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Der FC Magdeburg unterstützt die Harzer Luchse
Fanbeauftragter des FCM, Felix Nebel, überreicht Spende in Höhe von 1.000 Euro für das Luchsprojekt des Nationalparks
Wernigerode, 30. Januar 2026. Eine Spende an die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN) in Höhe von 1.000 Euro hat Felix Nebel, Fanbeauftragter des 1. FC Magdeburgs, vor Kurzem an Ole Anders, Luchsexperte der Nationalparkverwaltung, überreicht. Das Geld ist für das Harzer Luchsprojekt bestimmt. Der FCM würdigt damit die wichtige Arbeit des Nationalparks Harz für die Wiederansiedlung und für den Erhalt der großen Katze in der Harzregion Ole Anders und Tierpfleger Paul Bridge, die die Spende für den Nationalpark-Förderverein entgegennahmen, bedankten sich im Namen der Schutzgebietsverwaltung für die Unterstützung bei der Finanzierung ihrer Arbeit. Als Fußballfans ließen sie die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit dem Fanbeauftragten natürlich nicht ungenutzt.
Von der Spende durch den 1. FC Magdeburgs können unter anderem weitere Fotofallen für das Luchsmonitoring angeschafft werden. Die Wiederansiedlung im Harz ist nämlich so erfolgreich gewesen, dass die Harzer Luchse sich mittlerweile auf ein rund 10.000 Quadratkilometer großes Gebiet weit über den Nationalpark und auch den Harz hinaus ausgebreitet haben. Mittlerweise leben circa 90 Luchse allein im Harz. Doch mit dem durch die Luchse besiedelten Gebiet wächst für Luchsforscher Ole Anders und seine Kolleg*innen bei der Nationalparkverwaltung auch der Aufwand, die Tiere zu beobachten – allein schon räumlich. Bei der Beobachtung der scheuen und zumeist nachtaktiven Katzen spielen deshalb Fotofallen eine wichtige Rolle.
Betreuung von verwaisten Jungluchsen bis zur Wiederauswilderung
In den vergangenen Jahren hat sich auch der Umgang mit verwaisten Jungluchsen zu einem nicht unbedeutenden Teil des Luchsmanagements entwickelt. Haben Jungtiere den Kontakt zur Mutter verloren, tauchen sie nicht selten in Ortschaften auf, um sich dort aus Katzennäpfen oder anderen Futterquellen zu ernähren. Nicht zuletzt, um Konflikte mit kleinen Haustieren zu vermeiden, sollten solche Luchse schnellstmöglich aus der Ortschaft wegefangen werden. Sind die eingefangenen Jungluchse grundsätzlich überlebensfähig, findet die professionelle Betreuung und Rehabilitation bis zur Wiederauswilderung in der Wildtier- und Artenschutzstation Sachsenhagen bei Hannover statt. Doch die Pflege und Betreuung der Tiere – oft ist eine tiermedizinische Behandlung erforderlich – ist kostenintensiv. Harzluchse wurden meist wieder in der Nähe des Einfangortes ausgewildert.
Das Harzer Luchsprojekt begann im Jahr 2000. Rund 200 Jahre nach der Ausrottung der größten europäischen Katzenart wurden nach und nach 24 Luchse im Harz ausgewildert und begründeten so eine vitale Population, die sich inzwischen in das Umland des Mittelgebirges ausbreitet. Durch die erfolgreiche Wiederansiedlung leben mittlerweile mehr als 160 Tiere in der Harzregion. Heute bestehen die Aufgaben des Luchsprojektes Harz darin, fortlaufend die Entwicklung der Harzer Luchspopulation zu dokumentieren, Öffentlichkeitsarbeit für die große Katze zu leisten, sowie Forschungsprojekte und Managementmaßnahmen durchzuführen.
Mit einem eigenen Zuchtpaar, das im großen und naturnahen Schaugehege an der Rabenklippe untergebracht ist, wird sich der Nationalpark Harz auch an einem europäischen Erhaltungszuchtprogramm für Luchse beteiligen. Der erhoffte Luchs-Nachwuchs soll an Artenschutzprojekte zur Auswilderung abgegeben oder innerhalb des Zuchtprogramms weiter verpaart werden. Lange Zeit hat der Nationalpark Harz ganz bewusst auf die Nachzucht von Luchsen verzichtet, um nicht gezwungen zu sein, in jedem Jahr überzählige Tiere in gute Hände vermitteln zu müssen. Im Jahr 2023 zeigten die Ergebnisse einer mehrtägigen Konferenz in Wöltingerode am Harz, an der sich Luchsexperten aus zahlreichen europäischen Ländern beteiligten, jedoch sehr deutlich, dass dringender Handlungsbedarf besteht, wenn man den Luchs in Mitteleuropa über die kommenden Jahrzehnte hinaus erhalten will. Eine Stärkung und Vernetzung der isolierten Populationen wilder Luchse in Europa ist dringend erforderlich und die Erhaltungszucht und Auswilderung nach Meinung der Experten eine geeignete Methode dafür.
Weitere Informationen zum Harzer Luchsprojekt gibt es auf der Internetseite des Nationalparks Harz unter www.luchsprojekt-harz.de.
FOTO: Eine Spende an die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN) in Höhe von 1.000 Euro hat Felix Nebel, Fanbeauftragter des 1. FC Magdeburgs (rechts), vor Kurzem an Ole Anders, Luchsexperte der Nationalparkverwaltung, überreicht. Das Geld ist für das Harzer Luchsprojekt bestimmt.
(Foto: Martin Baumgartner; Verwendung frei mit dieser Pressemitteilung)
Mit freundlichen Grüßen
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