WaldWandelTage: Für ein besseres Verständnis der sich verändernden Landschaft im Harz
Nationalpark Harz lädt ein zur öffentlichen Tagung am 9. Juli in Braunlage – mit Podiumsdiskussion und Sonderstempel.
Der Nationalpark Harz veranstaltet am 9. Juli 2022 die öffentliche Tagung „WaldWandelTage“ im Kurgastzentrum in Braunlage. Neben Fachpublikum sind insbesondere die Bewohner der Nationalparkregion, Besucher und die interessierte Öffentlichkeit dazu eingeladen. Die Nationalparkverwaltung will damit ein Angebot der sachlichen Information über die Veränderungen in den Harzer Wäldern machen und damit zum besseren Verständnis in der Öffentlichkeit beitragen. Bei dieser Veranstaltung gibt es auch einen Sonderstempel für die Harzer Wandernadel.
Im Rahmen der Tagung werden die vielfältigen Facetten des natürlichen Waldwandels – insbesondere auch unter den aktuellen klimatischen Entwicklungen – durch ein breit aufgestelltes Spektrum an Fachvorträgen namhafter Expert*innen sowie Mitarbeiter*innen der Nationalparkverwaltung Harz näher beleuchtet. Einer der thematischen Schwerpunkte dabei soll der Waldwandel in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit sein. In einer anschließenden Podiumsdiskussion besteht für das Publikum die Gelegenheit, Fragen zu stellen.
In der Debatte gibt es kontroverse Positionen und viele offene Fragen
Die Wälder im Harz durchlaufen einen tiefgreifenden Wandel – hin zu großer Naturnähe der früheren großflächig monotonen Wirtschaftswälder. Doch die sich so rasch und so tiefgreifend verändernden Landschaftsbilder und die großflächig absterbenden Fichten im Harz ängstigen auch viele Menschen. Touristiker, Wirtschaftsbetriebe und Politiker in der Region machen sich Sorgen über mögliche Konsequenzen. In der öffentlichen Debatte gibt es kontroverse Positionen und viele offene Fragen. Angesichts der derzeitigen öffentlichen Diskussionen zu Ursachen, Wirkungen und Chancen im Zusammenhang mit dem unter den aktuellen klimatischen Bedingungen rasant fortschreitenden Waldwandel sieht die Nationalparkverwaltung auf regionaler Ebene noch erheblichen Kommunikationsbedarf.
Die Vorträge halten Dr. Franz Leibl, der Leiter des Nationalparks Bayerischer Wald, Prof. Dr. Christian Ammer, Professor für Waldbau und Waldökologie der gemäßigten Zonen an der Georg-August-Universität Göttingen, Dr. Peter Meyer, Leiter der Abteilung Waldnaturschutz der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA) in Hann. Münden, Dr. Katharina Tiebel, Expertin für Waldbau an der Technischen Universität Dresden, sowie Carola Schmidt, Geschäftsführerin des Harzer Tourismusverbands, die den Waldwandel im Harz in der Außenperspektive beschreibet, Sabine Bauling, die für die Waldbehandlung zuständige Fachbereichsleiterin der Harzer Nationalparkverwaltung, und Naturschutzbiologin Anne Graser, Doktorandin an der Universität Göttingen, die über die Auswirkungen von Störungen in Wäldern auf Vögel und Nachtfalter berichtet.
Podiumsdiskussion und Exkursion in das Nationalparkgebiet
Eine anschließende Podiumsdiskussion soll ausreichend Raum für kritische Auseinandersetzungen mit dem anwesenden Fachpublikum, der interessierten Öffentlichkeit sowie regionalen Akteuren aus Politik und Wirtschaft bieten. Daran nehmen neben Nationalparkleiter Dr. Roland Pietsch und Prof. Dr. Ammer auch Dr. Klaus Merker, Präsident der Niedersächsischen Landesforsten, Wolfgang Langer, Bürgermeister der Stadt Braunlage, Andreas Meling, Geschäftsführer der Wernigerode Tourismus GmbH, und Ralf Grimpe, Geschäftsführer der Geschäftsstelle Wernigerode der IHK Magdeburg teil. Das Publikum ist ausdrücklich eingeladen, sich hierbei mit Fragen einzubringen.
Zum Abschluss der Tagung haben die Teilnehmer die Gelegenheit, die Waldentwicklung im Nationalpark Harz im Rahmen einer geführten Exkursion am 10. Juli (mit Anmeldung) zum Achtermann noch einmal hautnah zu erleben. Dabei können sie die vielfältigen Aspekte einer neu entstehenden Wildnis entdecken.
Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben. Die Teilnahme an der Exkursion ist ebenfalls kostenfrei. Die Verpflegung am 9. Juli kann bei Bedarf individuell in der am Tagungsort befindlichen Gastronomie „Kartoffelscheune“ erfolgen. Jede/r Teilnehmende trägt die Kosten dafür selbst. Für die Teilnahme an der Exkursion am 10. Juli ist eine Anmeldung erforderlich bis zum 6. Juli 2022 per E-Mail an: waldwandeltage@nationalpark-harz.de. Treffpunkt ist am Sonntag, 10. Juli, in Braunlage-Königskrug, Waldeingang am Waldhotel Achtermannstor (Parkmöglichkeit in der alten Schleife der B4) Beginn: 10.00 Uhr, Dauer ca. 2,5 bis 3 Stunden.
Das Tagungsprogramm am Samstag, 9. Juli 2022:
09.00 – 09.45 / Begrüßung durch Wolfgang Langer, Bürgermeister Stadt Braunlage,
Dr. Roland Pietsch, Leiter Nationalpark Harz, und Dr. Friedhart Knolle von der Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. (GFN)
09.45 – 10.30 / Carola Schmidt, Harzer Tourismusverband e. V.:
Waldwandel im Harz in der Außenperspektive
10.30 – 11.15 / Dr. Katharina Tiebel, Technische Universität Dresden:
Natürliche Waldentwicklung unter aktuellen klimatischen Veränderungen
11.15 – 12.00 / Dr. Franz Leibl, Nationalpark Bayerischer Wald:
Natürliche Walddynamik im Bayerischen Wald
12.00 – 13.00 / Mittagspause
13.00 – 13.45 / Anne Graser, Universität Göttingen:
Auswirkungen veränderter Störungsregime in Wäldern auf die Biodiversität
13.45 – 14.30 / Prof. Dr. Christian Ammer, Universität Göttingen:
Wälder im Klimawandel – Befunde und Prognosen
14.30 – 15.15 / Dr. Peter Meyer, Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt:
Wie resilient ist der Wald des Nationalparks Harz im Klimawandel?
15.15 – 15.30 / Erfrischungspause
15.30 – 16.15 / Sabine Bauling, Nationalpark Harz: Waldsituation im Nationalpark Harz
16.15 – 17.30 / Podiumsdiskussion, moderiert von Oliver Stade (Goslarsche Zeitung)
Gemeinsam können wir mehr erreichen und den Nationalpark Harz als Naturraum schützen und erhalten.