Orte und Namen im Nationalpark Harz
An dieser Stelle möchten wir Ihnen im geschichtsträchtigen Nationalpark Harz interessante Orte und insbesondere die mit ihnen verknüpften historischen Persönlichkeiten in kurzen Portraits vorstellen.
Goetheweg und Goetheplatz
Johann Wolfgang von Goethe
Der wohl berühmteste und bedeutendste deutsche Dichter wurde am 28.8.1749 in
Frankfurt a. M. als Johann Wolfgang Goethe geboren. Nach seinem Studium der
Rechtswissenschaften in Leipzig und Straßburg und der Promotion zum Lizenziaten
der Rechte arbeitete er zuerst als Anwalt in Frankfurt. Schon während dieser
Zeit wurde Goethe als Dichter (Götz von Berlichingen, Die Leiden des jungen
Werther) berühmt. 1775 wechselte er an den Hof von Weimar, wo er sich nicht nur
der Dichtkunst, sondern immer mehr auch den Naturwissenschaften widmete. Er
unternahm insgesamt 5 Reisen in den Harz, die erste davon als Weimarer
Bergwerkskommissar 1777, um sich zur Vorbereitung der Wiederaufnahme des
Bergbaus im Ilmenauer Revier über den Bergbau im Harz zu informieren. Dabei
besuchte er am 10. Dezember von Torfhaus aus zum ersten Mal auch den Brocken,
der ihn so faszinierte, dass er ihm als Blocksberg im Faust ein Denkmal setzte.
Als Erinnerung an diesen Besuch verläuft heute ungefähr auf den Spuren von
Goethes Wanderung zwischen Torfhaus und Brocken der sog. Goetheweg. Auf seiner
3. Harzreise 1783 besuchte er u. a. den Aufschluss an den Hohen Klippen, wo der
Grauwacke-Hornfels scharf gegen den darunter liegenden Brockengranit abgegrenzt
ist. Dieser Granitkontakt liegt am Rehberger Graben direkt über dem
"Goetheplatz". Sein lebenslanges Interesse an der Geologie und Mineralogie
manifestierte sich auch in seiner Gesteinssammlung, die mit ca. 18.000 Stück zu
den umfangreichsten privaten Sammlungen ihrer Zeit zählte. Zur Würdigung seiner
Verdienste um die Geologie wurde der Brauneisenstein nach ihm „Goethit“ genannt.
Geheimrat Goethe starb am 22.3.1832 im Alter von 82 Jahren in Weimar.
Die Hausmannsklippen
Johann Friedrich Ludwig Hausmann
Der am 22.2.1782 in Hannover geborene Johann Friedrich Ludwig Hausmann studierte
in Göttingen Jura, Mineralogie, Chemie und Technologie. Er war ab 1803 Auditor
und Bergmeister bei den Bergämtern in Clausthal und Zellerfeld, wurde 1805
Kammersekretär beim Bau- und Hüttendepartement in Braunschweig und 1809
Generalsekretär des Finanzministeriums des damaligen Königreiches Westfalen. Als
Generalinspekteur des Montanwesens setze er nicht nur Reformen im Bergbau durch,
sondern gründete auch die Bergschule in Clausthal, die heute als TU Clausthal
weithin bekannt ist. 1811 bekam er eine Stellung als ordentlicher Professor für
Mineralogie, Bergwissenschaft und Technologie in Göttingen, die er 48 Jahre
innehatte. Zu seinen Verdiensten zählen die Entwicklung einer neuen Systematik
der Mineralien, zahlreiche Entdeckungen zur Entstehung der Mineralien, zu
Untersuchung von Mineralienarten, Beschreibungen neuer Kristallformen sowie
Nutzung geologischer Erkenntnisse für Landwirtschaft und Forstwesen. Seinen
Bemühungen ist es auch zu danken, dass der zu Anfang der dreißiger Jahre des 19.
Jh. vom Auflassen bedrohte Bergbau im Harz nicht zum Erliegen kam und dadurch
die Existenz zahlreicher Bewohner des Harzes gesichert blieb. Mit seinem Buch
„Der Hannoversche Harz“ schuf er ein Standardwerk der Natur- und
Landschaftskunde. 1845 wurde er aufgrund seiner Verdienste zum Geheimen Hofrat
ernannt. Um das Andenken an seine Leistungen zu würden, wurden die
Hausmannsklippen im Eckertal südöstlich von Bad Harzburg im heutigen
Nationalpark Harz nach ihm benannt. Er starb im Alter von 77 Jahren am
26.12.1859 in Göttingen.