Presseerklärung des Verbandes der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. (VdHK) zur UNEA-7 und der
Resolution zu Karst-Ökosystemen, GEO-7 und zum Schutz des Gipskarstes
München, 12. Dezember 2025
Höhlen und Karst erstmals Thema bei der Umweltversammlung UNEA-7 der Vereinten Nationen, Treffen
mit Vertretern des Bundesumweltministeriums
München. Seit einem Jahrzehnt begleitet der Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V. (VdHK)
die internationalen Beratungen zu Nachhaltigkeitszielen und Umweltschutz auf UN-Ebene. In diesem Jahr
markierte die UNEA-7 in Nairobi einen historischen Meilenstein: Zum ersten Mal wurde eine Resolution zu
Karst-Ökosystemen auf Antrag von Indonesien verhandelt. Der VdHK war als einzig akkreditierter Verband zu
Höhlen und Karst aktiv in die Verhandlungen eingebunden, deren Vorsitzende Bärbel Vogel als Kontaktpunkt
für die NGO Major-Gruppe benannt wurde.
Aktive Beteiligung und transnationale Zusammenarbeit
Seit Anfang Oktober 2025 begleitete der VdHK die Verhandlungen zunächst online. Eine eigens gegründete
transnationale Arbeitsgruppe vertrat die Interessen des Verbandes. Ana K. Celis (Mexiko) und Dr. David B.
Wechuli (Kenia) waren dann vor Ort in Nairobi. Die Verhandlungen der Mitgliedsstaaten zu Karst-Ökosyste-
men gestalteten sich jedoch höchst kontrovers. Obwohl Karst 16 % der eisfreien Erdoberfläche ausmacht und
10 % der Weltbevölkerung auf Wasser aus Karstgebieten angewiesen sind, ist das Thema im globalen Um-
weltschutz noch nicht angekommen. Weltweit stehen nur 7 % der Karstgebiete unter Schutz.
Dank an Indonesien – Enttäuschung über das Verhandlungsergebnis
Der VdHK dankt Indonesien ausdrücklich dafür, als erstes Land diese Lücke im globalen Umweltschutz mit
einer Resolution auf UN-Ebene thematisiert zu haben. Besonders relevant ist dies vor dem Hintergrund, dass
das Nachhaltigkeitsziel Wasser 2026 auf der UN-Agenda steht. Umso bedauerlicher ist es, dass die Resolution
nach zehn Tagen intensiver Verhandlungen zurückgezogen werden musste, da sich die Mitgliedsstaaten nicht
auf einen finalen Text einigen konnten.
Engagement bleibt ungebrochen – Erfolge trotz Rückschlag
Trotz dieses Rückschlags sieht der VdHK sein Engagement als erfolgreich an:
• Innerhalb von nur neun Wochen gelang es, das Thema Karst vielen Delegationen näherzubringen.
• Eine englischsprachige Website mit Informationsmaterial wurde erstellt und durch eine Social-Media-
Kampagne begleitet.
• Als erster deutscher Naturschutzverband hat der VdHK einen Side Event bei einer UNEA organisiert,
zu „Karst-bewussten Entscheidungen für einen nachhaltigen Planeten“. Neben Bärbel Vogel und Ana
K. Celis gewann der VdHK eine Sprecherin des indonesischen Ministeriums als Vortragende sowie
Vertreter anderer UN-Interessensgruppen für eine Podiumsdiskussion.
• Beim Global Environment Outlook 7, dem bislang umfassendsten Bericht zur wissenschaftlichen Be-
wertung der Umwelt der Welt, war mit Bärbel Vogel erstmals eine Höhlenforscherin beteiligt. Zahlrei-
che Referenzen zu neuen wissenschaftlichen Publikationen zu Karst konnten so wurden in den Be-
richt aufgenommen werden.
• Höhlenforscher:innen und speläologische Verbände aus zahlreichen Ländern unterstützten die Initia-
tive – ein Zeichen für die starke Solidarität der speläologischen Gemeinschaft.
„Viele Delegierte kannten den Begriff ‚Karst‘ zuvor nicht. Dass wir es geschafft haben, in so kurzer Zeit so viel
Aufmerksamkeit zu generieren, ist ein großer Erfolg“, betont die Vorsitzende des VdHK Bärbel Vogel. „Wir
werden uns weiterhin dafür einsetzen, Karstlandschaften und ihre Ökosystemleistungen auf UN-Ebene zu
verankern. Gemeinsam mit Indonesien und den speläologischen Verbänden wollen wir uns für die UNEA-8 in
zwei Jahren vorbereiten.“
Dialog mit der Politik: Schutz des Gipskarstes im Südharz
Heute traf sich Ana K Celis mit Vertretern des Bundesumweltministeriums in Nairobi. Deutschland verfolgt
auf der UNEA-7 eine Resolution zu Umweltauswirkungen von Bergbau. Das unterstreicht das deutsche Enga-
gement für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Ressourcenbewirtschaftung. Der VdHK wies in diesem
Zusammenhang auf die besondere Bedeutung des Gipskarstes im Südharz hin, wo sogar Schutzgebiete durch
Abbau bedroht sind. Es gibt mittlerweile mengenmäßig ausreichend Alternativen zum Naturgips, wenn man
den Phosphorgips einbezieht. „Damit muss der Gipsabbau der Vergangenheit angehören. Das bleibt ein wich-
tiges Thema für uns“, so Bärbel Vogel, „Die weltweit einzigartige Landschaft im Südharz darf keines Falls dem
Abbau geopfert werden, sondern verdient den höchsten Schutzstatus. Der VdHK ruft alle zuständigen Behör-
den auf, sich dieser Verantwortung zu stellen und gemeinsam den UNESCO-Welterbestatus zu beantragen.“
Dass die Welt auf den Südharz blicken könnte, hat die UNEA-7 gezeigt.
Weitere Infos auf www.karst-aware.org
Fotos sind hier abrufbar.
Verband der deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V.
Bärbel Vogel vorsitz@vdhk.de Tel. 08361-269 vdhk.de
Gemeinsam können wir mehr erreichen und den Nationalpark Harz als Naturraum schützen und erhalten.