Gesellschaft zur Förderung
des Nationalparks Harz e.V.

PM Projekt KI Nationalpark

PM Projekt KI Nationalpark

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hier unsere neuste Pressemitteilung:

 

 

Projekt „KI-Nationalpark“: Mit Künstlicher Intelligenz die Artenvielfalt im Großschutzgebiet untersuchen

 

Nationalpark Harz beteiligt sich an Projekt zum Aufbau eines schutzgebietsübergreifenden, KI-gestützten Monitoringsystems

 

Wernigerode, 10. Dezember 2025. Künstliche Intelligenz (KI) im Dienste der Wissenschaft: Der Nationalpark Harz beteiligt sich zusammen mit zwölf weiteren deutschen Nationalparken und zwei Wildnisgebieten am Projekt „KI-Nationalpark“. Dabei werden in den Schutzgebieten unter Einsatz von Fotofallen und Aufnahmegeräten Daten zu Tierpopulationen, Artenvielfalt, Umweltfaktoren und menschlichen Einflüssen gesammelt und dann mit Hilfe der KI ausgewertet. Die Geräte zeichnen unter anderem Bewegungen von großen Säugetieren und Geräusche wie Fledermausrufe und Vogelstimmen, aber auch von Forstmaschinen oder menschlichen Freizeitaktivitäten auf.

Bei diesem bundesweit einzigartigen Vorhaben wird so erstmals ein schutzgebietsübergreifendes, KI-gestütztes Monitoringsystem aufgebaut, das Biodiversität, Klimafaktoren und menschliche Nutzung gemeinsam erfasst und auswertet. Ziel ist es, die Rolle der Nationalparke als CO₂-Senken zu stärken, den Schutz der biologischen Vielfalt zu verbessern und die Grundlagen für ein zukunftsfähiges Management zu schaffen.

Das Projekt wird von Nationale Naturlandschaften e. V., dem Dachverband der deutschen Großschutzgebiete, koordiniert und gemeinsam mit der Universität Freiburg und der biometrio.earth GmbH umgesetzt. Gefördert wird es durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUKN) im Rahmen des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK), Förderlinie „KI-Leuchttürme“.

120 Fotofallen und 52 Audiogeräte im wurden Schutzgebiet installiert

Beim Nationalpark Harz koordiniert Wissenschaftlerin Stefanie Pfefferli die Projektarbeit. „Wir haben dafür 120 Fotofallen angebracht, und zwar an zufällig ausgewählten Standorten. Zusätzlich wurden 52 Audiogeräte installiert. Das sind Geräte die Geräusche aufnehmen. Die eine Hälfte zeichnet tagsüber Vogelstimmen auf, die andere Hälfte erfasst nachts die Rufe von Fledermäusen“, berichtet sie. „Die Wildtierkameras wurden in einer Höhe von 50 cm über dem Boden angebracht, immer nach Norden ausgerichtet.“ Diese standardisierte Vorgehensweise stellt die Vergleichbarkeit aller im Projekt erhobenen Daten sicher. Die Fotofallen und Audiogeräte werden ergänzt durch Messgeräte, die die Bodenfeuchte und Temperatur aufnehmen. Im nächsten Jahr sollen auch Verbissspuren an Bäumen erfasst werden. „Mit diesem KI-gestützten Monitoring können wir beispielsweise die Dichte der Rotwildbestände im Großschutzgebiet ermitteln – denn Hirsche kann man nur sehr schwer zählen. Möglichweise können wir mit den Daten aufzeigen, welche Zusammenhänge zwischen den Tierarten und dem Waldwandel bestehen“, erläutert Pfefferli. Zu ihren Aufgaben als Projektkoordinatorin gehört der Aufbau, die Datenerhebung, also die Kontrolle der Fotofallen, und das Datenmanagement. „Die Kameras stehen ein Jahr lang an einem Ort. Die Batterien und die Speicherkarten müssen regelmäßig ausgetauscht und ausgelesen werden. Dabei unterstützen mich auch unsere Forstwirte. Bei diesem Monitoring entstehen riesige Datenmengen“, sagt sie.

Genau da kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel. KI ermöglicht die automatische und schnelle Auswertung der gesammelten Daten und macht die Ergebnisse effektiv nutzbar: Arten werden identifiziert, menschliche Störungen erfasst und Zusammenhänge zwischen Klima, Biodiversität und Nutzung sichtbar gemacht. „Das funktioniert sehr gut“, weiß Pfefferli. „In diesem Umfang standardisiert erhobene Daten sind für die Forschung sehr interessant.“

 

Das Projekt „KI-Nationalpark“ läuft von 2025 bis 2027 in 13 Nationalparken und 2 Wildnisgebieten in ganz Deutschland. Neben der technischen Entwicklung werden die Schutzgebietsverwaltungen vor Ort geschult und in den Aufbau des Monitorings eingebunden. Die gesammelten Daten fließen in einen anpassbaren Managementzyklus ein, in dem mithilfe der KI Veränderungen und Störungen schneller erkannt werden können, sodass Maßnahmen zeitnah angepasst werden. Am Ende des Projekts sollen daraus konkrete Handlungsempfehlungen für das Schutzgebietsmanagement abgeleitet werden.

Am Ende der Projektlaufzeit sollen nicht nur standardisierte Verfahren zur Erfassung von Biodiversität und Störungen vorliegen, sondern auch eine belastbare Bestandsaufnahme der Artenvielfalt in den beteiligten Gebieten. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt des deutschen Naturerbes und zur Weiterentwicklung naturbasierter Lösungen im Klimaschutz.

Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite der Nationalen Naturlandschaften unter https://nationale-naturlandschaften.de/verbandsaktivitaeten/ki-nationalpark

 

 

FOTO 1: Wissenschaftlerin Stefanie Pfefferli kontrolliert eine Fotofalle im Nationalpark Harz. (Foto: Mette Daudert; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 2: Wildkatze im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 3: Dachs im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 4: Rotfuchs im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 5: Wildschwein im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 6: Rothirsch im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 7: Rothirsch im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

FOTO 8: Reh im Nationalpark Harz (Foto: Nationalpark Harz; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung, Namensnennung erforderlich)

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrage

 

Martin Baumgartner

Presse und regionale Zusammenarbeit
Fachbereich Informations- und Bildungsarbeit, Nationalparkwacht
Nationalpark Harz

 

Lindenallee 35

38855 Wernigerode

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