„Der Wolf – zurück im Harz“ – Filmpremiere in der Wolf-Informationsstelle des NABU-Wildkatzen-Erlebniszentrums Bad Harzburg an der Marienteichbaude

„Der Wolf – zurück im Harz“ – Filmpremiere in der Wolf-Informationsstelle des NABU-Wildkatzen-Erlebniszentrums Bad Harzburg an der Marienteichbaude

„Der Wolf – zurück im Harz“ – Filmpremiere in der Wolf-Informationsstelle des NABU-Wildkatzen-Erlebniszentrums Bad Harzburg an der Marienteichbaude

 

Bad Harzburg – Marienteichbaude. Am heutigen 24.2.2025 wurde in Anwesenheit von über 50 Gästen der neue Videofilm „Der Wolf – zurück im Harz“ uraufgeführt. Der rund 13 Minuten lange Film wurde vom Tier- und Naturfilmer Jens Oehmigen gestaltet. Entstanden ist eine beeindruckende Filmreise durch die Geschichte der Anwesenheit und Ausrottung sowie der heutigen Rückkehr des Wolfs in den Harz. Protagonist und Sprecher des Films ist der Harzer Eckhard Kartheuser, der jahrzehntelange praktische Erfahrungen mit der Harzer Tierwelt hat. Und so spricht er auch – kundig, harzverbunden und einfühlsam in das schwierige Thema des Wolfs.

 

Herausgeber des Films sind die Felis gGmbH Wildkatzen-Erlebniszentrum Bad Harzburg und die Gesellschaft zur Förderung des Nationalparks Harz e.V. mit freundlicher Förderung und Unterstützung von BUND-Regionalverband Westharz, KTW Bad Harzburg, NABU Deutschland e.V., NABU-Kreisgruppe Goslar e.V. und Landkreis Goslar.

 

Auslöser der Filmproduktion war die Tatsache, dass es in der gesamten Harzregion und weit darüber hinaus keine Besuchereinrichtung gibt, die systematisch über den Wolf aufklärt. Dem gilt es in einer touristischen Region mit Millionen Gästen in jedem Jahr abzuhelfen. Denn die Fragen der Gäste häufen sich und es gilt, erste Antworten zu geben.

 

Ein Team von NABU, BUND und GFN hatte daher den Plan entwickelt, an zentraler Stelle im Westharz eine Wolf-Informationsstelle aufzubauen. Als zentral und sehr verkehrsgünstig gelegen bot sich das Wildkatzengehege des NABU an der Marienteichbaude unmittelbar an der vielbefahrenen B 4 an. Hier kann das Thema in Synergie mit dem vorhandenen Gehege medial und ergänzend – so der Plan – auch mit einem kleinen begehbaren Freigelände mit Herdenschutzzaun (keine Gehegetiere geplant) zur Demonstration dargestellt werden. Das Wildkatzengehege bietet die Möglichkeit, das sensible Thema „Wolf“ im Kontext der gesamten Biodiversität und dem Aspekt der Koexistenz von Wolf und Wildkatze sowie anderen Tieren zu präsentieren.

 

Hintergrund

 

Als der Wolf vor rund 200 Jahren in Mitteleuropa großflächig ausgerottet wurde, war die Landschaft nahezu komplett vom Menschen genutzt. Die Wildbestände waren vielerorts stark reduziert, so dass Wölfe immer öfter auf Haustiere zugreifen mussten, wollten sie nicht verhungern. Das konnte im Extremfall aber den Tod für eine kleinbäuerliche Familie bedeuten, die ihr Vieh zum Überleben brauchte. Der Wolf wurde daher immer weiter in entlegene Wälder abgedrängt und auch dort getötet, so wie auch der letzte Harzwolf im Jahre 1798 im Brockengebiet.

 

Der Wolf ist seit Jahren dabei, ausgehend von Sachsen weite Teile Deutschlands wieder zu besiedeln. Seit einigen Jahren leben wieder einzelne Wölfe im Harz. 2023 lief ein Wolfsrudel im Brockenwald in eine Wildkamera, was große mediale Aufmerksamkeit hervorrief. Somit wurde öffentlich, was Fachleute schon länger wussten – im zentralen Harzraum im Bereich Brocken – Braunlage und darüber hinaus hat sich ein Wolfsrudel gebildet. Das war lange erwartet worden. Schließlich war der Harzwald immer auch Wolfsland – bis diese Art hier ausgerottet wurde.

 

Jede Sichtung oder auch vermeintliche Sichtung und leider auch manche Fehlmeldung ruft in den Medien eine starke Resonanz hervor, was viele Menschen verunsichert und die Polarisierung fördert. Mittlerweile ist von fast jedem Besucher in den touristischen Einrichtungen, auch im Wildkatzengehege, die Frage nach dem Wolf zu hören. Antworten gibt es nur mündlich und auch nur, wenn qualifiziertes Personal anwesend ist. So steigt die Unsicherheit vieler Menschen zum Thema Wolf.

 

Die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ist weniger eine Frage geeigneter Lebensräume, sondern vielmehr eine Frage gesellschaftlicher Akzeptanz. Wichtig ist, dass die Menschen durch sachliche Informationen und ein Bündel von Maßnahmen zur Vermeidung von Konflikten wieder auf ein Zusammenleben mit dem Wolf vorbereitet werden. Innerhalb der Europäischen Union ist die Rechtslage eindeutig: Der Wolf steht auf den Roten Listen und ist international und national grundsätzlich geschützt – sowohl durch die Berner Konvention von 1979, die auch Deutschland unterzeichnet hat, als auch durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union und das deutsche Naturschutzrecht. Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Thüringen haben Wolfskonzepte bzw. Managementpläne vorgelegt und Kompetenzzentren eingerichtet. Heute wissen wir mehr über Wildtierökologie und es muss hier auch niemand mehr verhungern, wenn der Wolf ein Haustier reißt. Trotz Rotkäppchen und anderer einschlägiger Geschichten: Der Mensch gehört nicht zum Beutespektrum des Wolfs. Wir müssen in Deutschland alle erst wieder lernen, mit dem Wolf zu leben.

 

Durch die geplante interaktive Ausstellung soll Touristen und Einheimischen das Thema Wolf niederschwellig nähergebracht werden und vorhandene Ängste können so abgebaut werden. Der Ort der Informationsstelle ist verkehrlich ideal gelegen, denn die Besucherzahlen des Wildkatzengeheges sind steigend (2023: 9000 Besucher, 2024: 16.100 Besucher). Auf diese Weise können viele Menschen erreicht werden.

 

Weitere Informationen zum Standort: https://niedersachsen.nabu.de/wir-ueber-uns/organisation/besucherzentren/wildkatzengehege/index.html

 

Mit freundlichem Glück Auf
Dr. Friedhart Knolle

Grummetwiese 16

38640 Goslar

Tel. 0170/22 09 174

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