Uran und Radon im Harz – nur spannende Geologie oder ein Gesundheitsproblem?
Referent: Dr. Friedhart Knolle
Ort: Langelsheim, VfR-Clubheim, Kastanienallee 2c
Zeit: Donnerstag 8.1.2026, 18:30 Uhr
Gäste sind herzlich willkommen, Eintritt frei
Uran und Radon im Harz – ein Problem oder kein Problem oder nur von geologischem Interesse? Darüber berichtet der Goslarer Geologe Dr. Friedhart Knolle in einem Vortrag beim Biochemischen Verein Bergstadt Lautenthal e.V.
Jüngst kamen die teilweise ungewöhnlich hohen Radonwerte im Harz in die Medien. Das löste ein vermehrtes Interesse am Thema „Uran“ und „Radioaktivität“ im Harz aus. Denn tatsächlich hat man einst im Harz nach Uran gesucht. Selbst im Rammelsberger Erz sind Spuren von Uran vorhanden und ein Gestein – der Kupferschiefer – weist eine vergleichsweise hohe Radioaktivität auf. Daher sind im Ostharzvorland einige Stollenabläufe und Grundwässer stark mit Uran belastet – teilweise um eine Zehnerpotenz höher als es die Trinkwasserverordnung erlauben würde.
In hochbelasteten Gebieten sind besondere Maßnahmen zum radonsicheren Bauen zu beachten. Hierzu gehört auch der Harz und hier speziell die Region Langelsheim – Goslar – Bad Harzburg – Mansfelder Land und Teile des Südharzes. Daneben auch die Region Duderstadt in Südniedersachsen sowie Thüringen und Sachsen im Erzgebirge, der ostbayerische Raum, der Schwarzwald u.a. Gebirgsregionen. Das Land Sachsen-Anhalt hatte seine Hausaufgaben gemacht und schon vor einiger Zeit Risikogebiete ausgewiesen – Niedersachsen zog einen Tag vor Weihnachten 2020 nach und erklärte die Kommunen Braunlage, Clausthal-Zellerfeld und Goslar zu Radon-Vorsorgegebieten. Das hat Auswirkungen beispielsweise auf das Baugeschehen und auf die Pflichten zum verstärkten Radon-Messen. Konkret nennt der NLWKN auch andere belastete Kommunen, z.B. Bad Harzburg und im Landkreis Göttingen die Städte und Gemeinden Osterode am Harz, Herzberg am Harz, Hattorf am Harz, Duderstadt, Gleichen und Radolfshausen.
Radon – die unterschätzte Gefahr
Radon ist ein natürliches radioaktives Edelgas, das aus dem Erdboden austritt und sich in Gebäuden anreichern kann. Das Gas ist instabil und strahlt bei seinem Zerfall u.a. die sehr gefährlichen Alphastrahlen ab. Radon verursacht etwa die Hälfte der natürlichen Strahlenbelastung in Deutschland. Das Einatmen zählt nach dem Rauchen zu den größten Risiken, an Lungenkrebs zu erkranken, so das Bundesamt für Strahlenschutz. Bergleute unter Tage atmen besonders viel Radon ein und haben deshalb ein deutlich erhöhtes Risiko für Lungenkrebs.
Mit dem Strahlenschutzgesetz von 2017 wurden erstmals klare Maßnahmen zur Radonminderung eingeführt. So wird unter anderem ein Referenzwert zur Bewertung der Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen festgelegt. Dieser sollte nicht überschritten und wenn möglich nach dem Minimierungsgrundsatz des Strahlenschutzes unterschritten werden. Hierzu sollen Schutzmaßnahmen ergriffen werden, um den Zutritt von Radon in Innenräume zu vermeiden oder zumindest zu erschweren. Um welche es sich handelt, wird in einem regelmäßig zu aktualisierenden Maßnahmenplan erläutert. Die Bundesländer hatten zwei Jahre Zeit, um Gebiete zu benennen, in denen mit erhöhten Radon-Werten zu rechnen ist. Es gibt regional erhebliche Unterschiede, so das BfS. Denn die Radonkonzentration in Gebäuden ist nicht nur abhängig von Verhalten der Bewohner, z.B. durch unzureichendes Lüften, sondern insbesondere von der Geologie des Untergrundes.
Mit freundlichem Glück Auf
Dr. Friedhart Knolle
Grummetwiese 16
38640 Goslar
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