Goslar, Samstag, 28.12.2024, 14 Uhr: Nachweihnachtlicher Spaziergang mit BUND, NABU und Spurensuche Harzregion e.V. auf den Spuren von militärischer Nutzung und Altlasten im Bereich des Goslarer Fliegerhorstes. Treffpunkt: Sinaida-Fokstein-Weg, Fliegerhorst
Als Hilfe zur Teilverbrennung der Kalorien des Weihnachtsbratens führen am Samstag, den 28.12.2024 Annett Jerke, Dr. Friedhart Knolle, Oliver Turk und Frank Jacobs einen kleinen nach-weihnachtlichen Spaziergang der Goslarer Umweltverbände BUND und NABU und des Vereins Spurensuche Harzregion e.V. über einen Teil des Goslarer Fliegerhorstes und zu den dortigen militärischen und zivilen Sachzeugen sowie zum illegalen Abfalllager mit Boden und Bauschutt.
Start ist um 14 Uhr am Sinaida-Fokstein-Weg/Ecke Kleiberstraße. Wir hören etwas über die Geschichte der ehemaligen Zwangsarbeiterin Sinaida Dahle, geb. Fokstein und über das hier möglicherweise ehemals vorhandene „Russenlager“ des Fliegerhorstes. Weiter geht es über Görgweg und Zehntweg rund um den ehemaligen Schießplatz des Fliegerhorstes, der schon dem Hannoverschen Jägerbataillon diente. Die hier befindliche kleine Siedlung Görgweg war Teil dieser militärischen Gesamtanlage.
Weiter geht es zum illegalen Abfalllager von etwa 7.000 Quadratmetern Größe, das wir jedoch nicht betreten dürfen, weil uns das die Eigentümerin, die Firmengruppe Bruns, untersagt hat. Hier werden Neuigkeiten zum Stand der behördlichen Ermittlungen zu dieser ungenehmigten Ablagerung anhand von Luftbildaufnahmen mitgeteilt. Die Deponie, die bereits lange als Altlast existierte, wurde dann von der Luftwaffe, später den Alliierten und anschließend von der Bundeswehr genutzt, bevor hier die von der Stadt Goslar beauftragten Baufirmen eine ungenehmigte Ablagerung von belastetem Boden und Bauschutt unter den Augen der zuständigen Kommune und der Behörden anlegten, die dann später niemand bemerkt haben wollte. Wir kommen zu einem kleinen Bach, der in Richtung des Klosterguts Grauhof fließt. Im Grundwasser wurden hier von verschiedenen Gutachtern deutlich erhöhte Gehalte an krebserregenden PAKs festgestellt. Das wollen wir hier anhand der Messwerte diskutieren. Wenn man genau hinschaut, finden sich hier noch Übungspatronen aus der Bundeswehrzeit.
Wir besuchen dann die ehemalige Nordwache des Fliegerhorstes und den dahinter befindlichen ehemaligen Kleinkaliber-Schießstand an der Funkmeisterei gegenüber der ehemaligen Fernmeldezentrale. Sie wurde, obwohl teilweise denkmalgeschützt, für einen Neubau abgerissen.
Weiter geht es über die Walter-Krämer-Straße in Richtung Karl-Peix-Weg. Woher haben diese beiden Straßen ihre Namen und wer wurde hier in der NS-Zeit hinterrücks ermordet? Diese Fragen werden vor Ort geklärt. Nach der Besichtigung von Bauschäden der neuen Straße geht es zurück zum Ausgangspunkt.
Wenn noch Zeit bleibt, besuchen wir abschließend die sog. Lärmschutzwälle im Süden des Fliegerhorstgeländes. Sie sind eigentlich ebenfalls illegale Abfallablagerungen. Nachdem wir das öffentlich bekannt gemacht hatten und die Staatsanwaltschaft ermittelte, mussten die zuständigen Stellen aktiv werden und diese Abfall-Wälle nachträglich genehmigen.
Der Spaziergang dauert je nach Wetterlage ca. 2 Stunden bis zum Sonnenuntergang, zahlreiche Gäste sind herzlich willkommen. Wir erheben keinen Eintritt und Anmeldungen sind nicht erforderlich.
Mit freundlichem Glück Auf
Dr. Friedhart Knolle
Grummetwiese 16
38640 Goslar
Tel. 0170/22 09 174
https://www.facebook.com/friedhart.knolle
Gemeinsam können wir mehr erreichen und den Nationalpark Harz als Naturraum schützen und erhalten.