neophyten und zum Rückgang von autochthonen und lange im Gebiet beheimateten Arten usw.

 

 

Welche Bedeutung hat die Bestandsaufnahme der Flora?

 

Der Harzer Nationalparkplan ist die praktische Leitlinie und schreibt die Schritte der Umsetzung der langfristigen Nationalparkkonzeption fest. Diese Fachplanung setzt eine möglichst genaue Kenntnis der vorhandenen Artengarnitur voraus, von den Algen über Pilze bis zu den Säugetieren. Die über 25 Jahre zusammengetragenen Daten zu den höheren Pflanzen sind zentraler Baustein, da diese Pflanzen den Hauptanteil der Biomasse ausmachen und Grundlage für das Leben vieler anderer Artengruppen bilden. Trotz der langen Bearbeitungszeit, die einfach der Größe des Gebietes und der schweren Zugänglichkeit vieler Bereiche geschuldet ist, ist mit der Flora des Nationalparks Harz die Ausgangssituation beschrieben, von der die auf Jahrhunderte ausgerichtete Rückkehr zu sekundären Naturwäldern eingeleitet wurde. Es ist dies also die Artenausstattung auf der „Startlinie“, die sehr detailliert erfasst ist, und auf die in späteren Jahrzehnten und Jahrhunderten immer wieder Bezug genommen werden kann. Für ein Schutzgebiet wie den Nationalpark, der die Naturdynamik zum wichtigsten Weg in die Zukunft erklärt hat, ist das ein unverzichtbarer Bezugspunkt. Da wir gegenwärtig dramatische Umbrüche in den Wäldern sehen, wird die Flora der ersten Stunde in allen Facetten so auch nicht mehr zu beobachten sein.

 

 

Wer hat die Arbeiten an der Flora ausgeführt?

 

Das Zusammentragen der Fundortangaben zu den 1.200 Pflanzenarten ist ein Gemeinschaftswerk vieler Beobachter. Dazu gehören ausgewiesene Botaniker, die die Nationalparkverwaltung ehrenamtlich oder über bestimmte Auftragsvergabe unterstützt haben sowie zahlreiche Spezialisten für bestimmte Artengruppen und viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nationalparkverwaltung sowie der angeschlossenen Nationalparkhäuser. Insgesamt wirkten etwa 60 externe Mitstreiter mit. Das Gros des Bildmaterials steuerte Wilfried Störmer bei, der seine Arbeit im Nationalpark als Waldführer begann und noch heute ausführt. Die Federführung bei der Zusammenstellung der Daten und der Textgestaltung lag bei Dr. H.-U. Kison, bis 2016 Leiter des Fachbereichs Naturschutz, Forschung und Dokumentation. Die Redaktion des 575-seitigen Werkes lag in bewährter Weise bei Dr. Andrea Kirzinger und Ingrid Nörenberg, unterstützt durch Ute Springemann und Andreas Marten.

 

  

 

 

Was bringt die Flora Neues?

 

Es gab 2004 bereits eine Florenliste für den damaligen sachsen-anhaltischen Nationalpark Hochharz. Diese bildete den Grundstock für den heutigen Teil des gemeinsamen Nationalparks im Land Sachsen-Anhalt. Nach der Fusion der Parke wurde nun auch der niedersächsische Teil aktuell erfasst. Die Fundortangaben werden auf der Grundlage von topografischen Karten 1:25.000 mitgeteilt und sind den jeweiligen Länderteilen zugeordnet, so dass die Daten Eingang in die Länderkartierungen durch den NLWKN Hannover und das LAU Halle finden können. Die Fundortangaben erfolgen sehr detailliert und können so die Grundlage für weiterführende Untersuchungen sein (z.B. Pilze oder Insekten, die von oder an den Arten leben). Erstmals sind die Brombeeren des Nationalparks mit rund 50 Arten aufgenommen. Diese schwer bestimmbare Gruppe wurde von Werner Illig (Ilsenburg) bearbeitet. Da die Brombeeren in ihren Beständen stark zunehmen, ist hier eine wichtige Basiserfassung erfolgt. Neu ist auch die Aufnahme von im Harzer Schrifttum nachweisbaren volkstümlichen Pflanzennamen. Diese werden nicht nur genannt, sondern es wird auch erläutert, worauf diese Pflanzenbenennungen Bezug nehmen.

 

 

An wen richtet sich die Nationalparkflora?

 

Zu allererst ist die Flora eine Dokumentation und Arbeitsgrundlage für das Schutzgebiet. Die Daten haben zentrale Bedeutung für die zukünftige Erfüllung der Monitoring-Aufgaben (Waldforschung, Vegetationsentwicklung), aber auch für die Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung des Nationalparks. Das Buch soll aber auch alle an der Botanik Interessierten ansprechen und anregen, die Pflanzenwelt des Oberharzes kennenzulernen. Dem kommt entgegen, dass die aufgeführten Fundortangaben ganz überwiegend an Wegen und für jeden zugänglichen Stellen erfolgen (Wegegebot). Diesem Anliegen dient auch die reiche Bebilderung mit 850 Pflanzenaufnahmen, z.T. als eindrucksvolle Detail- und Makrofotografien. Mit entsprechenden Vorkenntnissen oder dem Einsatz moderner Smartphone-Apps für die Pflanzenbestimmung können die eigenen Beobachtungen über die Abbildungen abgeglichen werden.

 

 

Welche Informationen finden sich zu den Arten?

 

Die Arten sind alphabetisch nach ihren aktuellen botanischen Namen geordnet; ein Register am Ende erlaubt das Suchen nach deutschen Pflanzennamen. Zu jeder Art gibt es eine Information zu ihrer großräumigen Verbreitung sowie eine Status-Einschätzung, z.B. einheimisch, neophytisch oder eingeschleppt. Dann folgen Angaben zur Ökologie der Art im Nationalpark, zum Vorkommen in bestimmten Pflanzengesellschaften oder zum Zeigerwert der Art. Auch in der Nationalparkregion bekannte volkstümliche Namen werden aufgeführt, sofern diese der Literatur zu entnehmen waren. Den Hauptteil der Beschreibung nehmen die nach Länderanteilen geordneten Fundortangaben ein. Nach Möglichkeit sind aus allen Regionen des Nationalparks Fundorte benannt. Im Literaturverzeichnis sind historisch bekannt gewordene Fundortangaben zusammengestellt. Letzteres erfolgt in der Regel im Originalwortlaut, da eine Reihe der Quellen schwer zugänglich ist. Somit ist eine umfassende Information zu jeder Art gegeben, die sowohl die Geschichte der Beobachtung als auch ihren heutigen Status sehr genau beschreibt.

 

Kison, H.-U., Ciongwa, P., Czichowski, H.-J., Hammelsbeck, U., Herdam, H., Illig, W., Karste, G., Sprick, P., Thiel, H., Wegener, U. & Störmer, W. (2020): Flora des Nationalparks Harz. – Schriftenreihe aus dem Nationalpark Harz Band 19, 575 Seiten, 1.200 Pflanzenarten, 850 farbige Abb., ISSN 2199-0182, Schutzgebühr: 20,00 Euro.

 

Das gedruckte Buch ist bei der Nationalparkverwaltung Harz für 20,- € zzgl. Versandkosten erhältlich: Lindenallee 35, 38855 Wernigerode, poststelle@npharz.sachsen-anhalt.de. Zudem steht der Band auf der Nationalpark-Webseite als kostenloser PDF-Download zur Verfügung: https://www.nationalpark-harz.de/de/downloads/Flora-des-Nationalparks-Harz

 

Fotos: 

Wächst in den Hochmooren des Nationalparks Harz – die Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos). Bildautor: Wilfried Störmer 

Das Leberblümchen (Hepatica nobilis) kündigt auf kalkreichen Standorten im Nationalpark Harz den Frühling an. Bildautor: Wilfried Störmer


Altenau-Torfhaus: Der Berg ruft! FÖJ in der Wildnis zu vergeben
Freiwilligendienst für 6 Monate im Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Altenau-Torfhaus. Genug vom Lockdown? Du willst raus und etwas tun? Ab dem 1. März 2021 vergeben wir für sechs Monate einen Platz im Freiwilligen Ökologischen Jahr. Hier kannst du dich für die Natur einsetzen, Tiere und Pflanzen des Harzes kennen lernen und dein Wissen an die interessierten Besucher und an Kinder- und Jugendgruppen weitergeben.

Bevor wir dich in die Wildnis schicken, wirst du in die Natur des Harzes, ihre Tier- und Pflanzenwelt, in die historische Waldnutzung und in die aktuellen Entwicklungen und die Auswirkungen der Klimaerwärmung eingearbeitet. Auch pädagogisches Basiswissen geben wir dir mit auf den Weg. Nachdem du bei einigen Führungen hospitiert hast, ist es dann bald an der Zeit, dass du selber mit Gruppen unterwegs bist und die Wildnis rund um Torfhaus und auf dem Weg zur Wolfswarte oder zum Brocken erkundest.

Neugierig geworden? Dann schick uns deine Bewerbung per E-Mail oder ruf uns an. Wir freuen uns auf dich.

Das erwartet dich:

  • 6 Monate FÖJ
  • Einarbeitung in die Nationalparkthemen
  • Teilnahme an den FÖJ-Seminaren der Niedersächsischen Naturschutzakademie (z. T. online)
  • Infotresen und Betreuung der Ausstellung
  • Führungen und Exkursionen
  • Ein Taschengeld
  • Sozialversicherung

 

Dieser FÖJ-Platz richtet sich an junge Leute aus der Region Bad Harzburg/Goslar/Braunlage. Leider ist unsere Freiwilligenunterkunft derzeit belegt, so dass du von zu Hause aus pendeln musst.

 

Frau Heike Albrecht-Fechtler

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

Torfhaus 8 | 38667 Torfhaus

Tel. 05320 33179-0

post@torfhaus.info | www.torfhaus.info

 

Hintergrundinformationen

 

Nationalpark Harz

 

Der Nationalpark Harz ist seit 2006 der erste bundesländerübergreifende Nationalpark in Deutschland und gleichzeitig der größte Waldnationalpark Deutschlands. Hier werden auf etwa 250 km² die einheimischen Fichten-, Misch- und Buchenwälder geschützt. Bereits auf etwa 62 % der Fläche gilt das Motto „Natur Natur sein lassen“. In manchen Bereichen werden Waldentwicklungsmaßnahmen durchgeführt, um eine naturnahe Entwicklung der ehemaligen Nutzwälder zu unterstützen.

 

Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus

 

Das Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus ist eine der zentralen Einrichtungen der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit des Nationalparks Harz. Betrieben wird es vom BUND-Landesverband Niedersachsen in einem Trägerverbund mit der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz und der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld. Pro Jahr bietet das Team etwa 450 Veranstaltungen mit ca. 5.000 Teilnehmern an.

 

Foto: Umweltbildungsarbeit im Nationalpark Harz, Aufnahme Nationalpark Harz.


Naturerlebnis und Naturschutz bei Schnee und Eis - Den Tieren im Winter die schwere Zeit erleichtern

Neuschnee lockt und macht den Harz derzeit besonders anziehend für Erholungssuchende. Der Nationalpark Harz bietet in diesen Wintertagen zahlreiche Winterwanderwege in herrlicher Natur. Doch für die Tierwelt ist der Winter die schwerste Zeit!

 

 

Der Nationalpark Harz bittet daher, bei allem Winterspaß an Sport und Spiel den rücksichtsvollen Umgang mit der Natur nicht zu vergessen. Wanderer sollten unbedingt auf den beschilderten ausgewiesenen Wanderwegen bleiben. Wer querfeldein läuft, richtet oft unbewusst schwere Schäden in der Natur an. Tiere werden aufgeschreckt und aus ihren Verstecken vertrieben. Finden sie danach nicht genug Nahrung, um wieder zu Kräften zu kommen, kann das ihren Tod bedeuten. Die Nationalparkverwaltung bittet daher eindringlich, die Wege nicht zu verlassen, Lärm zu vermeiden, Hunde anzuleinen und auf das Wandern in der Dämmerung und bei Nacht freiwillig zu verzichten.

 

Foto: Die Tiere haben es im Winter besonders schwer – Rücksicht ist geboten. Aufnahme Armin Maywald.


Protest gegen die Verfüllung des Steinbruchs Marienhagen bei Duingen (Landkreis Hildesheim) und die Zerstörung von Fledermauswinterquartieren

Hildesheim. Siegfried Wielert, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V., die im gesamten norddeutschen Raum in Sachen Höhlenforschung und Fledermausschutz aktiv ist, hat heute Anzeige gegen unbekannt wegen der Verschüttung von Sonderbiotopen, die nach Bundesnaturschutzgesetz unter Schutz stehen, im Steinbruch Marienhagen bei Duingen. Im Herbst in die Höhlen und Klüfte des Steinbruchs zur Überwinterung eingeflogene Fledermäuse können diese auf Grund der Vorschüttungen nicht mehr verlassen und sind auf diese Weise zum Tode verurteilt.

 

 

Die Höhlenforscher fordern die sofortige Unterbrechung der Arbeiten und den Rückbau der Vorschüttungen, siehe auch die anliegenden Fotos, die am gestrigen Sonntag aufgenommen wurden. Die Arbeiten dürfen erst nach eingehender Kontrolle, ob Fledermäuse in den Objekten sind, fortgeführt werden, wenn sie denn überhaupt genehmigt sind. Zumindest sind sie zum jetzigen Durchführungszeitpunkt nicht genehmigungsfähig, denn die Fledermäuse befinden sich bereits im Winterquartier.

 

 

„Seit Monaten bemühen wir uns bei den zuständigen Behörden um Aufklärung und haben unsere Fledermausdaten und anderen Beobachtungen immer wieder gemeldet“, so Dr. Friedhart Knolle, der 2. Vorsitzende des Vereins. Die Informationen flossen jedoch nur spärlich und man hielt uns über das halbe Jahr hin. Selbst die genaue Genehmigungslage wurden uns nicht mitgeteilt – ein unerträgliches und bürgerfernes Verhalten, das wir so nicht akzeptieren werden.

 

 

Fotos Arbeitsgemeinschaft für Karstkunde Harz e.V.


Presseinformation des BUND Thüringen: Naturgipsausstieg muss jetzt auf den Weg gebracht werden – BUND Thüringen fordert Einrichtung einer Gipskommission

Erfurt. In einem Brief an die an die Landesregierung sowie an den Landtag fordert der BUND Thüringen den Ausstieg aus dem Naturgipsabbau bis spätestens 2045. Der Verband beruft sich dabei auf sein Gutachten "Umweltverträgliche Alternativen zum Abbau von Naturgips". Eine Gipskommission auf breiter gesellschaftlicher Basis solle den Prozess in Zukunft begleiten. Neuverritzungen und Erweiterungen bestehender Gipstagebauen im Südharz erteilt der Verband dagegen eine klare Absage.

„Der Abbau von Naturgips vernichtet unwiederbringlich weltweit einzigartige Landschaften im Südharzer Gipskarstgürtel und damit die Zukunft einer ganzen Region“, mahnt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen. „Unser Gutachten belegt, dass Naturgips in naher Zukunft verzichtbar sein wird. Dafür müssen jetzt die Weichen gestellt werden.“

Das BUND-Gutachten belege, dass strengere Regelungen für das Recycling von Gipsprodukten den Bedarf an Naturgips in Zukunft deutlich reduzieren. Gleichzeitig könnten bisher vernachlässigte Potenziale von Chemiegipsen erschlossen und nachwachsende Rohstoffe als Substitute für Gips, insbesondere im Baubereich, gefördert werden.

Hoffmann: „Naturgips ist ein wertvoller und vor allem endlicher Rohstoff. Deshalb müssen wir schon jetzt an die Zukunft denken und den strukturellen Wandel in der Südharzer Gipskarstlandschaft auf den Weg bringen. Dies kann jedoch nur gelingen, wenn Industrie, Gewerkschaften, Umweltverbände und regionale Akteure beteiligt werden. Deshalb fordern wir vom Land Thüringen die Einrichtung einer Gipskommission, analog zur Kohlekommission, die diesen Prozess gestaltet. Ministerpräsident Ramelow hat ein solches Gremium beim Gipssymposium in Nordhausen im September 2019 bereits zugesagt. Dies gilt es jetzt in die Tat umzusetzen.“

Der Genehmigung weiterer Abbauflächen erteilt der Verband vor diesem Hintergrund eine klare Absage: „Wir fordern die Thüringer Landesregierung auf, sich an ihr Versprechen bei Amtsantritt zu halten und keine neuen Gipstagebaue im Südharz zu genehmigen. Gerade in Zeiten des akuten Artensterbens ist es unsere Pflicht, Landschaften mit solch einmaliger Artenausstattung zu bewahren und sie für kommende Generationen zu entwickeln. Dafür müssen wir jetzt den Grundstein legen.“

Das vom BUND in Auftrag gegebene Gutachten finden Sie unter:

https://www.bund-thueringen.de/gipskarst/


Kaffee für den Luchs – eine Spende für die Artenvielfalt

Bad Lauterberg – Wernigerode. Kaffee ist die Leidenschaft von Mark Schnibbe. Seine Harzer Kaffeerösterei hat ihren Sitz seit 2007 in Bad Lauterberg. In der Kaffeemanufaktur verwöhnt er mit leckeren Kaffeespezialitäten und feinen Süßigkeiten. Schnibbe kauft seinen Kaffee fair und sozial ein. Für die beste Qualität ihrer Produkte reisen er und seine Mitarbeiter in die Herkunftsländer ihrer Bohnen und haben so immer ein Auge auf Anbaumethoden und soziale Arbeitsbedingungen vor Ort. Das ist der Grundstein für eine gute Zusammenarbeit und einen fairen Handel mit den Kleinbauern und den Plantagen.

Doch auch vor der eigenen Haustür möchte sich Mark Schnibbe für die Erhaltung von Flora und Fauna engagieren und seine Produkte in besonderer Weise mit der Harzer Heimat verbinden. Sein besonderes Interesse gilt dem Luchsprojekt Harz. Diesem Projekt verdanken wir es, dass die größte europäische Katzenart im Harz erfolgreich wieder angesiedelt wurde.

Die Kaffeerösterei mit ihrer nachhaltigen Produktion weltweit und im Harz passt gut zum Luchsprojekt, findet dessen Leiter Ole Anders, der Leiter des Luchsprojektes. Aus diesem Grund ist ein gemeinsames Projekt entstanden. Der „Harzer Röstkaffee“ ist in verschiedenen Märkten, Restaurants und Hotels der Region erhältlich. Nicht zufällig ziert ein Luchskopf die Verpackung der braunen Bohnen. Für jedes verkaufte Kilo Kaffee fließen 50 Cent an das Luchsprojekt des Nationalparks Harz.

Mittlerweile ist eine stattliche Summe zusammengekommen – so konnte Mark Schnibbe dem Leiter des Luchsprojektes jüngst einen Scheck in Höhe von 4.660,- Euro übergeben. Das Geld fördert auf direktem Wege die Forschung und die Öffentlichkeitsarbeit für die größte europäische Katzenart.

Im Jahr 2000 starteten das Land Niedersachsen und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. gemeinsam dieses Wiederansiedlungsprojekt. Seither hat sich die Harzer Luchspopulation zu einer der vitalsten in ganz Europa entwickelt. Die Pinselohren sind längst zu einem Aushängeschild der Region geworden und breiten sich in das Umland des Mittelgebirges aus. Und auch Mark Schnibbe und der Harzer Kaffee haben zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen – dafür sagt der Nationalpark Harz DANKE!

Foto: Scheckübergabe von Mark Schnibbe (links) an Ole Anders, Rolf Steinke.


Fotowettbewerb HarzNATUR startet wieder Einsendeschluss ist der 14. März 2021

Der Nationalpark Harz ruft erneut gemeinsam mit der Jungfer Druckerei und Verlag GmbH und der SilverLynx Media GmbH aus Herzberg Fotografinnen und Fotografen auf, ihre schönsten und spektakulärsten Bilder aus dem Harzer Nationalpark beim Fotowettbewerb HarzNATUR 2021 einzureichen. Mit ihren Motiven von spannenden Tierbegegnungen, atemberaubenden Landschaften oder den kleinen Wundern am Wegesrand können Hobby- und Profi-Fotofreunde ihre Faszination für die Natur im Nationalpark Harz mit anderen teilen. Die schönsten Bilder begeistern regelmäßig viele Menschen in einer vielbeachteten Foto-Ausstellung und im jährlich erscheinenden Nationalpark-Fotokalender HarzNATUR.

 

Beim Fotowettbewerb HarzNATUR geht es vor allem darum, die eigene Begeisterung für die Harzer Natur in beeindruckenden Fotomotiven auszudrücken. Teilnehmen kann, wer Spaß am Fotografieren hat. Die Teilnahme ist kostenfrei. Einsendeschluss ist der 14. März 2021. Das Einhalten der Nationalparkregeln ist selbstverständlich auch beim Fotografieren Pflicht.

Alle Informationen zu den vier Wettbewerbskategorien, was es zu gewinnen gibt und die genauen Teilnahmebedingungen gibt es auf www.fotowettbewerb-harznatur.de  oder per Post oder Telefon beim Nationalpark Harz, Außenstelle Oderhaus, 37444 Sankt Andreasberg, Telefon 0 55 82 / 91 89 – 41.

 

  

 

Alle Teilnehmenden unterstützen aktiv die Harzer Luchse und ihre Erforschung, denn 100% der Erlöse des Fotokalenders kommen dem Luchsprojekt Harz zugute: Dieses ermöglichte mit einer erfolgreichen Wiederansiedlungskampagne die Rückkehr der großen Samtpfoten in den Harz und ihre Ausbreitung in angrenzende Gebiete. Heute widmet sich das Projekt vor allem der Dokumentation der weiteren Entwicklung und der Forschung beispielsweise zu den Ausbreitungswegen der Harzer Luchse.

 

  

 

Die beigefügten Gewinnerfotos des Wettbewerbs HarzNATUR 2019 sind im Zusammenhang mit dem Abdruck der Pressemitteilung frei: 

Kategorie A: „Erlenzeisig-Streit“ von Jürgen Borris aus Holzminden

Kategorie B: „Steine am Reitstieg“ von Dr. Marion Müller aus Goslar

Kategorie C und Gesamtsieg: „Kraftsportler“ von Thomas Hinsche aus Dessau-Roßlau

Kategorie D: „Der Alte“ von Hans-Joachim Gleichmann aus Clausthal-Zellerfeld


Weitere Nationalpark-Partnerbetriebe in Braunlage und Torfhaus ausgezeichnet

Wernigerode - Braunlage. Gemeinsam aktiv für das Schutzgebiet und die Region – das ist das Motto für die Arbeit der Nationalpark-Partnerbetriebe im Harz. Nachdem die große und lange geplante Auszeichnungsveranstaltung aufgrund der neuen Corona-Beschränkungen nicht stattfinden konnte, zeichnen wir die Betriebe nun einzeln vor Ort aus. Jüngst kamen drei neue Betriebe in Braunlage und Torfhaus dazu.

 

 

Das Rodelhaus am Wurmberg

 

Seit 1908 schreibt das Rodelhaus in einer Höhe von 720 Metern am Wurmberg in Braunlage Waldgaststätten-Geschichte. 2008 übernahm Judith Bothe das historische Haus und ist seitdem dabei, dessen Zukunft mit Herz und Seele neu zu gestalten. Dabei legt sie sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit. Was die Gäste im Rodelhaus schmecken, riechen, sehen und erleben können, sind Produkte, die fair erzeugt und gehandelt werden. Entschleunigung im Genuss entdecken – das kann man im Rodelhaus. Es ist im Slow-Food-Genussführer und wurde mit der Regionalmarke „Typisch Harz“ ausgezeichnet. Beste Voraussetzungen also, um auch Partner des Nationalparks zu werden. Das Rodelhaus ist das erste Gasthaus, das sich aktiv im Partnernetzwerk engagiert, so Cordula Dähne-Torkler, die im Nationalpark Harz für das Partner-Projekt zuständig ist.

 

 

Ferienwohnungen Waldzwerge und Waldwichtel in Braunlage

 

Familie Becker hat mit ihren familien- und kinderfreundlichen Ferienwohnungen Waldzwerge und Waldwichtel in Braunlage ihre Nationalpark-Partnerschaft, die seit 2013 besteht, verlängert. Der Betrieb ist ein wichtiger und stets aktiver Partner, der sich sehr intensiv in den Neuausrichtungsprozess einbringt.

 

 

Jugendherberge Torfhaus

 

Die Jugendherberge Torfhaus ist Nationalpark-Bildungsstätte und von Beginn an Partner des Nationalparks Harz. Das besondere ökologische Umfeld des geschützten Standortes bietet hervorragende Möglichkeiten für die Umweltbildung. Mitten im Nationalpark Harz und am Fuße des Brockens gelegen, bietet die Jugendherberge Torfhaus in Kooperation mit dem Nationalpark-Besucherzentrum TorfHaus vielfältige Programme zum Thema Natur- und Umweltschutz an für Jung und Alt an, denn  Familien sind eine wichtige Zielgruppe der Jugendherberge Torfhaus, so die Jugendherbergsleiterin Kathleen Einbeck.

 

Fotos: Judith Bothe am Rodelhaus, Familie Becker in Braunlage, Jugendherbergsleiterin Kathleen Einbeck; Aufnahmen: Nationalpark Harz und Jugendherberge Torfhaus.