Dienstag, 15.10.2024, Wandelhalle Bad Harzburg, Vortrag Dr. Friedhart Knolle zur Geschichte der Oberharzer Bergwiesen

Dienstag, 15.10.2024, Wandelhalle Bad Harzburg, Vortrag Dr. Friedhart Knolle zur Geschichte der Oberharzer Bergwiesen

Dienstag, 15.10.2024, 15:30 Uhr, Wandelhalle Bad Harzburg (Anfahrt über Rohkamallee), Vortrag Dr. Friedhart Knolle zur Geschichte der Oberharzer Bergwiesen beim Harzburger Geschichtsverein e.V.

 

Der Oberharz ist berühmt für seine artenreichen Bergwiesen. Sie werden oft als „Juwelen der Artenvielfalt“ bezeichnet, was nicht übertrieben ist. Neben den typischen Vertretern der Bergwiesenflora wie dem farbenprächtigen Wald-Storchschnabel, dem aromatischen Bärwurz, der bizarren Teufelskralle, dem zierlichen Wiesen-Schaumkraut oder der borstigen Perücken-Flockenblume findet man hier zahlreiche geschützte und bedrohte Arten, wie Orchideen. Nicht selten finden sich auf Bergwiesen über 100 verschiedene Arten von Farn- und Blütenpflanzen. Die kräuterreichen Wiesen bilden wiederum die Lebensgrundlage für eine Vielzahl von Insekten, vor allem Schmetterlinge. Feuchtwiesen in den Bachtälern sind der Nahrungsraum für den seltenen Schwarzstorch. Die Harzer Bergwiesen sind eine von Menschenhand geschaffene jahrhundertealte Kulturlandschaft. Ihre Hauptentwicklung fällt in die Blütezeit des Harzer Bergbaus im 15. und 16. Jahrhundert. Traditionell gehörten Bergbau und Bergwiesen im Harz eng zusammen. Ohne die von den Bergleuten im Nebenerwerb betriebene extensive Landwirtschaft hätten die Bergwiesen in ihrer Vielfalt nicht entstehen können. Den Bergleuten wurde in den Bergfreiheiten das Recht auf das Anlegen von Heuwiesen zur Gewinnung von Winterfutter für das Vieh eingeräumt. Harzkuh und -ziege sicherten damals das Überleben der Familien. Gemäht wurde oft nur einmal im Jahr. Erst im Herbst wurden die Flächen zur Beweidung freigegeben. Bis dahin wurden die Kuhherden zur Weide in den Wald getrieben. Ohne das Zutun des Menschen würden sie sehr schnell wieder bewalden und aus unserer Landschaft verschwinden. Die naturverträgliche Bewirtschaftung durch Mahd und die Beweidung durch das Harzer Höhenvieh sind für die Erhaltung der Bergwiesen unverzichtbar. Das Harzer Rote Höhenvieh gehört wohl zu den ältesten und ursprünglichsten Nutztierrassen. Das einst aus Frankreich und England eingeführte Keltenrind erhielt im späten 19. Jahrhundert durch Einkreuzungen seinen typischen Charakter. Seine dadurch gewonnenen günstigen Eigenschaften für das klimatisch schwierige Mittelgebirge machten es zu einem wertvollen Nutztier für die Bergleute. Die anspruchslose Rinderrasse war zur Milch- und Fleischproduktion und als Zugtier geeignet. Dennoch ist diese hervorragend an Klima und Böden der traditionsreichen Harzer Bergwiesen angepasste Rinderrasse nur knapp dem Aussterben entgangen. Zwei Aspekte haben schließlich dazu beigetragen, dass sich das Blatt wendete: der Naturschutz, der zur Erhaltung der Bergwiesen auf die Beweidung angewiesen ist, und die Tourismusbranche, die mit regionaler Identität und regionalen Produkten den Nerv der Gäste traf.

Eintritt frei.

Anl. Foto von Walter Wimmer frei mit dieser PI.

 

Mit freundlichem Glück Auf
Dr. Friedhart Knolle

Grummetwiese 16

38640 Goslar

Tel. 0170/22 09 174

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