Die GFN dankt der Bundeswehr für ihren Verzicht
Verzicht auf das zweiwöchige „Karrierecamp“ zugunsten des Naturschutzes auf der Brockenkuppe
Nach wochenlangen Auseinandersetzungen verzichtet die Bundeswehr auf ihr im Mai geplantes zweiwöchiges „Karrierecamp“. Die GFN, die sich gemeinsam mit dem BUND und anderen Umweltverbänden in dieser Sache engagiert hatte, stellt fest: „Wir stehen uneingeschränkt zur Landesverteidigung. Mit dieser geplanten Aktion hätte die Bundeswehr aber eine rote Linie überschritten. Hier stand die Glaubwürdigkeit der Bundeswehr auf dem Spiel, die in ihren Truppenübungsplätzen durchaus sehenswerten Naturschutz betreibt. Der Harz bietet zahlreiche vielbesuchte Plätze, die sich deutlich besser für eine solche Aktion eignen. Wir danken der Bundeswehr daher für ihren Verzicht“, so Dr. Friedhart Knolle, der Vorsitzende des Nationalpark-Fördervereins GFN.
Die Brockenkuppe im Nationalpark Harz ist Lebensraum, Ruhe- und Reproduktionsstätte seltener und bedrohter Arten, beispielsweise der gesetzlich besonders geschützten Ringdrossel, die auf dem Brocken brütet, sowie der streng geschützten Nord- und der Zweifarbfledermaus, die in der Zeit dort ihre Quartiere in den Fassaden der Gebäude beziehen. Für die Ringdrossel, einer Singvogelart, ist der Brocken das einzige Brutgebiet in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. Derzeit gibt es hier nur sechs bekannte Brutpaare dieser Vögel. Die Größe der Population hat in den letzten Jahrzehnten bereits abgenommen. Der Nationalpark Harz hat als Großschutzgebiet eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt solcher Arten, die sehr empfindlich auf Störungen reagieren. Hier hat der Naturschutz gesetzliche Priorität.
FOTO: Eine Ringdrossel auf dem Brocken. Die Vögel haben hier ihr einziges Brutgebiet in einem Umkreis von mehreren hundert Kilometern. (Foto: Kim Stey)
Gemeinsam können wir mehr erreichen und den Nationalpark Harz als Naturraum schützen und erhalten.